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Steinheim

16.01.2020

Gegenwind für geplantes Baugebiet in Steinheim

Wo bislang noch Ackerland ist, sollen in den kommenden Jahren Häuser entstehen. Das gefällt nicht jedem Anwohner in Steinheim.
Bild: Alexander Kaya

Bei der Infoveranstaltung in Steinheim haben die Bürger allerlei Kritikpunkte zum geplanten Baugebiet. Vor allem die Höhe der neuen Gebäude missfällt.

Nicht einmal eine viertel Stunde brauchten Stadtbaudirektor Markus Krämer und sein Mitarbeiter Steven Flechtner, für die Präsentation des geplanten Wohngebiets am nördlichen Ortsrand von Steinheim. Doch Krämer war schon vorher klar: „Ich rechne damit, dass nicht alle glücklich sein werden.“ Und tatsächlich fand die Bürgerinfoveranstaltung am Dienstagabend in der Schützenstube der Vereinshalle keineswegs ein schnelles Ende – denn die Einwohner hatten gleich mehrere Anmerkungen und Kritikpunkte zu dem Vorhaben.

Das geplante Wohngebiet „Im Steinet“ liegt am nördlichen Ortsrand, grenzt an die Herdgasse. Derzeit ist das Areal noch Ackerland. Geplant sind dort sieben frei stehende Einfamilienhäuser, fünf Doppelhäuser sowie zwei Reihenhäuser mit je drei Einheiten. Pro Wohneinheit sind zwei Stellplätze vorgeschrieben, zudem soll es in dem Wohngebiet insgesamt 16 öffentliche Parkplätze geben.

Das Interesse der Bürger am Baugebiet ist groß, an die 50 Menschen waren zur Infoveranstaltung gekommen. Und viele von ihnen hatten durchaus kritische Anmerkungen. Vor allem die angrenzenden Anwohner waren verärgert, dass auf den neuen Wohngrundstücken zwei Vollgeschosse möglich sein sollen. Dies sei – zusammen mit der nun erlaubten Dachneigung – ein „eklatanter“ Unterschied zu den Vorschriften der bereits bestehenden Häuser am Ortsrand, sagte einer der Anwohner. Ein anderer ergänzte: „Niemand will das akzeptieren, dass er selbst niedrig bauen soll, wenn neben ihm – jetzt mal übertrieben gesagt – ein Hochhaus hinkommt.“

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Anwohner fühlen sich benachteiligt, weil sie striktere Vorgaben hatten

Krämer erklärte, dass die geplanten Häuser „kompakter“, also auf weniger Grundstücksfläche, entstehen werden. „Wir lassen deshalb Höhe zu.“ Zudem fragte er, ob die Stadt alles nun wieder genau so machen solle wie bei den bestehenden Häusern. „Das würde die Situation für Sie ja nicht besser machen, wenn sich die Nächsten auch ärgern würden.“ Die maximale Gebäudehöhe betrage nach derzeitigen Planungen 8,50 Meter, die Dachneigung soll zwischen 25 und 35 Grad liegen. Wie sich das auf die Beschattung der bestehenden Gärten und Grundstücke auswirkt, werde die Verwaltung noch einmal prüfen, versprach Krämer einem weiteren Bürger.

Die Frage nach den Erschließungskosten konnte der Stadtbaudirektor noch nicht abschließend beantworten. „Ich hätte Ihnen heute gerne gesagt, dass die bestehenden Anwohner mit Sicherheit nicht belastet werden, kann es aber noch nicht sagen.“ Die zuständige Abteilung war sich dahingehend noch nicht sicher, zumal müsse man sich an rechtliche Bindungen halten.

Neues Baugebiet in Steinheim: Erschließungskosten noch nicht geklärt

Der Anmerkung eines weiteren Bürgers, dass die bereits bestehende Bebauung vorher immer als Ortsrand versprochen worden sei, entgegnete Krämer: „Es ist leider so, dass da manchmal scheibchenweise was dran kommt.“ Er wies jedoch darauf hin: „Die Siedlung, die jetzt war besteht, war ja auch nicht immer so.“ Er bat um Verständnis, dass man dort Wohnbebauung entwickeln wolle, wo es gehe – und in Steinheim sei dies eben einfacher möglich als woanders, da hier dann der Stadt die Flächen gehörten.

Krämer und Flechtner erklärten, alle vorgebrachten Punkte noch einmal zu prüfen. Zeit, weitere Anmerkungen bei der Neu-Ulmer Verwaltung einzureichen, haben Bürger ansonsten noch bis Freitag, 24. Januar. Die abschließende Entscheidung trifft dann der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Grundstücke dann 2023 für die Bauherrn zur Verfügung stehen.

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