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Oberelchinger Klosterkirche

01.10.2012

Funkelndes Marienekonzert

Anita Atzinger, Sängerin und Chorleiterin und Siegfried Gmeiner, Organist aus Ulm, beim „Marienkonzert“ in der Oberelchinger Klosterkirche.
Bild: Foto: Florian L. Arnold

Unter dem Leitgedanken „Gegrüßet seist du, Maria“ brachten Orgelvirtuose Siegfried Gmeiner und Sängerin Anita Atzinger in der Oberelchinger Klosterkirche ein Konzert mit Mariengesängen und marianischer Orgelmusik zu Gehör.

Von Florian L. Arnold

Elchingen Mit detektivischem Spürsinn hatten die Ausführenden auf der Suche nach Mariengesängen und marianischer Orgelmusik auch den in Ichenhausen geborenen und dann in Elchingen als Benediktiner gewesenen Ambrosius Lutzenberger als Komponist der „Magnificat-Versetten“ ausgemacht – ein reizvoller Kontrast aus gesungenem Choral in romantischer Tonsprache und Orgelinterludien.

Ein schöner Konzertbeginn, der auch dem feinen Klang der Holzhey-Orgel im Chorbereich Geltung verschaffte. Auch das „Dixit Maria ad angelum“ des auch in Ulm gewesenen Hans Leo Hassler erklang im Chorraum. Ein sehr klarer, streng aufgebauter Satz, ursprünglich als A-cappella-Version geschrieben, erklang vorzüglich für Orgel und Sopran. Das bezaubernde, in seiner Klangwelt dem Mittelalter verpflichtete „Ave maris stella“ von Jean Titelouze erklang auf der großen Steinmann-Orgel, begeisterte durch den akzentuierten, äußerst wirkungsvoll balancierten Ausdruck von Sängerin Anita Atzinger. Auch die ausgesprochen schöne Umarbeitung des Liedes „Joseph, lieber Joseph mein“ in ein Marienlied von Max Reger – „Mariä Wiegenlied“, op. 60 – begeisterte.

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Man hat diese Sängerin, die die unterschiedlichen, oft hochvirtuosen Anforderungen eines solchen Konzerts mit leicht ansprechendem, klarem und in der Höhe beeindruckend glänzendem Sopran gestaltete, noch unter dem Mädchennamen Anita Steuer gut in Erinnerung. Mit Orgelvirtuose Siegfried Gmeiner verbindet sie eine jahrelange gemeinsame Konzerterfahrung. Gmeiner war Preisträger beim Orgelwettbewerb für gottesdienstliches Vorspiel (2008), bis 2005 wirkte er auch als Chorleiter des Ulmer Paul-Gerhardt-Chors. Wie seine Begleiterin wusste er die den Werken innewohnende Dynamik sensibel auszudeuten.

Das berückende „Agnus Dei“ aus der sogenannten „Krönungsmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart erklang als besonderer klanglicher Leckerbissen – ein musikalisches Gespinst aus feinteiligen Orgelklängen, zu einem fanfarenhaften Thema anschwellend, in welches die von Atzinger fließend schön gesetzten vokalen Kontrapunkte eingewirkt sind. Ein Genuss auch Alexandre Guilmants „Six versets sur le magnificat“, das nicht nur die versatilen Möglichkeiten der Orgel mit dem prachtvollen Basstrompeten-Register ausreizte, sondern überdies die am gregorianischen Klangbild ausgerichtete Strenge mit romantischen Untertönen milderte. In Guilmants wuchtig-dramatischer Ausgangsmusik zu Maria Himmelfahrt konnte Siegfried Gmeiner organistisches Virtuosentum zeigen, ebenso in der über dem „Cantus Firmus“ aufgebauten, hochvirtuosen Toccata von Nicolas Chovenaux.

Den Abschluss des schönen Konzerts bildete der schwungvolle, aus „Sister Act“ bekannt gewordene Spiritual „Hail holy Queen“, wobei die spätromantische Orgelstimmung nicht so ganz zum treibenden Rhythmus dieses modernen Klassikers passte. Nach diesem rhythmischen Zündfunken versüßte als Zugabe Bach-Gounods „Ave Maria“ den Abschied aus dem Konzert, das verdient begeisterten Beifall erhielt.

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