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Ulm

14.11.2013

Gemeindehaus gefährdet Gotteshaus

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Das Gemeindehaus der Martin-Luther-Kirche in der Ulmer Weststadt rutscht ab und beschädigt deshalb das denkmalgeschützte Gotteshaus.
Bild: Alexander Kaya

Gebäude in der Weststadt rutscht ab und beschädigt die Luther-Kirche. Deshalb soll es abgerissen und neu gebaut werden.

Jesu Gleichnis vom Haus, das auf Fels und dem Haus, das auf Sand gebaut ist, steht im Matthäus-Evangelium. An dieses Gleichnis fühlt sich Pfarrer Volker Bleil von der Ulmer Martin-Luther-Kirche derzeit stark erinnert: Seine Kirche in der Ulmer Weststadt ist tatsächlich auf Felsgrund gebaut, das Gemeindehaus aber wurde vor 50 Jahren auf dem Boden des alten Festungswalls und -grabens der Stadt geplant und dann erbaut. Inzwischen schädigt das abrutschende Gemeindehaus die denkmalgeschützte Kirche, sodass jetzt nichts anderes übrig bleibt als der Abriss des Gemeindehaus-Gebäudes, die Sanierung der Westfassade der Martin-Luther-Kirche und der Neubau eines Gemeindehauses.

Wie es aussehen soll, steht schon fest. Architekt Daniel Meister, der den Wettbewerb um den Neubau gewann, plant ein Ensemble, das die Westfassade der Kirche wieder freilegt und den umgebenden Park erlebbar macht. Im Erdgeschoss des neuen Gemeindehauses wird es einen Jugendraum mit separatem Eingang geben, ein Gemeindebüro, einen Multifunktionsraum und behindertengerechte Sanitäranlagen. Im Parkgeschoss werden ein großer und ein kleiner Saal zusammenschaltbar gebaut, dazu eine Küche. 1,54 Millionen Euro wird das neue Gemeindehaus kosten – ein kühnes Unterfangen für die Kirchegemeinde, die erst vor kurzer Zeit die Renovierung der Walcker-Orgel zu finanzieren hatte. 300000 Euro muss die Reformationsgemeinde für das Großprojekt Gemeindehaus selbst aufbringen. Die Sanierung der Kirchenfassade ist in diesem finanziellen Rahmen noch nicht enthalten.

An der Fassade der Martin-Luther-Kirche befindet sich jetzt eine sogenannte Luther-Rose, das Siegel, das Martin Luther ab 1530 für seinen Briefverkehr nutzte. Für die Reformationsgemeinde dient die Rose mit ihren 15 Blütenblättern und zehn Himmelsegmenten als Spendenbarometer: Die Rose blüht mit jeden gespendeten 10000 Euro ein bisschen mehr auf. Für die Sanierung hat sich die Reformationsgemeinde eine Menge einfallen lassen, unter anderem Luther-Märkte. Beim Ersten gab es würzig-dunkles Luther-Bier, das in einer Sonderedition gebraut wurde und nur über die Reformationsgemeinde – zum am Thesenanschlag von 1517 orientierten Preis von 15,17 Euro pro Kiste – erhältlich ist, und duftendem Luther-Topf.

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Paten für die Sanierung der Westfassade gesucht

Bausteine am künftigen Gemeindehaus gibt es zu kaufen – ein Holz-Alu-Fenster für 500 Euro beispielsweise, einen Quadratmeter Bodenbelag für 70 Euro, die Außentür zum Preis von 1000 Euro oder auch einen Strauch für die Außenanlage. Quadratmeterweise Patenschaften für die – separat zu finanzierende – Sanierung der Westfassade der Kirche können ebenfalls übernommen werden.

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