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Ulmer Denkanstöße

05.03.2012

Gesellschaft im Wandel

Notker Wolf, der festredner 2012
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Notker Wolf, der festredner 2012
Bild: Foto: Humboldt Studienzentrum

Noch unvergessen ist der Abgang des großen Philosophen Peter Sloterdijk von der Stadthausbühne mit Erich Kästner: „Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen!“ Ein Jahr später ist Notger Wolf, Abtprimas der Benediktinischen Konföderation Rom, nicht in Sachen Menschheitsgeschichte, sondern als Tippspender für eine Lebensgestaltung Festredner der Auftaktveranstaltung der „Ulmer Denkanstöße“, die sich dem gesellschaftlichen Wandel unterm Motto „Leben um zu arbeiten – arbeiten um zu leben?“ verschrieben haben.

Von Roland Mayer

Ulm Auch der Veranstaltungsreigen der fünften Folge dieser hoch angesehenen Vortrags- und Kulturreihe, die vom 14. bis 17. März unter der Schirmherrschaft von Bundesbildungsministerin Annette Schavan im Stadthaus über die Bühne geht, ist federführend vom Humboldt-Studienzentrum der Universität Ulm in Zusammenarbeit mit der Hauptabteilung Kultur mit Unterstützung der Stiftung Kunst und Kultur (Sparda-Bank Baden-Württemberg) entwickelt worden. Das aktuelle Thema „Arbeit im Wandel der Geschichte“ passt Kulturbürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle zur Stadt, die als Wirtschaftsstandort spitze ist.

„Das Stadthaus ist das Herz von Ulm“, sagt Günther Przyklenk (Sparda-Bank). Und wie bei Sloterdijk, wird auch der Eröffnungsvortrag von Notger Wolf wieder aus dem Stadthaussaal nach draußen übertragen. Für Professor Renate Breuninger Geschäftsführerin des Humboldt-Studienzentrums der Universität Ulm, ist Arbeit nicht nur ein Broterwerb, sondern auch Sinnstiftung. Nach ihrer Auswahl und Einschätzung erfassen die Vorträge und Impulsreferate die Spanne von Identität, Burn-out bis hin zu arbeitslos. Es sei eine Fehlentwicklung der deutschen Gesellschaft, Anerkennung ausschließlich im Beruf finden zu wollen. Um diese Transparenz bis hin zu einer kreativen Freizeitgestaltung und das „was wir tun können“, geht es in diesen 5. Ulmer Denkanstößen“.

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Abtprimas und Bestsellerautor Wolf wird am Donnerstag, 15. März, um 19.30 Uhr, ausgehend vom benediktinischen Leitmotiv „ora et labora“, das auch im ehemaligen Wiblinger Kloster gelebt wurde, sich für eine humane Lebensgestaltung in einer komplexen Welt starkmachen.

Impulsreferate im Symposium vertiefen ab Freitag Geschichte und Wandel des Arbeitsbegriffes: Der Darmstädter Philosoph Christoph Huib will ab 14.30 Uhr den Begriff Arbeit mit der Entwicklung zu neuer Individualität verknüpfen; die Ludwigshafener Professorin Jutta Rump denkt Perspektiven einer zukunftsfähigen Personalarbeit vor. „Tempo, Vielfalt und Zyklen der Arbeit nehmen ständig zu, sodass die Menschen kaum noch Erholungspausen hätten, sagt Breuninger angesichts permanenter Erreichbarkeit durch Handy, iPad und Laptop.

Deshalb entwirft Dominik Enste, der Kölner Wirtschaftsethiker und Volkswirtschaftsprofessor vom Institut der Deutschen Wirtschaft, noch vor 16.30 Uhr im Stadthaus Blicke auf Arbeitsmodelle der Zukunft. Und mit seinem Plädoyer für Musestunden will Bestsellerautor Ulrich Schnabel beim Freitagsabendvortrag um 17 Uhr mit seinem Plädoyer für ausgefüllte und erfüllte Musestunden einen Kontrapunkt setzen.

Künstlerische Beiträge laufen bereits am Mittwoch, 14. März an: Um 18 Uhr spielt im Xinedome der Reitman-Streifen „Up in the Air“ mit Georg Clooney als reflexionsfähigem Entlassungswüterich Ryan Bingham. Am Donnerstag folgt um 18 Uhr „Der Aufstand der Praktikanten“. Und dass Geld nicht stinkt, will ein Musikkabarett mit Veit Hübner, Karl Albrecht Fischer und Michael Speer am Freitagabend um 20 Uhr im Stadthaus belegen.

Am Samstag, 17. März, vermittelt Psychologin Anja Gerlmaier um 14 Uhr einen Ausgleich zwischen Arbeits- und Lebenswelt. In einem weiteren Impulsreferat bewegt sich die Psychologin und Unternehmensberaterin Anna Gamma auf den Spuren von Mann und Frau in Führungspositionen (14.30 Uhr). Zuvor spricht Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner um 14 Uhr zum Thema „Ulmer Arbeitswelten“. Und Zukunftsforscher Matthias Horx wird zum Abschluss 17 Uhr) über neue Trends berichten.

5. Ulmer DenkanstößeEröffnung ist am Donnerstag, 15. März, um 19 Uhr, im Ulmer Stadthaus. Den Festvortrag hält Abtprimas Notker Wolf. Anmeldung hierzu beim Humboldt-Studienzentrum der Universität Ulm unter Telefon 0731/502-3461

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