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Kriminalstatistik

25.03.2011

Gewalt auf der Straße nimmt weiter zu

Mehr Körperverletzungen in Ulm und im Alb-Donau-Kreis

Ulm Zunehmende Gewalt macht der Polizeidirektion Ulm Sorge. Die Zahl der sogenannten Rohheitsdelikte – in erster Linie Körperverletzungen und Raubüberfälle – stieg 2010 gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf 2038 an. Ähnlich wie in Neu-Ulm ereignen sich viele der Taten am Wochenende und im Umfeld von Diskotheken. Alkohol spielt dabei eine maßgebliche Rolle.

„Wir sind gerade dabei, diesen Bereich genau zu analysieren“, erläuterte Kriminaldirektor Karl-Heinz Keller, Leiter der Polizeidirektion Ulm, gestern bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2010. Doch klar sei, dass die Taten vor allem in den späten Nachtstunden am Wochenende begangen würden. Übermäßiger Alkoholkonsum sei eine der Hauptursachen für die Aggressionen. „Gruppendynamik kommt dazu.“

Zahl der Körperverletzungen stieg seit 2001 um 66 Prozent

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Seit 2001 ist die Zahl der Körperverletzungen in Ulm und im Alb-Donau-Kreis um 66 Prozent gestiegen. „Mit unserer Konzeption zur Bekämpfung von Gewalt, Alkoholmissbrauch und zum Schutz der Jugend ist es uns 2008 gelungen, die Zahlen zu reduzieren und 2009 den Anstieg moderat zu halten“, so Keller. Den Anstieg 2010 sieht er in einem Bündel von Ursachen, denen nun mit Kommunen und Verantwortlichen begegnet werden soll. Mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei werde in den nächsten Monaten die polizeiliche Präsenz in den Innenstädten verstärkt.

Auch vorbeugend will die Polizei noch intensiver tätig werden. „Mit 41 Prozent ist der Anteil der Jungtäter an der Gewaltkriminalität auffallend hoch. Deshalb ist es richtig, neben der Drogenprävention auch mit Gewaltprävention in die Schulen zu gehen, um junge Menschen früh im Umgang mit Konflikten zu schulen“, sagte Polizeihauptkommissar Thomas Probst, Leiter der Polizeilichen Prävention in Ulm. Die Präventionsbeamten und die Jugendsachbearbeiter der Polizeireviere besuchen regelmäßig die sechsten Klassen der weiterführenden Schulen. Diese Kooperation habe sich bewährt.

So gelinge es auch, jungen Menschen Medienkompetenz zu vermitteln, um im Umgang mit den neuen Medien nicht nur Gewaltexzesse zu erleben und zu erfahren, sondern auch die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und danach zu handeln. Mit Projekten wie „Hand in Hand“ konzentriert sich die polizeiliche Prävention auf Migranten, um Integration zu verbessern.

Insgesamt hat die Ulmer Polizei im Vorjahr 6735 Tatverdächtige ermittelt, die 9838 Straftaten begangen haben. Knapp die Hälfte davon trat erstmals polizeilich in Erscheinung. 29 Prozent der Tatverdächtigen waren Ausländer. Die Grenzlage zu Bayern und die guten Verkehrsanbindungen ins Umland sind nach Ansicht der Polizei Ursache dafür, dass nur etwa die Hälfte der Täter auch im Bereich der Polizeidirektion Ulm wohnt. Der Anteil weiblicher Tatverdächtiger beträgt 24 Prozent.

Im Fokus stehen aber natürlich nicht nur die Täter, sondern auch die Opfer von Straftaten. Für 2010 weist die Statistik 2432 Opfer aus, 198 mehr als im Jahr davor (plus neun Prozent). Ein Drittel der Opfer (31 Prozent) ist jünger als 21 Jahre, der Anteil der über 60-Jährigen mit 5,5 Prozent dagegen gering. Knapp zwei Drittel der Opfer (62 Prozent) sind männlich. Rohheitsdelikte und Straftaten gegen das Leben richten sich überwiegend gegen Männer (65 Prozent), Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung fast ausschließlich gegen Frauen (93 Prozent). Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, ist bei männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden am höchsten.

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