1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Gemeinsam für mehr Sicherheit in Neu-Ulm

Gemeinsam für mehr Sicherheit in Neu-Ulm

Michael Ruddigkeit.jpg
Kommentar Von Michael Ruddigkeit
14.06.2019

Wie steht es um die Sicherheit in Neu-Ulm? Diese Frage geht nicht nur die Polizei etwas an.

Oberbürgermeister Gerold Noerenberg hat ordentlich auf den Tisch gehauen: Die Stadt Neu-Ulm sei, was die Kriminalitätshäufigkeit anbelangt, führend im ganzen Gebiet des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Eine traurige Spitzenreiterrolle, die er so nicht mehr hinnehmen könne und wolle. Deshalb müsse endlich die Zahl der Polizisten in Neu-Ulm aufgestockt werden – und wenn Beamte dafür von anderen Dienststellen abgezogen werden.

Das hat gesessen. Und wirft natürlich die Frage auf: Ist Neu-Ulm wirklich ein so gefährliches Pflaster? Die Polizei reagierte umgehend – und relativierte die Aussagen des Stadtoberhaupts. Es stimmt, wenn sie sagt, dass man die Zahlen differenziert betrachten muss. Wenn die Polizei zum Beispiel verstärkt im Drogenmilieu ermittelt, steigt automatisch die Zahl der Straftaten. Ohne zusätzliche Kontrollen blieben viele Fälle im Dunkelfeld. Doch natürlich ist es richtig und wichtig, dass die Polizei gegen die Rauschgiftkriminalität vorgeht, auch wenn ihr das die Statistik verhagelt. Zahlen sind eben nicht alles.

An der Caponniere fühlen sich Anwohner und Passanten unsicher

Wichtig ist, dass die Polizei Präsenz zeigt und an Brennpunkten entschieden durchgreift – etwa an der Caponniere. Dass dort überwiegend Ordnungswidrigkeiten wie Pöbeleien oder Ruhestörungen und nur selten Straftaten begangen werden, ist Anwohnern und verängstigten Passanten herzlich egal. Sie wollen, dass dort Ruhe herrscht. Dabei ist jedoch nicht nur die Polizei gefragt – auch die Stadt und andere Akteure müssen ihren Beitrag leisten. Der Einsatz von Streetworkern wäre beispielsweise sinnvoll. Das Thema Sicherheit ist eine Gemeinschaftssache. Ein runder Tisch kann die verschiedenen Aspekte bündeln, darf aber nicht dazu führen, dass die Probleme im Umfeld des Bahnhofs auf die lange Bank geschoben werden.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Die Neu-Ulmer Polizei ist stark belastet. Die Stadt wächst beständig und bildet zusammen mit Ulm einen Ballungsraum, der leider auch für Verbrecher attraktiv ist – vom Drogenhändler bis zum Cyberkriminellen. Damit steigen die Anforderungen an die Beamten, die an vielen Fronten kämpfen müssen. Deshalb hat OB Noerenberg recht, wenn er mehr Polizisten für Neu-Ulm fordert. Zumal Innenminister Joachim Herrmann Verstärkung versprochen hat.

OB Gerold Noerenberg fordert mehr Polizisten für Neu-Ulm

Wie sicher ist Neu-Ulm? Jetzt spricht die Polizei

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren