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Ulm/Neu-Ulm

27.06.2018

Fußball schauen am Arbeitsplatz?

Das Spiel gegen Südkorea startet um 16 Uhr – das ist für viele noch reguläre Arbeitszeit. Mancher Chef drückt ein Auge zu.
Bild: Christian Klose, dpa

Heute kicken die Deutschen. Das Spiel fällt genau in die Kernarbeitszeit. Wie Chefs in der Region damit umgehen.

Für die Nationalelf geht es gegen Südkorea um den Einzug ins Achtelfinale. Vor der Fußball-Weltmeisterschaft hofften die Fans noch, dass die Mannschaft im letzten Vorrundenspiel höchstens den Gruppensieg klar machen muss. Doch jetzt wird es richtig spannend. Anpfiff ist um 16 Uhr – nicht gerade eine arbeitnehmerfreundliche Zeit. Wie gehen die Chefs und Arbeitnehmer in der Region damit um? Und wie sieht es eigentlich während des Nachmittagsunterrichts in den Schulen aus?

Eines gleich vorweg: Erlaubt ist das Fußballschauen am Arbeitsplatz nicht. Zumindest, wenn der Chef es nicht ausdrücklich genehmigt. So groß die Fußballeuphorie nach dem Tor von Toni Kroos gegen Schweden in buchstäblich letzter Minute also auch sein mag – arbeitsrechtlich sind weder Fernseher noch Radio ohne Absprache mit dem Vorgesetzten im Büro gestattet.

Landratsamt: Im Landratsamt in Neu-Ulm gibt es keine Sonderregel während der Weltmeisterschaft – auch wenn Jogis Jungs antreten. Laut Pressesprecherin Kerstin Weidner müssen die Büros mindestens bis 12.30 Uhr besetzt sein, denn so lauten die üblichen Öffnungszeiten der Behörde. Danach könne jeder Mitarbeiter getreu der Gleitzeitregelung selbst entscheiden, wann er Feierabend macht. Weidner sagt: „Ich werde das Spiel auf jeden Fall anschauen. Ich bin schon gespannt.“

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Handel: Anders ist das in vielen Getränkemärkten. So etwa bei Finkbeiner in Illertissen: „Geschäft ist Geschäft“, sagt Marktleiter Lutz Kattein. Soll heißen: Die WM beeinflusst den Marktbetrieb nicht. So sei das auch in anderen, größeren Märkten üblich. Manche Mitarbeiter können dennoch Fußball schauen: Jene, die in dieser Woche Frühschicht und damit nachmittags frei haben.

Unternehmen: Dass die Arbeit gegenüber den WM-Spielen Vorrang hat, findet auch Martin Bucher, Vorsitzender des Betriebsrats der Wieland-Werke Ulm. „Es ist nicht möglich, während der Arbeit Fußball zu schauen“, sagt er. Das gehe bei Wieland schon wegen der Sicherheitsvorkehrungen in den Werken gar nicht. Dennoch, so Bucher, sei das Unternehmen sehr flexibel aufgestellt.

Nach Absprache mit der Geschäftsführung hätten die Mitarbeiter die Möglichkeit, an Tagen mit WM-Spielen freizunehmen. Vorausgesetzt natürlich, der Betrieb läuft wie gewohnt weiter und es sind noch genügend Mitarbeiter vor Ort. Das habe bisher aber immer gut funktioniert, versichert der Betriebsratsvorsitzende. Er selbst versuche auf jeden Fall, das Spiel anzuschauen – zumindest ab der zweiten Halbzeit. Ob er rechtzeitig vor dem Fernsehgerät sitzen wird, sei aber noch ungewiss.

Schule: Gute Karten haben da die Schüler des Illertal-Gymnasiums Vöhringen. Wie Schulleiter Ralf Schabel auf Nachfrage mitteilt, habe man mit den Schülern eine Absprache getroffen: Heute Nachmittag bekommen sie frei – müssen die eingebüßten Unterrichtsstunden jedoch am Abend nach der WM-Partie wieder reinholen. Dann findet am IGV ein Vortrag für die Schüler statt, den sie besuchen müssen, so Schabel. Betroffen von der Regelung seien ohnehin hauptsächlich Oberstufenschüler und Zehntklässler.

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