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10.07.2010

Geschick vor Geschwindigkeit

Macht im blauen Blazer und mit Halstuch auch hinter dem Steuer eine gute Figur: Christa Baeberow, die Vorsitzende des Damen-Automobilclubs Baden-Württemberg.

Wullenstetten Spaß am Autofahren und auch ein wenig am Kniffeln sind die besten Voraussetzungen, um sich im Kreis des Deutschen Damen-Automobilclubs (DDAC) wohlzufühlen. Den Landesverband Baden-Württemberg lenkt Christa Baeberow aus Wullenstetten. Sie und ihre Klubfreundinnen machen eine gute Figur auch hinter dem Steuer. Denn sie tragen eine einheitliche Klubkleidung, wenn sie zu den Rallyes antreten: Blauer Blazer und ein blau-weißes Halstuch mit Kleeblatt sind ihre Markenzeichen.

Mit Geschwindigkeit haben die Damen nicht viel am Hut, eher doch mit Geschicklichkeit. Und dazu ist Zeit notwendig, um die Aufgaben richtig zu lösen. Sonst verfranzt man sich womöglich und bleibt irgendwo mitten in der Prärie hängen. "In drei Stunden müssen rund 65 Kilometer zurückgelegt und sechs Aufgaben gelöst werden", sagt Christa Baeberow und deutet damit an, dass niemand wie wild aufs Gaspedal drücken muss, um ans Ziel zu kommen. Köpfchen und Kooperationsfähigkeit zwischen Pilotin und Beifahrern sind gefragt. Und eine ordentliche Portion Orientierungsvermögen. Sie müssen sich mit ihrem Kartenmaterial auskennen und Aufgaben lösen, die oft recht kniffelig sind und als "Spinne", "Windrose" oder "Drehwurm" bezeichnet werden. Es sind Koordinaten zu bestimmen, Maßstäbe ins Verhältnis zu bringen und so mancher Hinweis muss entschlüsselt werden. Dass solche Kenntnisse nicht an einem Tag erlernt werden können, ist Christa Baeberow bewusst.

Navi und Handy sind tabu

Absolut tabu sind Navi und Handy, Letzteres ist nur im Notfall zugelassen. Mit Argusaugen wachen Streckenposten über den Kurs. Immer wieder ist der richtige Weg nachzuweisen, etwa mit dem Eintrag von Straßennamen in die Bordkarten. Wer als Erster die Zielflagge passiert und die wenigsten Fehler gemacht hat, ist Sieger. Die "Gymkhana", wie die Geschicklichkeitsprüfung genannt wird, ergänzt die Rallye. Slalom, Einparken und weitere Schikanen müssen gemeistert werden. "Der Parcours wird vom Automobil-Club für Deutschland (AvD) aufgebaut, der Dachorganisation des DDAC. Natürlich werden auch regelmäßig Übungsfahrten und sogenannte "Tisch-Rallyes" absolviert, die in gemütliches Beisammensein münden.

Geschick vor Geschwindigkeit

Vor fast 50 Jahren hat Christa Baeberow ihren Führerschein gemacht. Sie schätzt, dass sie seitdem rund 800 000 Kilometer zurückgelegt hat. Ihr erstes Auto war ein hellblauer VW Käfer, erinnert sie sich. Mindestens sieben Autos hatte sie bis heute, darunter auch ein MG Cabrio, das sie noch in bester Erinnerung hat. Und auch den Opel Kapitän ihres Vaters. "Gleich nach dem Führerschein sind wir 2000 Kilometer durch die Schweiz, Frankreich und die Benelux-Länder gereist. Und ich war am Steuer, das war richtig schön", schildert sie, als wäre sie erst gestern zurückgekommen. Dank des Vaters durfte sie bereits als 17-Jährige auf dem Firmenhof herumkurven. Neun Fahrstunden brauchte sie zum Führerschein. Seit 1972 lebt sie zusammen mit ihrem Ehemann in Senden und über eine gute Freundin aus Weißenhorn fand die frühere Unternehmerin vor über 20 Jahren den Einstieg in den Damen-Automobilclub. 2006 wurde sie Vorsitzende des Landesverbands Baden-Württemberg, der insgesamt 21 Mitglieder zählt. Für ihre Verdienste um die Ausrichtung der dreitägigen Orientierungsfahrt im Mai mit circa 130 Teilnehmern wurde ihr die goldene Klubnadel verliehen. Auch sonst hat sie in der Zwischenzeit zahlreiche Auszeichnungen für erfolgreiche Rallyeteilnahmen gesammelt. Es ist in einer Zeit, in der immer mehr Frauen berufstätig sind, nicht einfach, Mitglieder zu gewinnen. Deshalb freut sich Christa Baeberow über interessierte Frauen, die gerne "in Fahrt" sind.

Deutscher Damen-Automobilclub, Landesclub Baden-Württemberg, Christa Baeberow, Telefon (07307) 21245, Mail: BFT.Baeberow@t-online.de

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