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30.03.2009

Geschichte und Geschichten über die Jagd im Landkreis

Landkreis Ihr 50-jähriges Bestehen als "eingetragener Verein" feiert die Kreisgruppe Neu-Ulm im Landesjagdverband in diesem Jahr. Anlass genug, das Jubiläum gebührend zu begehen - mit einem großen Jagdkonzert, das Ende Oktober im Edwin-Scharff-Haus stattfindet. Es handelt sich dabei um eine gemeinsame Veranstaltung mit der Neu-Ulmer Zeitung. Der Erlös ist für das Leserhilfswerk "Kartei der Not" bestimmt.

Christian Liebsch, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe, erzählt von den Anfängen der Jägerei im Landkreis. Die Jäger bildeten hier schon vor der Gründung eines "eingetragenen Vereins" eine Vereinigung. Allerdings lässt sich kein eindeutiges Gründungsdatum dieser Jägervereinigung ausmachen, die sich aus zunächst losen Zusammenkünften entwickelte. 1948 war Wilhelm Graf von Moy 1. Vorsitzender der Jägervereinigung in Illertissen. Im damaligen Kreis Neu-Ulm übernahm im selben Jahr Josef Remmele übergangsweise das Amt des Vorsitzenden der Jägervereinigung von Hubert von Dreer, um es noch im gleichen Jahr an Josef Zahn zu übergeben. Waffenbesitz und Jagd waren damals noch den Besatzungsmächten vorbehalten.

1954 wurde im Gasthaus "Taverne" in Pfaffenhofen die Jagdhornbläsergruppe Neu-Ulm auf Initiative von Otto Bönisch gegründet. Weitere Gründungsmitglieder waren Josef Ade, Josef Batke, Siegfried Bucher, Georg Glaser, Hermann Mossmayer, Felix Reithemann, Franz Riggenmann und Josef Willbold. Der erste Auftritt erfolgte 1956 beim Jägerball in Senden.

1957 verunglückte der 1. Vorsitzende der Jägervereinigung Neu-Ulm, Josef Zahn, auf dem Heimweg von einer Jagdversammlung in Emershofen tödlich, als er nahe Thalfingen mit seinem Fahrzeug in eine Kiesgrube stürzte. Dr. Edmund Conrady, Zahnarzt aus Nersingen, übernahm den Vorsitz. Sein Stellvertreter wurde Karl Oetinger, Unternehmer aus Weißenhorn.

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Unter der neuen Vorstandschaft wurde eine Satzung erarbeitet und die jagdliche Organisation nahm die Rechtsform eines eingetragenen Vereines mit der Bezeichnung "Bayerischer Jagdschutz- und Jägerverband, Kreisgruppe Neu-Ulm e. V." an. Die Ersteintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht erfolgte am 30. Juli 1959.

Bereits 1958 wurde in der Kreisgruppe Neu-Ulm unter der Leitung von Josef Batke der erste Vorbereitungslehrgang mit anschließender Brauchbarkeitsprüfung durchgeführt. Später folgten auch Herbstzuchtprüfungen, Verbandsgebrauchsprüfungen und Sonderprüfungen. Die Teilnehmer kamen bis aus Württemberg, aus dem Allgäu und aus benachbarten Landkreisen.

Baron Dieter von Malsen, zu dieser Zeit Vorsitzender der Jägervereinigung Illertissen, organisierte 1963 eine Reise der Neu-Ulmer Jagdhornbläser nach Paris, wo sie zur Einweihung der "Bäckerei Malsen" bliesen und unvergessliche Tage erlebten. 1964 wurde auch auf Initiative von Baron von Malsen die Bläsergruppe Illertissen gegründet, der Baron beschaffte die Jagdhörner. Darüber hinaus verstand er es, rauschende Jägerfeste zu organisieren, von denen die Jäger noch heute erzählen. 1968 übernahm Karl Oetinger das Amt des 1. Vorsitzenden der Kreisgruppe Neu-Ulm von Dr. Edmund Conrady.

Die Geschichte der BJV-Kreisgruppe Neu-Ulm ist auch zum Teil die Geschichte der ehemaligen BJV-Kreisgruppe Illertissen bis zur Fusion im Jahre 1972. Im Vereinsregister des Amtsgerichts Illertissen ist unter Nr. 66 am 4. November 1967 folgender Eintrag erfolgt: "Kreisgruppe Illertissen im Landesjagdverband Bayern e. V. mit Satzung, 1. Vorsitzender Otto Sandler, 2. Vorsitzender Erich Kelber." Nach der Gebietsreform löste sich dieser Verein auf und fusionierte mit der Kreisgruppe Neu-Ulm. Das mit übernommene Illertissener Bläsercorps erhielt den Namen "Bläsercorps Neu-Ulm Süd".

1978 übergab Karl Oetinger das Amt des 1. Vorsitzenden der Kreisgruppe Neu-Ulm an seinen Sohn Karl-Heinz Oetinger. Der Jagdhornbläser Erich Albrecht, erfahrener Afrika-Jäger, organisierte 1986 eine Namibia-Reise für seine Bläserkameraden. Neben diversen Auftritten wurde eine Safari unternommen und auch gejagt. Jeder Teilnehmer hatte "Waidmannsheil". 1988 wurde Josef Batke als Nachfolger von Karl-Heinz Oetinger zum 1. Vorsitzenden der Kreisgruppe Neu-Ulm gewählt. Die 41. Landesversammlung (heute Landesjägertag) des Landesjagdverbandes Bayern fand vom 27. bis 29. April 1990 in Neu-Ulm statt. Dabei umrahmten die Jagdhornbläser eine Hubertusmesse in der Stadtpfarrkirche Neu-Ulm und gaben anschließend ein Konzert mit den Ulmer Jagdhornbläsern, in dem abwechselnd von beiden Seiten der Donau geblasen wurde. Im April 2004 übernahm Christian Liebsch das Amt des 1. Vorsitzenden von Dr. Martin Königsberger, der die Kreisgruppe seit 1998 führte und sich als 2. Vorsitzender weiter zur Verfügung stellte. Im Juni des selben Jahres wurde das 50-jährige Gründungsjubiläum der Bläsergruppe Nord mit einem Festakt in Beuren und das 40-jährige Jubiläum der Bläsergruppe Süd im Rahmen der Hubertusmesse in Roggenburg gefeiert.

Die Kreisgruppe Neu-Ulm führt ab 16. Mai wieder einen Lehrgang zur Vorbereitung auf die staatliche Jägerprüfung durch. Erfahrene Jäger, Förster, Tierärzte und Polizeibeamte bilden die Anwärter/innen im Unterrichtsraum in Weißenhorn und im Lehrrevier nahe Wallenhausen aus. Weitere Informationen und Anmeldung beim Info-Abend am Freitag, 17. April, von 19 bis 20 Uhr, im Schützenheim der Schützengesellschaft Weißenhorn, 1. Stock, oder beim 1. Vorsitzenden, Christian Liebsch, Telefon (07302) 33 68 oder unter info@jagd-neu-ulm.de.

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