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Messe

19.10.2016

Gesucht: Engagierte Ehrenamtler

44 Einrichtungen stellen in Neu-Ulm ihr Programm vor. Wer zwei Sachen beachtet, findet das passende Projekt zum Helfen

Linda Alhijawi arbeitet seit drei Monaten im Ulmer St.-Anna-Stift. Die junge Frau aus Palästina hat beim Malteser Hilfsdienst eine Ausbildung zur Schwesternhelferin gemacht. Sobald Asylbewerber genug Deutsch können, dürfen sie die dreimonatige Intensivausbildung starten. „Linda hat in der Ausbildung sehr hart gelernt – vor allem die medizinischen Vokabeln“, erzählt Tosca Szmrecsanyi aus dem Vorstand der Malteser. Und das neben der Erziehung von fünf Kindern. Doch es hat sich für die 34-Jährige gelohnt. „Die Arbeit ist manchmal anstrengend, aber es macht trotzdem viel Spaß“, sagt Alhijawi. Während ihrer Ausbildung wurde sie von ehrenamtlichen Tutoren unterstützt, die mit ihr gelernt haben.

Ungefähr 35 Ehrenamtliche engagieren sich bei den Maltesern für Flüchtlinge. Das dürften nach Meinung von Szmrecsanyi aber gerne mehr werden – nicht nur bei den Maltesern. Passend dazu hat die Ehrenamtsmesse dieses Jahr den Schwerpunkt Flüchtlingshilfe. Christina Richtmann, Vorsitzende des veranstaltenden Vereins Initiative Ehrenamt, stellte das Programm für die mittlerweile dritte Messe am Samstag, 22. Oktober, vor. Im vergangenen Jahr hätten die befragten Besucher sich zusätzliche Vorträge gewünscht, sagt Richtmann. Deswegen wird es passend zum Schwerpunkt eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe“ geben.

Das wichtigste Thema für Leute, die sich engagieren wollen, wird aber der Vortrag „Wie finde ich mein passendes Ehrenamt?“ sein. „Viele wissen einfach nicht, wie sie es richtig anpacken sollen“, sagt Richtmann. Welches Ehrenamt sich für wen eigne, komme vor allem auf die individuellen Interessen an. „Was macht mir Spaß?“ sei die wichtigste Frage, die Interessierte sich vorab stellen sollten. „Der Helferdrang alleine reicht auf Dauer nicht aus“, sagt Richtmann. Außerdem sei es wichtig, sich zu überlegen, wie viel Zeit man hat – und wann. Die meisten Ehrenamtlichen seien älter als 50, aber auch immer mehr Junge engagierten sich, sagt Richtmann.

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44 regionale Einrichtungen stellen sich und ihr Programm auf der Ehrenamtsmesse vor. Besonders gesucht seien Helfer im Seniorenbereich, zum Beispiel als regelmäßige Besucher oder als Begleitung zu Arztterminen. Doch was auch immer die Besucher auf der Messe interessiert: „Bei der Fülle an Einrichtungen ist für jeden etwas dabei“, sagt Richtmann. Unter den Ausstellern sind zum einen größere Einrichtungen wie etwa das Bayerische Rote Kreuz und das Diakonische Werk Bayern, das auch Plätze für das Freiwillige Soziale Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst vermittelt. Aber die Besucher können auch kleinere Initiativen entdecken, wie etwa die Spendenplattform betterplace.org oder die Selbsthilfegruppe Deutsche Sauerstoffliga.

Auch diesen Samstag werden die Besucher zur Messe befragt. Das übernehmen Studenten der Fachrichtung Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation (Imuk) der Hochschule Neu-Ulm. Und sie könnten viel zu tun haben: Christina Richtmann hofft, dass nach 500 Besuchern bei der ersten Messe nun 1000 Menschen den Weg ins Edwin-Scharff-Haus finden. Wer am Samstag keine Zeit hat, muss sich aber nicht grämen: Die Ehrenamtsmesse wird es auch ein viertes Mal geben. Der Herbst hat sich laut Richtmann allerdings nicht bewährt, deswegen wird die nächste Veranstaltung wieder im Frühjahr stattfinden.

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