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Ulm

06.11.2019

Ganz schön was los im Ulm-Wimmelbuch

Wo ist er denn, der Einstein? Auf den Wimmelbildern in „Ulm wimmelt“ von Steph Burlefinger gibt es neben turbulenten Szenen auch einige bekannte Ulmer Figuren zu entdecken.
Bild: Alexander Kaya

Grafikerin Steph Burlefinger aus dem Schwarzwald hat für den Silberburg-Verlag den Band „Ulm wimmelt“ gestaltet. Dabei kannte sie die Münsterstadt vorher gar nicht.

Auf dem Ulmer Marktplatz brummt an diesem Tag das Leben. Ein Kind lässt im Fischkasten Spielzeugboote zu Wasser, ein Hund mopst Würste aus dem Ratskeller, der Spatzenchor singt für ein paar echte Spatzen, eine Steinzeitfrau mit Knochen im Haar übergibt bei einem Pressetermin feierlich den Löwenmenschen – und vom Rathausdach lässt Albrecht Ludwig Berblinger Blüten auf ein frisch vermähltes Paar herunterregnen. Ein alles andere als normaler Tag in Ulm – ein Tag, wie es ihn nur in einem Wimmelbuch geben kann. Genauer gesagt in „Ulm wimmelt“, das vor kurzem im auf Regionalbücher spezialisierten Silberburg-Verlag erschienen ist.

Steph Burlefinger hat es auch schon in Freiburg, Karlsruhe und Tübingen wimmeln lassen

Geschaffen hat den bunten Band die studierte Grafikdesignerin und zweifache Mutter Steph Burlefinger aus dem Elztal im Schwarzwald, die sich in den vergangenen Jahren zu einer Expertin für gezeichnetes Getümmel entwickelt hat. Zum Wimmelbuch kam sie über einen Umweg. Die mittlerweile 44-Jährige hatte für den Verlag den Band „ Baden-Württemberg für Anfänger“ illustriert. Ihre Arbeit kam dort offenbar gut an, weshalb die Verantwortlichen 2016 bei ihr anfragten, ob sie ein Freiburg-Wimmelbuch gestalten könnte. Für Burlefinger, die früher bei einer Werbeagentur tätig war, komplettes Neuland. „Ich habe zuerst gedacht, ich kann das nicht“, gesteht sie. Allein die „abstruse naive Perspektive“. Doch die Probeseite, die sie dann gestaltete, weckte in ihr die Lust – und machte den Verlag zufrieden. Inzwischen ließ sie es im Auftrag von Silberburg nicht nur in Freiburg, sondern auch noch in ihrer Geburtsstadt Karlsruhe, im Allgäu, in Tübingen und eben in Ulm wuseln.

"Ulm wimmelt" ist auf robustem Karton gedruckt

Sieben Doppelseiten umfasst „Ulm wimmelt“, kleinkinderfreundlich auf robusten Karton gedruckt. Los geht die turbulente Reise auf dem Wochenmarkt auf dem Münsterplatz, danach geht es zum Mittelaltermarkt am Kloster Wiblingen, zum Nabada am Schwörmontag, in die Friedrichsau mit Ulmer Zelt und Tiergarten, zu Rathaus und Stadtbibliothek, ins Fischerviertel sowie – als Finale – zum Weihnachtsmarkt. Steph Burlefinger kennt Ulm und die Ulmer, könnte man meinen. Tatsächlich aber hat sie bislang genau einen Tag in der Stadt verbracht – zur Vorbereitung auf das Buchprojekt. Dazu ließ sie sich von einem aus Ulm stammenden Verlagskollegen beraten und mit Fotos versorgen, sie telefonierte, recherchierte im Internet und auf sozialen Netzwerken.

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Die Zeichnerin verzichtet auf Anspielungen für Insider

Durch ihre so aufgebauten Kontakte hat sie einen guten Eindruck von der Münsterstadt bekommen. „Die Ulmer sind ganz freundliche Menschen und haben mir sehr geholfen“, sagt die Zeichnerin. Sie habe gemerkt, dass die Ulmer stolz sind auf ihre Spätzle und andere Spezialitäten, „elegante und cool angezogene Frauen“ auf der Straße gesehen, und erkannt, dass kulturell einiges geboten ist rund um das Münster. Burlefinger hat gar nicht erst versucht, Insiderwissen auf den Bildern, an denen sie jeweils mehrere Tage, überwiegend am Computer, arbeitet, unterzubringen, stattdessen zeigt sie bekannte Gebäude, bekannte Veranstaltungen und bekannte Figuren. Der „Schneider von Ulm“, Albert Einstein, das Maskottchen der Bundesliga-Basketballer und ein Spatzenpaar verstecken sich auf jeder Doppelseite.

Das Suchen und Finden gehört zum Wimmelbuch-Genuss einfach dazu – schon seit Ali Mitgutsch das Genre prägte. Bei Burlefinger tauchen 13 Figuren beziehungsweise Figurengruppen auf jeder Seite auf, darunter ein Dieb und eine Polizistin, die Burlefinger in allen ihren Wimmelbüchern vorkommen lässt, als Running Gag. „Es macht einfach Spaß, eine Figur wie den Dieb zu verfolgen“, sagt die Zeichnerin. Es bereitet überhaupt Freude, Burlefingers Ulm-Wimmelbilder zu studieren, die verrückten Geschichten, die liebevollen Details in ihnen zu entdecken. Wie wunderbar wäre es, würde es in Ulm wirklich so turbulent zugehen.

Ulm wimmelt“ von Steph Burlefinger ist im Silberburg-Verlag Tübingen erschienen und im Handel für 14,99 Euro erhältlich.

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