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Neu-Ulm/Ulm

13.08.2019

Gänstorbrücke: Nichts geht mehr für Lkw

Die neuen Höhenbegrenzungen an der Gänstorbrücke hängen.
Bild: Thomas Heckmann

Die marode Gänstorbrücke hat jetzt eine Höhenbegrenzung – und so mancher Lastwagenfahrer musste wenden.

Lange hat die Stadt Ulm zugeschaut, wie zahlreiche Lkw-Fahrer die Verbotsschilder an der maroden Gänstorbrücke ignoriert haben und sogar Schwertransporte über das Bauwerk gefahren sind (Lesen Sie mehr dazu hier: 77-Tonner beschädigt marode Gänstorbrücke ) . Diese verbotenen Überfahrten schädigen die Gänstorbrücke weiter und verkürzen die Lebensdauer. Bis ein Neubau steht vergehen noch rund fünf Jahre – und so lange möchten die Städte Ulm und Neu-Ulm auch die dritte Donaubrücke in Betrieb halten. Nachdem aber nachweislich immer wieder die Beschränkungen ignoriert wurden, musste die Stadt nun zum härtesten Mittel greifen: Eine Höhenbegrenzung verhindert seit Montag, dass zu hohe und damit zu schwere Fahrzeuge die Brücke passieren können.

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Die Schilder auf den Zufahrten zur Gänstorbrücke treffen klare Regelungen: Fahrzeuge über 3,20 Meter dürfen nicht mehr darüber fahren, ebenso wenig wie Fahrzeuge über 3,5 Tonne. Nachdem gestern alle zuführenden Schilder gestellt waren, wurden die Höhenbegrenzungen mit Absperrschildern eingehängt. Die 3,20 Meter wurden dabei bewusst gewählt, um Stadtbussen sowie Rettungswagen eine freie Durchfahrt zu ermöglichen.

Gänstorbrücke: Jetzt hängt die Höhenbegrenzung

Es dauerte auf Neu-Ulmer Seite dann genau 18 Minuten, bis der erste Lastwagen kam, der die Beschilderung missachtete und mit seinen knapp vier Meter Fahrzeughöhe vor der 3,20 Meter hohen Begrenzung stand. Roswitha Schmieg, Sachgebietsleiterin bei der Stadt und die Initiatorin der Schutzmaßnahmen für die Brücke, konnte dem einheimischen Lkw-Fahrer dann beim Wenden behilflich sein, denn eine Weiterfahrt geradeaus war unmöglich. Aber auch in der Folgezeit kamen fast im Zehn-Minuten-Takt Fahrzeuge, die zu hoch waren und teilweise unter deutlich hörbarem Fluchen der Fahrer wenden mussten.

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Unser Kommentar zum Thema: Gänstorbrücke: Vorgeschmack und vergebene Gelegenheit

Auf Ulmer Seite ist das Wenden nicht so leicht möglich, dort ist es beengter als in Neu-Ulm. Der Hubsteiger der Stadt Ulm, mit dem die Begrenzung angebracht wurde, war noch keine Viertelstunde von der Gänstorbrücke weggefahren, als ein Lkw-Fahrer hier die Begrenzung mit Schwung ignorierte. Das an Ketten abgehängte Schild quer über der Fahrbahn wurde so nach oben geschleudert, dass sich die Kette einmal um den Ausleger wickelte und das Schild auf der anderen Seite wieder herunterhing.

Unfall beim Wenden: Polizei muss ausrücken

Ein Lastzugfahrer wollte am Nachmittag unbedingt wenden anstatt rückwärts zu fahren – und beschädigte dabei die Fahrbahnabgrenzungen. Noch während die Polizei die Sachbeschädigung aufnahm, kam der nächste Lastwagen, der zu hoch war, und von der Polizei dann in die Gegenrichtung zurückgelotst werden musste.

In den nächsten Tage werden vermutlich noch einige Lkw-Fahrer die Verkehrsregeln an der Gänstorbrücke neu lernen müssen. (heck)

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