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29.03.2009

Gedenken - und für die Zukunft lernen

Ulm (köd) - Ihr Gesicht wird in Ulm bald ein vertrautes sein: Seit Dienstagabend weiß die in Köln lebende Historikerin Dr. Nicola Wenge, dass sie zur Nachfolgerin des DZOK-Leiters Dr. Silvester Lechner gewählt wurde (die NUZ berichtete). Sie setzte sich gegen 44 Mitbewerber durch und wird ab Juni im DZOK tätig sein, ab 1. Juli obliegt ihr dessen Leitung.

Zur Endrunde der letzten drei Kandidaten kam Dr. Nicola Wenge zum zweiten Mal nach Ulm, bis zu ihrer Bewerbung hatte sie die Münsterstadt nicht gekannt. Ihr Gefühl für ihren künftigen Lebensmittelpunkt aber ist ein durchweg Positives: "Ich empfinde die Stadt als spannende Mischung aus ganz moderner Kunst und gewachsener Geschichte, dazu unheimlich lebendig, aber nicht hektisch." Dr. Nicola Wenge, die zusammen mit ihrem Mann nach Ulm ziehen wird, freut sich auf die Lebensqualität in Süddeutschland. "In Ulm kann ich in der Stadt leben und dennoch ist die Natur so nah. Ich wandere gern in den Bergen, fahre Fahrrad."

Zu den Perspektiven für ihre zukünftige Arbeit als DZOK-Leiterin wagt sie noch wenig zu sagen. "Ich muss erst das Umfeld und die Orte kennen lernen, die Zeitzeugen, die noch leben, die Wünsche der Mitarbeiter und des Vereins Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg. Es ist gut, dass es eine Übergangszeit zusammen mit Dr. Lechner geben wird. Ich bewundere, wie engagiert und couragiert das DZOK auf die Beine gestellt wurde. Die Dauerausstellung finde ich wichtig und würde sie für die Zukunft gern ausbauen." Als zukunftsweisend empfindet die 40-jährige die Arbeit von Dr. Silvester Lechner und der Gedenkstättenpädagogin Annette Lein. "Dieser Ort hat Geschichte. Gedenken, ohne daraus etwas für die Zukunft zu lernen, hätte wenig Sinn - beides ist untrennbar miteinander verknüpft."

Da sie sich selbst in ihrer Biografie an einem Punkt angekommen sah, wo es ihr wichtig wurde, mittel- und langfristig zu planen, hatte die Stellenausschreibung der DZOK-Leitung für die gebürtige Dortmunderin eine große Faszination. "Und ich freue mich unheimlich, hier Fuß zu fassen", sagt sie. Für sie und ihren Mann, die beide gern kochen und gern essen, wie sie lachend verrät, geht es auch darum, ein komplett neues Umfeld aufzubauen.

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"Das ist eine große Herausforderung, und ich bin froh, dass mein Mann mit nach Ulm kommt, das erleichtert den Neubeginn sehr."

Aber auch nach der Phase des Einlebens wird es Dr. Nicola Wenge in der Stadt nicht langweilig werden. Sie liest gern und viel und findet es "belebend, dass es hier so viele Ausstellungen gibt. Ich schaue mich gern in anderen Arbeitsfeldern um."

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