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Holzheim

18.05.2018

Gewerbegebiet am westlichen Ortsrand kommt voran

Die Eschen (Bildmitte) sollen bei der Erweiterung des Holzheimer Gewerbegebietes erhalten bleiben, der Grüngürtel im Hintergrund nicht.
Bild: Willi Baur

Der Holzheimer Gemeinderat stimmt dem Vorentwurf für den Bebauungsplan zu. Doch es gibt noch einige offene Fragen zum Naturschutz und zur Verkehrsführung.

Die geplante Erweiterung des Gewerbegebietes am westlichen Ortsrand nimmt Konturen an. Am Mittwoch hat der Gemeinderat dem Vorentwurf des Bebauungsplanes nach einer intensiven Debatte zugestimmt. Ebenfalls einstimmig hat das Gremium das Neu-Ulmer Planungsbüro Zint und Häußler mit der Abwicklung des Verfahrens für 28000 Euro beauftragt.

Planer Erwin Zint zufolge zeichnen sich einige Vorgaben im Hinblick auf den Natur- und Landschaftsschutz ab und es gibt neue Aspekte. Demnach möchte ein Mähroboter-Vertrieb, der im alten Gewerbegebiet angesiedelt ist, seinen Betrieb nach Westen hin um 250 bis 300 Quadratmeter erweitern und ein Unternehmen aus dessen Umfeld hat Interesse an 1000 bis 1500 Quadratmetern innerhalb der Erweiterungsfläche. Diese war bislang nur für die Umsiedlung des Autohauses Weiß vorgesehen, das bekanntlich im Ortsteil Neuhausen an räumliche Grenzen stößt. „Ferner müssen auf dem Erweiterungsareal möglichst viele Ausgleichsflächen geschaffen werden“, erklärte Zint.

Weitere Vorgaben seien der Erhalt der Eschen und des Wassergrabens entlang der Staatsstraße, zudem ein Abstand von 20 Metern zwischen Bebauung und Fahrbahnrand. „Zum Abstellen von Autos kann diese Fläche aber genutzt werden“, so der Planer. Lösbar sei die Erweiterung des Mähroboter-Betriebes. Zwar entfalle damit der bei der Realisierung des alten Gewerbegebietes angelegte Grüngürtel, sagte Zint, „aber der Erhalt ist unsinnig“. Vielmehr habe die Erweiterung der Firma Vorrang. Problematischer gestalte sich die Ansiedlung eines weiteren Betriebes auf der nicht ganz 8000 Quadratmeter umfassenden Erweiterungsfläche, von der überdies knapp ein Viertel für Ausgleichsmaßnahmen und Regenwasserbehandlung abgingen. „Ein zusätzlicher Betrieb würde die Zufahrt des Autohauses einschränken“, vermutete Zint. Ob die Firma Weiß damit einverstanden wäre, müsse noch besprochen werden. „Ein Termin dazu ist vereinbart“, sagte Bürgermeisterin Ursula Brauchle und bedauerte: „Leider sind wir bei unseren Planungen nicht ganz so frei wie wir gedacht hatten.“ Aber sie sei „froh, dass uns die Erweiterung überhaupt genehmigt und die Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet ausgegliedert wurde“.

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Hauptintention des Vorhabens sei gewesen, die Firma Weiß am Ort zu halten. Mit ihr besprochen werden soll auch der Vorschlag des Planers, die Gebäude mit einer extensiven Dachbegrünung zu versehen. „Sie hält 60 Prozent des Regenwassers zurück, erleichtert somit die Regenwasserbehandlung und verursacht keine erheblichen Mehrkosten“, erläuterte Zint. Weiterer Gesprächsbedarf zeichnet sich wohl auch mit dem Straßenbauamt ab. Sicher ist aus Sicht des Planers, dass die Zufahrt zum geplanten Autohaus über den Tännelesackerweg für den Schwerlastverkehr ertüchtigt werden muss. Gemeinderat Armin Frank (CSU/DG) bezweifelte, dass dessen Breite von fünf Metern ausreicht. Die von Martin Volk (SPD/UWH) aufgeworfene Frage einer Linksabbiegespur von der Staatsstraße sei noch nicht abgestimmt. „Wir werden kämpfen, dass wir keine brauchen“, sagte Zint, bezahlen müsste diese nämlich die Gemeinde.

Die kritische Situation durch hohe Geschwindigkeiten durch eine Versetzung des Ortsschildes zu entschärfen, regte Bernd Tiltscher (SPD/UWH) an. Die zuständigen Behörden reagierten hier häufig „unwillig“, meinte Planer Zint, „aber wir sollten uns dafür einsetzen“. Martin Pietschmann (CSU/DG) fragte nach der Zulässigkeit von Wohnraum. Zints Vorschlag: Wohnungen für Betriebsinhaber oder -leiter ja, aber nur integriert im Betriebsgebäude.

Herbst oder spätestens Winter soll die Erschließung ausgeschrieben werden. Die Kosten sind in der Sitzung nicht beziffert worden. „Aber bei der zu erwartenden Größenordnung könnte einem schwummrig werden“, ließ Brauchle schon mal durchblicken.

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