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Weißenhorn/Pfaffenhofen

18.07.2016

Goggomobil-Liebhaber zeigen ihre Schätze

Nach ihrer Ausfahrt nach Weißenhorn trafen sich die Goggomobil-Liebhaber schließlich bei Organisator Siegfried Haisch in Balmertshofen und fachsimpelten über die ihre kleinen Schätze.
Bild: Thorsten Pahl

Wenn sich Liebhaber der Kleinstwagen treffen, trifft Nostalgie auf Passion – und staunende Passanten. So wie am Wochenende in Pfaffenhofen und Weißenhorn.

Zuerst ist das Knattern der Auspuffrohre zu hören. Kurz darauf rackern sich die kleinen, bunten Goggomobile die leichte Steigung in Richtung Oberes Tor in Weißenhorn hinauf, bläulicher Qualm folgt einem jeden der elf Autos. Wie an der Perlenkette aufgezogen fahren die bunten Kleinstwagen in Richtung Brunnen und reihen sich auf dem Platz neben der gut besuchten Eisdiele ein. Der typische Geruch von Zweitaktmotoren verbreitet sich in der warmen Sommerluft.

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Heidi Brühls Lied aus dem Jahr 1960 „Wir wollen niemals auseinander gehen“ dringt aus dem offenen Schiebedach eines genauso alten Goggomobils und lockt die Passanten zu dem nostalgischen Schauspiel. Eine Frau im weißen Petticoat-Kleid legt den Benzinhahn im Heck des Autos um, steigt aus ihrem „Bärle“ und schwingt ihr linkes Bein auf die Stoßstange. „Papa, was sind denn das für lustige Autos?“, möchte ein kleines Kind wissen, doch Papas Aufmerksamkeit ist – wie auch seine Kamera – ganz und gar auf diese Szene gerichtet.

„Mit dem Auto fährt man um die Welt, mit dem Goggomobil erfährt man sie“: Siegfried Haisch, Organisator des privaten Treffens, trägt diese Worte auf der Heckscheibe seines gelben Autos – sein eigenes Zitat. „Seit 16 Jahren fahre ich Goggomobil“, erklärt der 54-Jährige. „Im Jahr 2000 habe ich es aus dem Schrott geholt und restauriert. So wie alle hier anwesenden.“ Er zeigt auf die zehn Autos, die links und rechts neben dem Seinen stehen. Deren Nummernschilder verraten, dass auch Vertreter aus Braunschweig, dem Nürnberger Land und gar aus der Schweiz vor Ort sind. Sie seien hier in Weißenhorn, um ein Eis zu essen oder sich im nahegelegenen Biergarten zu erfrischen, verrät Haisch, betont dabei allerdings, dass Alkohol erst bei der Ankunft in Balmertshofen fließen werde.

Goggomobil-Liebhaber zeigen ihre Schätze

Über das Jahr verteilt – vor allem zu den warmen Jahreszeiten – treffen sich Goggomobil-Besitzer aus Deutschland und den Nachbarländern zu mehreren Ausfahrten, Treffs und gemeinsamen Ausflügen. So kommen einige erst kürzlich von einer Kroatien-Rundfahrt zurück, treffen sich in Balmertshofen und fahren schon zwei Tage später gemeinsam nach Tirol.

„Das Goggomobil ist wie ein Virus. Wie eine Sucht.“ So drückt es Anton Plass aus Pforzheim aus. Mit 82 Jahren ist er einer der ältesten Anhänger der Kultautos, die in Weißenhorn Station machen. Er besitzt selbst fünf Exemplare und teilt trotz seines Alters die Meinung der Anwesenden: „Wir lieben schmutzige Finger und reparieren alles selbst.“

Als dann das gesamte Dutzend Wagen im kleinen Hof von Siegfried Haisch Platz gefunden hat, wird zusammen in der Garage, die eher einem Goggomobil-Schrein gleicht, gegessen und gefeiert. Der Geruch von Fleisch auf dem Grill ist gerade für Männer ein Highlight der heißen Jahreszeit. Doch manche von ihnen haben dabei den Duft eines Zweitaktmotors zumindest im Hinterkopf.

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