Newsticker

Söder fordert bundesweit einheitliche Regeln für regionale Corona-Gegenmaßnahmen
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Fugger soll Touristen in die Stadt locken

18.03.2009

Fugger soll Touristen in die Stadt locken

Weißenhorn Um mehr Toruristen in die Stadt zu locken, sollte Weißenhorn künftig mehr mit seinen historischen und kulturellen Pfunden wuchern. Das ist verkürzt die Botschaft der Neu-Ulmer Tourismusexpertin Dr. Bibiana Walder, die dem Stadtrat in jüngster Sitzung ihr Konzept zur Ankurbelung des Fremdenverkehrs erläuterte.

Nach ihren Erhebungen wurden im Jahr 2007 rund 14 000 "Ankünfte" in der Stadt registriert, denen circa 24 000 Übernachtungen gegenüberstehen. Das heißt: Besucher blieben im Durchschnitt 1,7 Tage im Ort - mit sinkender Tendenz. Die Auslastung der sechs Hotels lag bei ungefähr 37 Prozent - im Bundesdurchschnitt beträgt er laut Bibiana Walder "38 bis 39 Prozent", abgesehen von Wellness-Herbergen, die Quoten von 90 Prozent und mehr aufweisen. Aber derartige Wohlfühlangebote sind in Weißenhorn Fehlanzeige.

In ihrer Analyse weist die Expertin darauf hin, dass es häufig Geschäftsreisende sind, die in Weißenhorn Station machen. In Zukunft könnte ihre Zahl aber sinken. Eher mau sieht es auch bei durchreisenden Übernachtunsgästen aus, obwohl die Autobahn 7 nur wenige Kilometer westlich von Weißenhorn verläuft. Zum "Shoppen" kommt fast niemand in die Stadt, auch Kulturtourismus ist kaum bis gar nicht vorhanden.

Bei Letzterem könnte die Stadt den Hebel ansetzen, so Dr. Walder, schließlich gebe es in der Stadt bemerkenswerte historische Gebäude und ein geschlossenes Stadtbild. Daher sollte sich nach Ansicht der Fachfrau die Stadt neu positionieren - ein "Profil" in Sachen Kulturstadt herausarbeiten nach dem Motto: "Was hat Weißenhorn, was andere nicht haben?" Die Antworten darauf liegen nach Dafürhalten von Dr. Walder auf der Hand: "Fugger, Sailer, mittelalterliches Stadtbild, Heimatmuseum, historisches Stadttheater." Quasi als eine Art Sofortmaßnahme schlug sie vor, den virtuellen Stadtrundgang auf der Homepage der Stadt als "roten Faden" in die Realität zu übertragen. Besucher könnten dann auf einer auf die Straße gepinselten Linie die architektonischen Schmuckkästchen im Ort ansteuern.

Fugger soll Touristen in die Stadt locken

Sie verschwieg aber nicht, dass heutzutage der Tourist anspruchsvoll ist - soll heißen: Allein wegen des Heimatmuseums verbringt niemand ein Wochenende oder gar seine ganzen Ferien in Weißenhorn. Wichtig ist, dass die gesamte "Servicekette" stimmt - beginnend bei der Information über die Sehenswürdigkeiten der Stadt, über die Anreise und die Unterkunft bis hin zum Rahmenprogramm, wie beispielsweise Konzerte oder Ähnliches.

"Positive Auswirkungen" der "Wachstumsbranche Kulturtourismus" gibt es viele - beispielsweise profitieren auch die Einheimischen von einem schönen Stadtbild und von den dadurch entstehenden "qualifizierten Arbeitsplätzen". Neben der "Imageverbesserung" werde auch die "regionale Identität" gefördert. Nicht zuletzt sei Kulturtourismus "wetterunabhängig".

Bibiana Walder, die auch in Krumbach den Fremdenverkehr anschieben soll, warnte die Stadträte davor, Tourismusförderung als eine Art Nebenjob einzustufen. Auch Kontinuität sei ein absolutes Muss.

Die Stadt selbst kann eher flankierend den Fremdenverkehr beeinflussen - hauptsächlich durch einen Beauftragten, der beispielsweise Aktivitäten von Hotellerie, Gastronomie oder Gewerbe bündelt und als Ansprechpartner dient.

Und sollte es keine Ereignisse geben, so müssen eben welche gemacht werden. Dr. Walder schweben beispielsweise Feierlichkeiten zum 300. Geburtstag von Sebastian Sailer im Jahr 2014 vor.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren