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Bio-Kraftwerk

31.08.2011

Gar nicht auf dem Holzweg

Fahrer Izet Cergic sorgte dafür, dass die Biomasse in die Silos kam.
Bild: Fotos: ahoi

Gestern kamen die ersten Hackschnitzel nach Senden

Senden Die allererste Holzlieferung kam gestern im neuen Biomassekraftwerk der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) in Senden an: Ein 37 Tonnen schwerer Lastwagen fuhr über die Waage am Eingang des Geländes, um Hackschnitzel abzuladen, mit denen der Betrieb erstmals getestet werden sollte. Genauer gesagt, die „Brennstoffstrecke“, also der Weg, den das Material von der Anlieferung bis zur Verbrennung nehmen wird. Gespannte Stimmung herrschte bei den Ingenieuren wie bei den Beobachtern kurz vor diesem ersten Probelauf.

Die ganze letzte Woche, berichtete Betriebstechniker Jürgen Müller, wurde die Anlage bereits getestet, allerdings noch „kalt“, also ohne Holz. Da lief alles, wie am Schnürchen, doch schnell wurde jetzt klar, wie wesentlich solche Probeläufe, sogenannte warme Inbetriebnahmen, sind. Schon beim Einfahren des Lastwagens zeigten sich erste Schwierigkeiten.

„Da müssen wir die Wand noch verkürzen“, überlegte Bauleiter Edmund Staudt, während Fahrer Izet Cergic seinen Lastwagen in eine der beiden Kammern rangierte, wo das Holz abgeladen und in die Anlage transportiert wird.

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Doch solche Entdeckungen sind Routine für die Mannschaft. „90 Kubik hab ich jetzt geladen“, berichtete der Lkw-Fahrer, der die Holzschnitzel vom Neu-Ulmer Wasserwerk der SWU nach Senden gebracht hatte. Wenig später sollte noch eine weitere Lieferung folgen.

Die Techniker entnehmen den Lieferungen Proben, um den Feuchtigkeitsgehalt des Holzes zu bestimmen.

Liegen tonnenweise Hackschnitzel auf dem speziellen Schubboden der Anlage, beginnt der auf Knopfdruck, das Material nach und nach an ein Förderband abzugeben.

Verbrannt aber wurde am Dienstag noch nichts. Das Holz passierte den Vergaser zwar, wurde unten aber wieder ausgeleitet. Die Abläufe auf den Förderbändern und das Einlagern in einem der drei Silos ließen sich so ausprobieren.

Vier Wochen lang volle Funktionalität zeigen

Mitte Oktober, so der SWU-Projektleiter Matthias Vitek, wird nach weiteren Probeläufen, der Testbetrieb des Biomasse-Kraftwerks starten: „Dann muss die Anlage vier Wochen lang beweisen, dass alles funktioniert“. 36 Millionen Kilowattstunden Strom und 41 Millionen Kilowattstunden Wärme soll das Kraftwerk später pro Jahr produzieren. (ahoi)

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