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Neu-Ulm

26.08.2017

Gerechtigkeit steht für ihn ganz oben

Elmar Heim aus Nersingen will für die Linke in den Bundestag einziehen. Bestimmend für das Wahlprogramm der Partei ist vor allem ein Thema: Gerechtigkeit.
Bild: Alexander Kaya

Elmar Heim aus Nersingen setzt sich seit Jahren für dieses Ziel ein – zunächst als Gewerkschafter, dann auch in der Politik. Jetzt will er für die Linke in den Bundestag einziehen.

Bei seinem ersten Einsatz für die Rechte von Arbeitnehmern kämpfte Elmar Heim für sich selbst – und für Handschuhe. Heim, der damals 16 Jahre alt war, machte gerade in Lauingen (Landkreis Dillingen) eine Ausbildung zum Schlosser. Handschuhe bei einer solchen Arbeit zu tragen, sei verpönt gewesen. Heute würde man es als „No-Go“ bezeichnen, sagt er. „Man hat gesagt: Wenn du richtig arbeitest, hast du auch genug Hornhaut an den Händen.“

Doch Heim ließ nicht locker und lehnte sich nicht nur gegen Meister, Obermeister und Produktionsleiter auf, sondern auch gegen seinen eigenen Vater, der im selben Betrieb arbeitete. „Es war eine harte Auseinandersetzung“, erinnert sich der 65-Jährige. Doch die lohnte sich: Unterstützt von Jugendvertretung und Betriebsrat setzte Heim seine Forderung durch – und kämpft seitdem für die Arbeiter, Angestellte und Gerechtigkeit: zunächst als Gewerkschafter, dann auch in der Politik. Jetzt will er für die Linke in den Bundestag einziehen.

Gerechtigkeit steht immer noch ganz oben auf der Liste der Dinge, die Heim und die Linke politisch erreichen wollen: Die Partei einen Mindestlohn von 12 Euro die Stunde. Die Rente soll mindestens 1050 Euro betragen. „Es ist gerecht, wenn die Menschen wieder eine Rente kriegen, die zum vernünftigen Leben ausreicht, und die Menschen nicht mehr zusätzlich auf Sozialhilfe angewiesen sind.“ Finanziert werden soll das unter anderem durch die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer sowie die Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 55 Prozent. Schließlich lebe die Gesellschaft heute im Überfluss – den müsse man nur besser verteilen. Auch die Gesundheitspolitik soll sich ändern, Heim will ein Ende der „Zwei-Klassen-Medizin“.

Bereits vor vier Jahren trat der Nersinger als Bundestagskandidat der Linken im Wahlkreis an. Dieses Mal sei vor allem die Stimmung im Land eine andere, sagt Heim – sowie die bestimmenden Themen. „Die Aspekte Flüchtlinge und Integration fließen schon schwer in die Debatte mit ein.“ Egal, bei welcher Wahlkampfaktion er mit Menschen ins Gespräch komme, immer wieder drehe es sich darum. Er habe das Gefühl, dass sich viele Bürger eine andere Politik wünschen und auch differenzierter zu den Parteien stehen – nicht mehr nur alles gut oder alles schlecht finden. Doch seiner Meinung nach sind viele Wähler noch unentschlossen.

In der Flüchtlingspolitik vertritt die Linke den Ansatz: Fluchtströme durch die Beseitigung von Fluchtursachen verhindern. Dazu will die Partei die Rüstungsexporte drosseln. „Es ist logisch, dass, wenn ich Waffen an alle möglichen Länder liefere, dort auch mit ihnen gekämpft wird.“ Und kriegerische Mittel hatten Probleme auch in der Vergangenheit nicht gelöst, sondern verschlimmert, so Heim.

Bis 2005, als Heim die „Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit“ (WASG) in der Region mitbegründete, war er parteilos. „Es gab keine, in der ich Mitglied sein wollte“, erklärt er und fügt hinzu: „Es gab zwar inhaltliche Berührungspunkte, aber nicht so viele, das ich dachte: Da trete ich bei und unterstütze das.“

Im Gegensatz zu den meisten anderen Parteien, blickt einem Heims Gesicht nicht von den Wahlkampfplakaten der Linken entgegen. „Es geht nicht in erster Linie um die Person, sondern um die Inhalte“, so das Credo. Er nennt den „Hype“ um SPDs Spitzenkandidat Martin Schulz als Beispiel: Er sei „als Marke hochgejubelt“ worden, in den Umfragewerten dann jedoch recht schnell wieder abgestürzt. Heim ist überzeugt: „Wenn die Leute vom Inhalt überzeugt sind, wählen sie auch die Person.“

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