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Weißenhorn

21.02.2018

Ganztagsschule: Eine Container-Lösung für die Mittagspause

An der Grundschule Nord (rechts ragt das Gebäude hervor) würde der Container auf die hier gezeigte Fläche hinter dem Zaun gestellt werden.
Bild: Alexander Kaya

Eine Mitarbeiterin der Stadt erläutert, wie die Mittagsbetreuung an den Grundschulen vorübergehend mehr Platz bekommt. Nun stellt sich die Frage: Kaufen oder Mieten?

Für die angespannte Raumsituation der Mittagspausenbetreuung an den Grundschulen Nord und Süd ist eine Lösung in Sicht: Der Stadtverwaltung liegt ein unterschriftsreifer Vertrag über die Herstellung, Lieferung und Aufstellung von Containern vor, die nach den Wünschen der Schulleitungen eingerichtet werden. Auch die notwendige Baugenehmigung hat das Landratsamt Neu-Ulm der Fuggerstadt schon in Aussicht gestellt. Dennoch fällt die vorgeschlagene Container-Lösung nicht zur vollen Zufriedenheit der Stadträte aus.

Am Montagabend im Stadtrat erläuterte Claudia Graf-Rembold vom städtischen Bauamt die Pläne. An der Grundschule Nord soll der Container an der nordöstlichen Ecke des Grundstücks, zur Claretinerstraße hin, aufgestellt werden. Dies sei der einzig mögliche Standort, sagte Graf-Rembold. In dem Modul könnten die Schüler Mittag essen und danach spielen oder Hausaufgaben machen. Der Container verfüge über eine kleine Küchenzeile, aber keine Toilette. Letzteres sei von der Schule so gewünscht worden, ergänzte die Mitarbeiterin des Rathauses, nachdem im Gremium Kritik daran geäußert wurde. Herbert Richter ( SPD) und Ulrich Fliegel (Grüne) baten darum, das noch einmal zu überdenken.

Auf einer angemieteten Wiese westlich des Gebäudes der Grundschule Süd soll ein etwas größerer Container aufgestellt werden, der Platz für zwei Gruppenräume, zwei Kreativräume und eine Toilette bietet. Knapp 230000 Euro verlangt eine Blaubeurer Firma dafür, beide Container anzufertigen, aufzustellen, für die Dauer von drei Jahren an die Stadt zu vermieten und danach wieder abzubauen. Es gibt auch die Option, die Mietdauer auf fünf Jahre zu verlängern. Für die Fundamente und Anschlüsse der beiden Provisorien kommen Graf-Rembold zufolge noch 35000 Euro hinzu. Beheizt würden sie über die bestehenden Schulgebäude, ergänzte sie. Graf-Rembold sprach von einem guten Angebot.

Eine Mehrheit der Stadträte ist allerdings der Ansicht, dass ein Kauf der Module letztlich die günstigere Lösung wäre. SPD-Rat Thomas Schulz, selbst Architekt, bezeichnete die vorliegenden Mietpreise als „Wucher“. Umgerechnet auf den Quadratmeter müsse die Stadt im Monat 32 Euro bezahlen. „Das ist für Weißenhorn ein ziemlich hoher Wert“, sagte er und schlug einen Kauf vor. Man könne die Container zum Beispiel auch als Jugendhaus nutzen, wenn sie an den Schulen nicht mehr gebraucht würden. Gunther Kühle (CSU) hält es für denkbar, dass die Lösung an der Grundschule Süd auch längere Zeit besteht. Das Modul könne man bestimmt so gestalten, dass es ordentlich ausschaut, sagte er.

Graf-Rembold berichtete daraufhin von einem Kauf-Angebot, das die Blaubeurer Firma unterbreitet habe. Dies sei jedoch nicht eins zu eins die gewünschte Ausführung. Demnach müsste die Kommune etwa 400000 Euro bezahlen. Des Weiteren gab sie zu bedenken, dass viele Eltern von Containerlösungen an Schulen gar nicht begeistert seien. Auch Bürgermeister Wolfgang Fendt betonte, dass ihm die ursprünglich angestrebte Zwischenlösung mit Mietcontainern und einem anschließenden vollwertigen Anbau lieber wäre. „Eine Containerlösung sehe ich nicht als optimal für uns als Schulstadt“, ergänzte er.

Damit die Provisorien rechtzeitig zum neuen Schuljahr einsatzbereit sind, muss die Stadt dem Rathauschef zufolge spätestens bis 3. April eine Entscheidung treffen. Somit bleibe noch Zeit, um ein konkretes Kaufangebot von der Blaubeurer Firma einzuholen, sagte Fendt. Mit diesem Vorgehen zeigten sich die Räte einverstanden. Um auf Nummer sicher zu gehen, stimmten sie aber schon einmal über das vorliegende Mietangebot ab. 17 sprachen sich dafür aus, dieses anzunehmen, falls es mit dem Kauf doch nichts werden sollte, sieben dagegen.

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