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Weißenhorn

15.04.2015

Gewichte statt Gerichte

Große Pläne für den „Engel“: Wohnungen, Tiefgarage, Fitnessstudio und eine Praxis sollen an der Hauptstraße 9 in Weißenhorn entstehen.
Bild: Andreas Brücken

Am ehemaligen Gasthaus „Engel“ in der Weißenhorner Hauptstraße soll unter anderem ein Fitness-Studio entstehen. Der Investor hat noch weitere Pläne für das Areal

Noch erinnert das vorwitzig schräge „B“ am Schriftzug „Engel“ an ausgelassene Partys der vergangenen Faschingssaison. Doch für den Inhaber Thomas Mayerhofer gehören die Feste im historischen Gasthaus an der Hauptstraße 9 in Weißenhorn der Vergangenheit an. Auf Anfrage erklärte der Bauherr, dass er zwischen den Gaststätten Barfüßer, Hasen und Löwen mit Sicherheit keinen Platz mehr für ein weiteres Lokal sieht. Er hat andere Pläne: ein Wohn- und Geschäftshaus soll entstehen, ebenso eine Tiefgarage. Einer Voranfrage zum Um- und Ausbau haben die Stadträte im Bauausschuss nun zugestimmt.

Die Planungen befänden sich noch „in der Findungsphase“, so Mayerhofer. „Doch mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit wird in Zukunft im Engel etwas für die Gesundheit angeboten.“ Angedacht sei eine Praxis für Physiotherapie sowie ein Fitnessstudio „für gehobene Ansprüche“. Auch wenn die Verhandlungen dazu noch laufen und bisher noch kein konkreter Zeitplan aufgestellt worden ist, hofft Mayerhofer, möglichst bald mit den Arbeiten beginnen zu können. Rund 2,8 Millionen Euro sind für den Umbau veranschlagt. Zur Kaufsumme der historischen Immobilie wollte sich der Investor nicht äußern.

Das denkmalgeschützte Gebäude verfügt über reichlich historische Bausubstanz. Erhaltenswert machen es laut eines Katalogs die markante spätklassizistische Fassade und die Rundbogenfenster. Das Rückgebäude, in dem eine Brauerei untergebracht war, weist neuromanische Formen auf. Mayerhofer will das Gebäude sanieren und dessen Optik zur Straße aufgrund von Illustrationen rekonstruieren.

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Eine Tiefgarage, die über einen Fahrzeugaufzug an der Martin-Kuen-Straße zu erreichen sein wird, soll Platz für zwölf Autos bieten. Im Bauausschuss stieß diese Idee auf Zustimmung – man überlegte sogar, ob sich die Stadt nicht mit weiteren Plätzen an dem Projekt beteiligen könnte. Bürgermeister Wolfgang Fendt erteilte diesen Spekulationen eine Absage. Es handele sich zunächst nur eine Bauvoranfrage.

Auf dem rückwärtigen Teil des Grundstücks soll ein Wohn- und Geschäftshaus angebaut werden. Der alte Bestand bleibt vollständig erhalten.

Stadtbaumeisterin Conny Roth erklärte in der Sitzung, dass sich das vorgesehene viergeschossige Gebäude gut in die Umgebung einfügen werde. In der Stellungnahme der Stadt zum Bauvorhaben ist zu lesen, dass die Verwaltung, das Landratsamt und auch schon teilweise das Denkmalamt das Vorhaben ausdrücklich begrüßen. Sie sprechen von einer Aufwertung des Quartiers. Mehrere Modellvarianten legte Maierhofer dafür im Rathaus bereits vor und erhielt nun schließlich im Bauausschuss das Einvernehmen der Räte.

Restaurator Mayerhofer hat sich mit seinen Sanierungen in der Fuggerstadt bereits einen Namen gemacht. Unter anderem renovierte er das 400 Jahre alte Stadthaus in der Hauptstraße zwei, in dem heute die „Anziehbar“ untergebracht ist.

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