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Ulm

03.05.2016

Großer Jubel, kleine Enttäuschung

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So sehen Sieger aus: Die jungen Musiker der Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein freuen sich über den ersten Platz bei den Blasorchestern.

Die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein holt beim Deutschen Orchesterwettbewerb einen sensationellen ersten Platz. Der JBU hingegen fehlen in ihrer Kategorie 0,6 Punkte zum Sieg.

Dirigent Manuel Epli, der das Ensemble seit mittlerweile zwölf Jahren betreut, kann den Erfolg kaum fassen. „Es war ein langer Weg dorthin“, sagt er nicht ohne Stolz – schließlich sind „seine“ Blausteiner jetzt offiziell das beste Amateur-Blasorchester Deutschlands. Trotz des starken Auftritts beim Wertungsspiel ist der Sieg für Epli eine Überraschung: „Wir sind zum ersten Mal dabei, damit rechnet man nicht.“ Diese Bescheidenheit hat Folgen: Die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein muss das das Preisträgerkonzert sausen lassen – Epli hat seine Musiker schon in den Urlaub entlassen. Die Dagebliebenen feiern dafür umso mehr. So wie Bassklarinettist Jens Schmitz, der die Stimmung in zwei Wörtern zusammenfasst: „Voll geil.“

Beinahe hätte es sogar zu einem Blasorchester-Doppelsieg gereicht. Denn die Junge Bläserphilharmonie Ulm (JBU) hat den ersten Platz nur knapp verpasst. Die ebenfalls hervorragende Wertung von 23,4 Punkten in der Kategorie Jugend-Blasorchester löst bei den jungen Musikern noch ein paar Freudenschreie aus, doch kurz darauf folgt schon der Dämpfer: Das als Titelverteidiger angereiste Jugendorchester aus Havixbeck im Münsterland hat beim Vorspiel mit einer Wertung von 24,0 noch besser abgeschnitten. Entsprechend lang sind die Gesichter. Auch beim 16-jährigen Trompeter Steffen Griesinger. Doch er sieht das Positive: „Ich finde, dass wir richtig gut gespielt haben.“ So sieht es auch Dirigent Josef Christ, der die Erfahrung kennt: Schon 2012 in Hildesheim belegte die JBU den zweiten Platz – hinter Havixbeck. „Natürlich ist man zuerst enttäuscht, aber Platz zwei ist eine tolle Leistung.“ Ein Trost ist die hervorragende Wertung: Beim Heimspiel holte die JBU 1,1 Punkte mehr als in Hildesheim. Das Orchester, so Christ, habe sich weiter gesteigert. Und er weiß: „Einen Heimvorteil gibt es nicht.“

Heinz Gassenmeier, Leiter der Musikschule Ulm, versucht sich in Gelassenheit. „Wir haben fantastisch gespielt, das ist die Hauptsache.“ Der Orchesterwettbewerb sei für Ulm eine tolle Veranstaltung und habe viel Aufmerksamkeit vom Publikum bekommen. „Ganz so, wie wir es erhofft haben.“ Am Donnerstag beginnt die zweite Hälfte der Großveranstaltung, dann treten unter anderem Sinfonieorchester und Big Bands an. Die Region Ulm ist aber nicht mehr vertreten.

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