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15.06.2009

Gewaltige Stimmen

Weißenhorn (reba) - Viel besser hätte man eine neue "opera buffa" nicht in die Welt setzen können. Mit "La Fantesca" Adolf Hasse, ein Zeitgenosse Mozarts, setzte sich der Verein Weißenhorner Kammeroper selbst ein kleines Denkmal. Bearbeitet von Heinrich Graf und unter der Regie von Ulrike Keller Tritschler begeisterten die Darsteller im ausverkauften historischen Theater in Weißenhorn. Die ursprünglich italienische Fassung der lustigen Oper wurde von Graf nicht nur ins Deutsche übersetzt, sondern gleich auch noch mit hochkarätigen Sängern ausgestattet. Der "Star der Herzen" war sicherlich Yuko Kakuta, die mit unglaublicher Stimme das Publikum fesselte. Als Merlina, das feminine Gegenstück zu Merlin, verwandelte diese sich in die verschiedensten Rollen, um ihren Capitano Galoppo zu umgarnen. Sungmin King stellte ihn nicht weniger stimmgewaltig sehr authentisch dar.

Beide Sänger sind keine Unbekannten in der Welt der großen Bühne. Während Sungmin King im Stuttgarter Wilhelmatheater bereits eine feste Größe ist, gab Yuko Kakuta ihr Debüt bei den Festspielen in Aix-en-Provence. Aber auch auf den Bühnen von Berlin, Bremen Schwerin, Leipzig und Japan ist die gebürtige Japanerin zu Hause. 2005 wurde die Sopranistin sogar zur Nachwuchssängerin des Jahres nominiert. All diese Erfahrungen brachten die Sänger in das Stück "La Fantesca" mit ein und bestätigten Heinrich Graf ein gutes Händchen für die Wahl der Darsteller.

Perfekt abgerundet wurde das Stück von Vespa, gespielt von Matthias Günter, stummer Diener von Capitano Galoppo, den Merlina schlichtweg als Komplizen einspannte, um das Herz des eitlen Capitano zu erobern. Der Berliner Schauspielakrobat faszinierte mit seiner perfekten Artistik und gab der komischen Oper eine ganz besondere Würze. Trotz der sommerlichen Hitze im Weißenhorner Theater gelang es den Darstellern sofort, eine Beziehung zum Publikum aufzubauen. Brillante Arien, ans Herz gehende Duette, klare und überaus gewaltige Stimmen, sodass jedes Wort verstanden wurde - genau das erwartet ein solch anspruchsvolles Publikum.

"Das Stück ist super", fasste Waltraud Hornung das Gehörte zusammen. Schon oft war sie in den verschiedensten Opern zu Gast. "Das hier in Weißenhorn ist echt sehenswert", freute sie sich. Auch ein echter Fan der Weißenhorner Kammeroper ist der Ulmer Gerhard Görthofer. "Es ist schon toll, was Heinrich Graf immer für Sänger herbringt," meinte er. "In einem so kleinen Ambiente wie hier in Weißenhorn ist es schon etwas ganz besonderes, ein solches Stück zu sehen".

Am 4. Oktober um 16 Uhr und am 21. November um 19 Uhr gibt es noch mal die Möglichkeit, das Stück "La Fantesca" in Weißenhorn zu erleben. Zeitige Kartenreservierung ist empfehlenswert.

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