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Ulm

09.02.2015

Gewerkschaft prophezeit harten Verteilungskampf

Zur Warnstreikkundgebung bei Magirus kamen knapp 400 Beschäftigte. Es redet Petra Wassermann, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Ulm.
Bild: Alexander Kaya

Warnstreiks bei großen Betrieben in Ulm. Bayerische Unternehmen der Region bleiben (noch) verschont

Trotz eisiger Temperaturen versammelten sich gestern hunderte Arbeitnehmer vor dem Magirius-Werksgelände zu einer Kundgebung der Industrie Gewerkschaft (IG) Metall „Wie brauchen dieses Ritual nicht“, sagt Petra Wassermann, die 1. Bevollmächtigte, in Anspielung auf Kritik der Arbeitgeber an derartigen Veranstaltungen. Doch solange diese nur „Schwachsinn“ erzählen würden, bleibe der Gewerkschaft nichts anderes übrig, als dagegen anzukämpfen. Beschäftigte in sechs Betrieben waren am Montag zum Warnstreik aufgerufen: Unter anderem dabei: Liebherr sowie Deutz, Fiat und Iveco Magirus mit rund 2700 Teilnehmenden.

Bei den jüngsten Verhandlungen hatten die Arbeitgeber eine Entgelterhöhung von 2,2 Prozent in Aussicht gestellt. Bei der Altersteilzeit wollen die Arbeitgeber die Zugangsbedingungen auf ein Minimum zurückfahren, wie es Wassermann ausdrückte. Nach dem Willen der Arbeitgeber solle nur den in Drei-Schicht-Beschäftigten mit besonders starker Arbeitsbelastung ein Ausstieg über Altersteilzeit ermöglicht werden. Zudem soll die Quote auf zwei Prozent begrenzt werden.

„Herr schmeiß Hirn vom Himmel“, kommentierte Wassermann bei ihrer Rede von der Pritsche eines Laster herunter. Es sei gerade im florierendem Süden genug Geld im Säckel der Firmen, um die Forderungen der Gewerkschaft zu erfüllen. Bewusst würde Südwestmetall durch die Verbreitung von schöngerechneten Zahlen Verwirrung stiften. Die Arbeitgeber halten in ihren Publikationen dagegen: Die Tarifpolitik dürfte nicht für einige wenige starke Firmen finanzierbar sein, sondern müssen auch auf die Schwächeren Rücksicht nehmen. Die Gewerkschaftlerin prophezeite einen zähen Verteilungskampf um die Gewinne in den Betrieben. In den nächsten Tagen werde die Warnstreikwelle auch große bayerische Betriebe in der Region treffen.

Die „Blockadehaltung“ der Arbeitgeber in Sachen Bildungsteilzeit treibt Wilfried Schmid, dem Betriebsratsvorsitzenden bei Magirus die Zornesröte ins Gesicht. Insbesondere die Umstrukturierung bei seinem Arbeitgeber durch die Aufgabe der Lastwagenproduktion hätte gezeigt, dass der Bildungsgrad der Belegschaft das eigentliche Pfund einer Firma sei. Bezuschussen wollen die Arbeitgeber Weiterbildung aber nicht. (heo)

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