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Kadeltshofen

05.12.2018

Für den Radweg nach Steinheim fehlt Grund und Boden

Der in Remmeltshofen angezeigte Radweg nach Steinheim scheitert bislang am Grunderwerb.
Bild: Willi Baur

Zwischen Remmeltshofen und Steinheim ist eine Verbindung geplant – ob diese auch im Nuxit-Fall kommt, ist unklar.

Baut sich in der Marktgemeinde ein Sanierungsstau auf? Bezogen auf Ortsstraßen und Gehwege offenbar schon. Bei der Bürgerversammlung in Kadeltshofen am Montag im Gasthaus Fischer kündigte Rathauschef Josef Walz deutliche Verzögerungen für einige Maßnahmen an.

Er nannte neben der Erbishofener Straße in Pfaffenhofen auch den Gehweg an der Ortsdurchfahrt Kadeltshofen, dessen Zustand eine Bürgerin als „miserabel“ bezeichnet hatte. Eben diesen hätte man im Zusammenhang mit der gescheiterten Umfahrung Bergs und dem Ausbau der Staatsstraße nach Straß unschwer sanieren können, erklärte der Bürgermeister. „Das hätte knapp 100000 Euro gekostet, verteilt auf 30 bis 35 Anwesen.“

Der Straßenausbau stockt - das Geld fehlt

Allerdings entfielen wegen der neuen Rechtslage die Ausbaubeiträge der Anlieger, die Ausgleichsmittel des Freistaats reichten nicht annähernd aus. „100 Millionen Euro sind dazu momentan für das kommende Jahr im Gespräch, davon sind 65 Millionen schon vorab verplant für bereits laufende Maßnahmen“, rechnete Walz vor und: „Die restlichen 35 Millionen verteilen sich landesweit auf 2056 Kommunen.“ Andererseits wachse der Sanierungsbedarf enorm. Insbesondere die im Zuge der Gebietsreform vor 40 Jahren gebauten Straßen würden in absehbarer Zeit fällig, vermutet der Bürgermeister. Wobei er seitens der Anlieger einen starken Sinneswandel ausgemacht hat: „Seit es nichts mehr kostet, höre ich die Stimmen, die eine Sanierung fordern. Vorher hieß es immer: Das geht doch noch.“

Für den Radweg nach Steinheim fehlt Grund und Boden

Weniger am Geld als an Problemen beim Grunderwerb scheitert nach seinen Worten bisher der erneut angemahnte Radwegbau zwischen Remmeltshofen und dem Neu-Ulmer Stadtteil Steinheim. Nur auf eigener Markung übrigens. Auch Neu-Ulm bemühe sich noch vergeblich um einen Geländestreifen am Ortseingang Steinheims. Ob die Stadt bei einem Austritt aus dem Kreis daran überhaupt noch interessiert sein werde? Diese Sorge eines Bürgers vermochte Walz nicht ganz zu zerstreuen: „Es könnte schon sein, dass Neu-Ulm dann andere Prioritäten setzt.“

Den Bürgern fahren die Autos zu schnell durch

Dass in der Kadeltshofener Ortsdurchfahrt viele Raser unterwegs seien, wie ein Beobachter moniert hat, wurde vom Bürgermeister bezweifelt. „Das sind oft auch subjektive Eindrücke“, sagte er, versprach gleichwohl den bisher wohl unterbliebenen Einsatz des markteigenen Messgerätes. Abhilfe sicherte der Rathauschef überdies bei extremen Situationen in den Wintermonaten zu. Da sollen auch beim eingeschränkten Winterdienst ansonsten ausgenommene Strecken einbezogen werden.

Einige weitere in der Versammlung angesprochene Problemfälle indes entziehen sich Walz zufolge dem Einfluss des Marktes. Die Entschärfung einer kritischen Ausfahrt in die Günzburger Straße am Ortseingang von Raunertshofen („da kommen sie oft mit Tempo 100 rein“) etwa sei von der Unteren Verkehrsbehörde abgelehnt worden.

Einer Anregung, im alten Friedhof von Remmeltshofen vermehrt entstehende Lücken durch neue Urnengräber zu schließen, widersprach der Bürgermeister mit dem Hinweis: „Wir können hier keine Bestattungen mehr zulassen, weil uns dieser Friedhof nicht gehört.“ Vielmehr sei er Eigentum der katholischen Kirchenstiftung St. Michael. Auf dem Kadeltshofener Friedhof sei im nördlichen Teil ein Bereich für Urnengräber ausgewiesen. Nur verzeichne man bislang keine Nachfrage. „Die wird aber kommen“, ist eine Bürgerin überzeugt, schließlich sei das auch eine Kostenfrage. (az)

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