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Oberelchingen

20.11.2018

Großer Auftakt beim Neubeginn der Ulmer Kantorei

Eigentlich war es in der Oberelchinger Klosterkirche sowohl für die Musiker als auch fürs Publikum viel zu eng. Dennoch war das erste Konzert von Dirigentin Ulrike Blessing ein großer Erfolg.
Bild: Felix Oechsler

Die Ulmer Kantorei wird jetzt von Ulrike Blessing dirigiert. Ihr und dem Chor gelingt bei ihrem ersten Konzert in der Elchinger Klosterkirche Großartiges.

Mit Spannung war das erste Konzert der Ulmer Kantorei nach ihrem Dirigentenwechsel erwartet worden: Im Mai hatte die Mitglieder des renommierten Chores Ulrike Blessing zur neuen Dirigentin gewählt, nachdem Albrecht Haupt seine Leitung nach fast 60 Jahren abgegeben hatte.

Die Oberelchinger Klosterkirche erwies sich als deutlich zu klein für den Ansturm des Publikums, zu schmal aber auch im Chorraum für die Platzierung des über 120 Sänger zählenden Chores, und wohl auch nicht groß genug für das Volumen und den Schalldruck, den der Chor zu erzeugen imstande ist. Doch trotz dieser Probleme gelang der Ulmer Kantorei unter Ulrike Blessing, begleitet ohne jede Überlagerung vom Philharmonischen Kammerorchester Ulm, ein großer Auftakt nach der Neuorientierung, bejubelt vom Publikum.

Ulmer Kantorei tritt im Kloster Oberelchingen auf

Ulrike Blessing hatte sich für ihren Start ein häufig aufgeführtes Werk Wolfgang Amadeus Mozarts ausgewählt, sein mythenumwittertes „Requiem“ – eine kluge Entscheidung, fand die Aufführung doch am Abend des Volkstrauertages statt, an dem der Kriegstoten und der Opfer der Gewaltbereitschaft aller Nationen gedacht wird. Die Totenmesse, über deren unvollendeter Komposition Mozart 1791 erkrankte und starb, bewegt sich emotional zwischen ihrer ernsten Grundstimmung, düsteren und feierlichen Momenten und der kraftvollen Dynamik des „Dies irae“.

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Der Chor der Ulmer Kantorei, unprätentiös und hoch konzentriert geleitet von Ulrike Blessing, präsentierte sich in Oberelchingen temporeicher, wenngleich ihm weitere Männerstimmen gut täten. Als kluger Griff erwies sich die Entscheidung, als Solisten durchgehend Sängerinnen und Sänger des Opernensembles beziehungsweise – im Fall des auch mit Solopartien vertrauten Basses Michael Burow-Geier – des Opernchores des Theaters Ulm zu wählen.

Solisten zeigen perfekte Abstimmung

Vor allem in den Solisten-Quartetten zeigte sich die perfekte Abstimmung aufeinander, wenngleich Tenor Markus Francke erst seit dem Beginn dieser Spielzeit am Theater Ulm ist, während ihm Maria Rosendorfsky (Sopran), I-Chiao Shih (Alt) und Michael Burow-Geier schon seit Jahren angehören. Stimmlich dominierten I-Chiao Shih und Maria Rosendorfsky.

Die Platzierung der Solisten inmitten des Chores und damit hinter dem Orchester war wohl der räumlichen Enge geschuldet. Doch der Gesamteindruck, der daraus entstand, war äußerst homogen. Dem Chor gelang vor allem das Agnus Dei großartig.

Nach dem Verklingen der letzten Töne des Lux aeterna schloss Ulrike Blessing die Aufführung von Mozarts kurzer Motette „Ave verum corpus“ an, die er kurz vor seinem Tod – zeitgleich mit dem Requiem – komponiert hatte; gedämpft und sehr ernsthaft erklang sie, übergehend in das Geläut der Kirchenglocken der Oberelchinger Klosterkirche. Starker Beifall und „Bravo“-Rufe folgten.

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