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Ulm

22.08.2019

Gebäude, Aufgaben, Prozesse: Gardena baut um

Gardena-Chef Per Arström bei der Rasenpflege. Der Fokus des Ulmer Gartengeräteherstellers liegt derzeit aber auf anderen Produkten, vor allem auf Bewässerungssystemen.
Bild: Andreas Brücken

Gardena ist jetzt auch für weitere Gartengeräte-Marken von Mutterkonzern Husqvarna verantwortlich. Die Ulmer setzen auf neue Prozesse – und auf Spielzeug.

Noch ein trockener Sommer, noch eine positive Bilanz bei Gardena. Der Gartengerätehersteller aus dem Ulmer Donautal hat im ersten Halbjahr 2019 einen Umsatz von 569 Millionen Euro gemacht. Doch das Wachstum fällt in diesem Jahr mit gerade einmal drei Prozent vergleichsweise dürftig aus. „Gardena ist größeres Wachstum gewöhnt“, räumt Chef Pär Aström bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz ein. Grund für die gedämpfte Entwicklung sind Umstrukturierungen. Seit Anfang des Jahres zählen alle Verbrauchermarken zur sogenannten Gardena Divison des schwedischen Mutterkonzerns Husqvarna, dazu gehören auch McCulloch, Flymo und Universal. Alle habe man nach Stärken und Schwächen untersucht, berichtet Ärström. Das Ergebnis: Bei McCulloch werden fast alle Produkte gestrichen, die Räder haben. Zukünftig soll es keine Rasenmäher und keine Gartentraktoren mehr von dieser Marke geben. Mähroboter und handgeführte Benzingeräte bleiben dagegen im Sortiment. Die Umstrukturierung soll weitergehen.

Das dreiprozentige Wachstum bezieht sich auf vergleichbare Zahlen aus dem Vorjahr. Sprich: Der schwedische Husqvarna-Konzern rechnete die Zahlen aller Verbrauchermarken aus dem Jahr 2018 zusammen und verglich sie mit denen der neuen, alle umfassenden Gardena Division aus dem Jahr 2019. Die Ulmer alleine, sagt Arström, hätten eine Umsatzsteigerung von rund sechs Prozent gemacht – bezogen auf schwedische Kronen. Durch Schwankungen im Wechselkurs lässt sich dieser Wert nicht problemlos in Euro umrechnen.

Gartenspezialist Gardena aus Ulm zieht Bilanz: Umsatzplus von drei Prozent

Gewachsen ist nicht nur der Umsatz, sondern auch das Unternehmen Gardena selbst. Die Ulmer haben neue Mitarbeiter eingestellt. Nun sind es nach Firmenangaben deutschlandweit 1860, von denen die meisten im Donautal und in Laichingen arbeiten. Für die neuen Angestellten ist ein Logistikgebäude zu Büroräumen umgebaut und ein Ausstellungsgebäude neu errichtet worden. Gardena baute die Produktion aus und schloss eine neue Partnerschaft mit dem Neu-Ulmer Logistiker Honold. Man habe erhebliche Investitionen für Logistik und Produktion getätigt, sagte Arström, Zahlen nannte er nicht.

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Zum Erfolg haben 2019 nach Angaben des schwedischen Gardena-Chefs vor allem Produktneuheiten beigetragen: Bewässerungssysteme mit Zeitsteuerung, besonders leise Mähroboter, neuartige Schlauchwagen, Hochdruckreiniger mit Wassertank und Produkte für Gärten auf dem Balkon oder der Terrasse. Angesichts der fortwährend heißen und trockenen Sommer wolle man weiter auf intelligente und effiziente Bewässerungssysteme setzen. Bei den sogenannten Smart Systems sind die Gardena-Angebote seit diesem Jahr in die Plattformen von Apple und der Telekom integriert. Für die kommende Saison bringt Gardena ein System auf den Markt, das es ermöglichen soll, Balkongärten auch ohne Strom- und Wasseranschluss zu bewässern. Die Produkte für Stadtgärten seien zwar nicht signifikant für den Umsatz, stellen aber nach Arströms Einschätzung eine Nische mit Wachstumspotenzial dar.

Die Ulmer gehen darüber hinaus neue Wege. Ideen sollen schneller und ohne langwierige Planungsprozesse auf dem Markt gebracht werden. Aktuelle Beispiele: eine Pflanzen-Kollektion, die in Filialen der Baumarkt-Kette Obi verkauft wurde, Online-Seminare zu Gartenthemen und ein Mini-Gewächshaus mit Solarpanel und Wassertank. „Wenn wir eine Idee haben, probieren wir sie auf dem Markt aus und schauen, was passiert“, erklärt Arström. Anschließend werte man den Versuch aus und passe den Ansatz gegebenenfalls an. Noch mehr Ansätze erhofft sich Gardena aus der Start-up-Szene. Erstmals haben die Ulmer dafür einen Preis ausgelobt. Und Gardena erobert einen weiteren Markt: Die Produkte gibt es jetzt auch als Spielzeug, vertrieben von der Bremer Spielwarenfirma Happy People. „Es gibt viele kleine Gärtner, die auch Ausrüstung brauchen“, sagt Arström.

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