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Lebenshilfe

24.01.2015

Gebrauchte Bücher gesucht

Melanie Wörner und Manfred Rauscher entscheiden, ob ein Buch in den Verkauf oder den Altpapiercontainer landet. Die beiden Mitarbeiter der Lebenshilfe beteiligen sich am Buchprojekt.
Bild: Andreas Brücken

Donau-Iller Werkstätten steigen in Online-Buchhandel ein

Der spannende Krimi, die rührende Liebesgeschichte oder das interessante Sachbuch: Meist dienen sie, einmal gelesen, nur noch als dekorative Buchrücken im Regal. Der Staub vieler Jahre sammelt sich auf den Werken, die für die Altpapiertonne viel zu schade sind. Doch wohin mit den guten Stücken die den Platz für neuen Lesestoff blockieren?

Die Donau Illerwerkstätten der Lebenshilfe bieten jetzt eine unkomplizierte Lösung für dieses Problem an. Werkstattleiter Franz Stöberl fordert zur Aufräumaktion in den häuslichen Bibliotheken der Region auf: „Spenden Sie uns ihre ausgelesenen Bücher und schaffen damit Arbeitsplätze für unsere Mitarbeiter mit Behinderung in den Donau-Iller-Werkstätten!“

In der neuen Arbeitsgruppe werden die gespendeten Bücher sortiert, archiviert und wieder über das Internet verkauft. Am Haupteingang der Lebenshilfe können die Bücher abgegeben werden.

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Der Arbeitsplatz, an dem die Spenden erfasst und beurteilt werden, sei bei den Mitarbeitern mit geistiger oder körperlichen Behinderung sehr begehrt, sagt Stöberl. „Viele sind von Zuhause mit dem Computer gut vertraut und das Programm, mit dem die Bücher gelistet werden, ist einfach zu bedienen.“

Melanie Wörner und Manfred Rauscher arbeiten jeden Tag mehrere Stunden konzentriert vor dem Bildschirm. Sie scannen bis zu 100 Titel, begutachten den Zustand und bewerten in drei Kategorien: „Keine Nachfrage“, „Billigbuch“ und „Das wollen alle haben“.

Die meisten Exemplare gehen dann zum Mindestpreis von 95 Cent in den Handel. Unverkäufliche oder beschädigte Exemplare werden aussortiert. Deshalb müssten die Spender auch bei der Abgabe keine Hemmung haben, sagt Stöberl. Denn ganz egal, ob im Onlinehandel oder als Altpapier könne aus den Spenden noch Wert geschöpft werden.

Unter dem Titel „Buchmeister“ wurde das System der gleichnamigen Firma aus Schleswig-Holstein für die Mitarbeiter der Lebenshilfe ins Laufen gebracht. Betriebswirt Stefan Ehlers ist dafür nach Senden gekommen, um mit Rat und Tat bei der Einarbeitung zur Seite zu stehen. Er sieht die Aufgaben und Anforderungen an die Menschen mit Behinderungen ganz ähnlich dem „ersten Arbeitsmarkt“.

Denn auch die Lebenshilfe sei mit dem Buchprojekt ein Mitbewerber im Versandbuchhandel geworden, bei dem es auf eine ordentliche Abwicklung der Bestellung bis hin zur schnellstmöglichen Auslieferung ankommt.

Werkstattleiter Franz Stöberl und seine Mitarbeiter sind sichtlich stolz auf das Projekt und laden zur Besichtigung ein: „ Wir haben nichts zu verbergen. Und wer sehen will, wie die Bücherspenden bearbeitet werden, ist während der üblichen Werkstattzeiten zu einem Rundgang jederzeit willkommen“.

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