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Weißenhorn

04.10.2016

Fuggerstadt freut sich über ihr zweites Herz

Trotz Regenwetters waren am Sonntag hunderte Besucher in die Weißenhorner Innenstadt gekommen, um die Eröffnung des neuen Schlossplatzes zu feiern. Stadtpfarrer Bernhard Mooser erteilte seinen Segen.
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Trotz Regenwetters waren am Sonntag hunderte Besucher in die Weißenhorner Innenstadt gekommen, um die Eröffnung des neuen Schlossplatzes zu feiern. Stadtpfarrer Bernhard Mooser erteilte seinen Segen.
Bild: Alexander Kaya

Der Schlossplatz zwischen Rathaus und Bräuhaus ist mit einem Fest eröffnet worden. Hunderte Besucher strömten ins neue Zentrum. Es gab es Musik und exotische Speisen – sowie viele weitere Ideen.

Mit dem neuen Schlossplatz soll noch mehr Leben in die Innenstadt kommen: Das ist das erklärte Ziel der Bauherren – und es wurde bei der feierlichen Eröffnung des rund 1,4 Millionen Euro teuren Bauprojekts am Sonntag auch gleich erreicht. Hunderte Besucher kamen trotz kühlen und regnerischen Wetters zu dem Fest, um das fertig gestellte Areal zwischen den Schlössern und dem Bräuhaus in Augenschein zu nehmen. Das Fazit fiel vermehrt positiv aus: Von den über den Platz flanierenden Grüppchen waren Äußerungen wie „Das haben die schön gemacht“ und „Ist gut geworden“ zu hören. Das dürfte Bürgermeister Wolfgang Fendt gefallen, der das Gelände als pulsierendes Herz der Fuggerstadt beschrieb. Unter dem großen Beifall der Gäste wurde das Zentrum seiner Bestimmung übergeben. Der Beginn dieser architektonischen Liebesbeziehung ging auch durch die Mägen: Beim „Essen der Nationen“ wurden afghanische, türkische, und thailänische Speisen angeboten.

Nicht nur eine neue Mitte, sondern gleich zwei: Vor mehreren Jahren war der Hauptplatz umgestaltet worden, der ebenfalls als Zentrum der Stadt gilt. Die Hoffnung von damals, dass sich Weißenhorn mit Leben fülle, sei erfüllt worden, stellte Bürgermeister Fendt fest. Das Herz Weißenhorns schlage und sei mit dem jetzigen Projekt noch größer geworden. Er zeigte sich zuversichtlich, dass künftig auch der Schlossplatz die Weißenhorner dazu einlade, das Leben zu genießen.

Die Investitionen hätten sich gelohnt. Der Bau sei allerdings nur durch erhebliche Zuschüsse in Höhe von rund 731000 Euro möglich gewesen. Durch die vielen Bauvorhaben der vergangenen Jahre – wie etwa Schlössersanierung und Bau der Mehrzweckhalle – habe Weißenhorn viele Erfahrungen beim Beantragen von Fördergeldern gesammelt, sagte Fendt. Mit dem Schlossplatz sei eine neue hinzugekommen: Zwischen Antragsstellung (bei der Regierung von Schwaben) und Bewilligung sei gerade mal eine Woche vergangen, „das habe ich noch nie erlebt“, so der Rathauschef. Die Zuhörer applaudierten.

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Der Platz werde bereits gut angenommen, freute sich Fendt, so hätten einige Skateboardfahrer das Areal für sich entdeckt. Der Bürgermeister empfahl den Zuhörern, das gebiet nach Einbruch der Dunkelheit zu begehen: Dank zehn verschiedener Beleuchtungsvarianten gebe es dann einiges zu sehen.

Der Bau sei durch das Zusammenwirken vieler ermöglicht worden, so hätten Altbürgermeister Heinz Berchtenbreiter und Stadtbaumeister Burkhard Günther ihre Teile beigetragen. Umgesetzt wurde der Platz dann von der jetzigen Stadtbaumeisterin Conny Roth, ihr „erstes großes eigenes Projekt“, wie Fendt anerkennend feststellte. Mit dem Platz sei die Entwicklung der Weißenhorner Innenstadt noch nicht abgeschlossen. So soll in der Schranne ein Kulturzentrum samt Bücherei entstehen, das Heimatmuseum erweitert werden und ein Lokal im Neuffenschloss eröffnen. Fendt: „Wir bleiben nicht stehen.“

Ein weißer Fleck sei die Fuggerstadt für ihn einst auf der Landkarte gewesen, sagte Architekt Robert Kerfers aus Bockhorn bei Erding. Das habe sich jedoch schnell geändert, als er den Auftrag vor eineinhalb Jahren erhielt. Das von ihm gestaltete Areal bezeichnete er als „neue, gute Stube“, die sich dank des gleichen Materials (Granit) ohne Zäsur an den Kirchplatz anfüge. Das Gelände nehme sich dabei optisch zurück, damit die Gebäude voll zur Geltung kämen. Der Platz sei in wenigen Monaten umgesetzt worden und damit in einer Rekordzeit, so Kerfers. Man habe „mit großer Kraft“ daran gearbeitet. Der Architekt beglückwünschte die Weißenhorner zu ihrem „neuen öffentlichen Wohnzimmer“. In diesem Sinne überreichte er symbolisch einen übergroßen Schlüssel.

Ein Kompliment gab es vom katholischen Stadtpfarrer Bernhard Mooser, der den Platz segnete. Er wünschte sich, dass durch den „schönen Ort“ eine Gemeinschaft entstehe, ungeachtet unterschiedlicher Herkunft oder Glaubensvorstellungen. „Alle sollen sich hier wohlfühlen.“

Zur Musik der Weißenhorner Stadtkapelle und den mittelalterlichen Tänzen des „Augsburger Geschlechtertanzes“ ließen sich die Besucher Curry, Crépes und „Berendsch ba Guscht“, ein afghanisches Reisgericht, schmecken. Das kulinarische Fest der Nationen fand großen Anklang: Bis in den frühen Abend saß man in Weißenhorn noch zusammen und machte den Platz gleich zum Treffpunkt.

Viele weitere Fotos vom Schlossplatz gibt´s hier

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