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Ulm

23.04.2014

Größter Bordellbetreiber der Region: Prinz Marcus von Anhalt verhaftet

Rotlichtkönig Prinz Marcus umgibt sich gerne mit schönen Frauen, unser Archivbild zeigt ihn mit Hollywood-Star Pamela Anderson. Schnelle Autos, teure Armbanduhren und luxuriöse Villen zählen zu seinen weiteren Hobbys. Doch jetzt ist es mit dem Luxusleben vorerst vorbei: Der Adoptiv-Adelige sitzt in Haft.
Bild: Uwe Anspach, dpa/lhe

Der größte Bordellbetreiber in Ulm und Neu-Ulm steht unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung. Prinz Marcus von Anhalt gerät damit nicht zum ersten Mal ins Visier der Justiz.

Der Adoptiv-Prinz, geboren vor 47 Jahren als Marcus Eberhardt, hatte sich 2006 den Adelstitel von Frederic von Anhalt, dem Ehemann von Hollywood-Diva Zsa-Zsa Gabor gekauft – angeblich für einen Millionenbetrag. Prinz Anhalt ist die vielleicht wichtigste Größe im Rotlicht-Millieu der Doppelstadt Ulm und Neu-Ulm. Er betreibt in Ulm das „Pure Platinum“ und das „Eros-Center“, beide in der Blaubeurer Straße. Außerdem soll er am Neu-Ulmer Club „FKK Safari“ beteiligt sein, der vor zwei Jahren mit rollender Werbung auf einem protzigen Hummer-Geländewagen Aufsehen erregte.

Es wird gemunkelt, dass Prinz Marcus die berüchtigte Rockerbande „Hells Angels“ für die Bewachung seiner Lokale bezahlt. In Ulm und Neu-Ulm aber treten die Höllenengel nicht offen auf, tragen ihr Symbol des geflügelten Totenkopfs nicht zur Schau, da die Doppelstadt als Hochburg der rivalisierenden „Bandidos“ gilt. In den jüngsten Auseinandersetzungen im Rotlicht- und Rockermillieu in Ulm und Neu-Ulm war von den Lokalen des ehemaligen Zuhälters Prinz Marcus kaum die Rede.

An die Donau, so hatte es der illustre Adoptiv-Adlige vor zwei Jahren in einem Interview mit dem Ulmer Gratismagazin Spazz gesagt, komme er nur noch „zum Geld holen“. Das allerdings ist offensichtlich gar nicht selten der Fall – immer wieder wird der gelernte Koch und Metzger etwa in Neu-Ulmer Lokalen gesichtet, einige seiner nach eigenen Angaben mehr als 40 Luxuskarossen von Marken wie Ferrari, Porsche, Lamborghini und Bentley sind in Ulm zugelassen.

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Der Bordell-Prinz kritisiert das Steuersystem

Inwieweit die Vorwürfe der Steuerhinterziehung mit seinen Ulmer Betrieben zu tun haben, ist derzeit noch völlig unklar. Wie aus dem Fall von Ex-FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß bekannt, geben sich die Behörden in Steuersachen zugeknöpft. Dass der Chef von angeblich rund 1000 Prostituierten mit dem Fiskus nicht das innigste Verhältnis pflegt, ist allerdings kein Geheimnis. Im Interview hatte der Bordell-Prinz scharf das deutsche Steuersystem kritisiert: „Je mehr du verdienst, desto mehr musst du bezahlen. Das finde ich total schwachsinnig, weil die quasi die Häuptlinge aus dem Land jagen.“

Immer wieder war Prinz Marcus ins Visier der Justiz geraten. Vorwürfe gegen ihn lauteten unter anderem auf Menschenhandel, Zuhälterei und Körperverletzung, mehrere Jahre soll er hinter Gittern gesessen haben.

Dass der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Pforzheim es ablehnte, den Rotlichtkönig gegen Kaution auf freien Fuß zu setzen, könnte nach Meinung von Beobachtern ein Indiz sein, dass die jetzigen Vorwürfe schwer wiegen. Die Rede ist von akuter Fluchtgefahr. Prinz Marcus, der angeblich über ein dreistelliges Millionen-Vermögen verfügt, besitzt nach eigenen Angaben Wohnsitze in aller Welt, etwa in Spanien und den USA.

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