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Ulm

07.02.2018

Gardena mäht alte Rekorde nieder

Der neue Gardena-Chef Pär Åström am Akku-Mäher. Rechts daneben Sascha Menges, der nach Stockholm wechselt.
Bild: Oliver Helmstädter

Es läuft rund beim Ulmer Gartengerätehersteller. Nachdem der bisherige Chef von Bord geht, will der neue an das Erfolgskonzept anknüpfen. Innovationen stehen im Mittelpunkt.

Mähroboter, Heckenscheren, Trimmer und Co aus Ulmer Fertigung waren im vergangenen Jahr gefragt wie nie: 2017 erzielte Gardena weltweit einen Umsatz in Höhe von 585 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung von neun Prozent und stellt zum dritten Mal in Folge ein neues Rekordergebnis dar. Damit hinterlässt Sascha Menges, der Chef von Gardena, seinem Nachfolger Pär Åström ein bestens bestelltes Feld. Wie berichtet, übernahm der Schwede mit Beginn des Februars die Leitung dieser Abteilung des Husqvarna-Konzerns mit Sitz in Stockholm.

Menges, der am Dienstag nach Schweden aufbrach um dort die Leitung der Husqvarna-Division zu übernehmen, nahm seine letzte Pressekonferenz in Ulm zum Anlass, Bilanz seiner dreieinhalb Jahre an der Spitzen des Ulmer Traditionsunternehmens zu ziehen: Es ging nicht nur in Sachen Umsatz bei Gardena seit 2014 steil nach oben, auch der Gewinn sei zweistellig angestiegen. Zudem entstanden im gleichen Zeitraum 230 neue Arbeitsplätze am Standort Ulm inklusive der Kunststofftechnik in Heuchlingen, den Metallspezialisten in Niederstotzingen sowie der Logistik in Laichingen. Insgesamt arbeiten rund um Ulm 1849 Menschen für Gardena. Jährlich würden zweistellige Millionensummen am Standort investiert. Zuletzt gaben die Schweden 17 Millionen Euro für neue Maschinen aus.

Ulm ist nicht nur Sitz der Marke Gardena sondern auch Standort von Husqvarna Deutschland. Seit 2014 stieg der Umsatz dieser Division um satte 73 Prozent auf 201 Millionen Euro an. Die Husqvarna Gruppe ist der nach eigenen Angaben weltweit größte Hersteller von Motorgeräten für Forstwirtschaft, Landschaftspflege und Garten, darunter Motorsägen, Freischneider, Rasenmäher und Gartentraktoren. Neuer Gardena-Chef ist der 45-jährige Åström, der mit Frau und seinen drei Kindern zum Wechsel des Schuljahres von Stockholm an die Donau zieht. Der geschäftliche Erfolg der vergangenen Jahre gebe Gardena recht. „Daher halten wir an unserer erfolgreichen Strategie fest und werden weiter sowohl in unsere Marke, unsere Produkte als auch in unsere Standorte investieren“, so Åström. Seit 2015 wird Gardena als Division – also weitgehend unabhängige Unternehmenssparte des Konzerns geführt. In der nun anstehenden Gartensaison feiert das Unternehmen das 50-jährige Jubiläum des Gardena Systems, das „Klick-System“, mit dem die Ulmer Firma zu Weltruhm gekommen ist.

Erfolgreich war Gardena in der Saison 2017 vor allem bei der Akkutechnik für den Garten. Dazu gehören neben akkubetriebenen Rasenmähern, Heckenscheren und Trimmern unter anderem auch Mähroboter. Der Gesamtmarkt für akkubetriebene Gartengeräte ist im vergangenen Jahr im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Gardena hat mit 25 Prozent hier den größten Marktanteil. In Sachen Akku ist Gardena Pionier: Die ersten Akkugeräte wurden bereits im Jahr 1973 eingeführt. Die Digitalisierung macht auch in der kommenden Saison nicht an der Gartentüre halt. Das „Smart System“, mit dem sich etwa per Sensor Bodenfeuchte, Lichtstärke und Temperatur von unterwegs aus ablesen lasse um die Bewässerung und Rasenpflege vom Smartphone aus zusteuern, entwickle sich erfolgreich. Aber auch abseits der Digitalisierung wurde in Ulm an Innovationen getüftelt. „Ich dachte ja auch nicht, dass man an einem Schlauchwagen noch etwas verbessern kann“, sagt Menges. „Aber es geht.“ Und so entwickelten die Ulmer Ingenieure den ersten Schlauchwagen, der nicht umfällt. Möglich mache dies ein einen neuartiger Standfuß.

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