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Ulm/Neu-Ulm

02.11.2015

Grundschüler werden zu „Grünfindern“

Raus ins Freie und die Natur erleben: Das soll das neue Projekt „Grünfinder“ der Kinderstiftung bedürftigen Schülern ermöglichen.
Bild: Michael Reichel, dpa (Symbolfoto)

Zum zweiten Geburtstag startet die Kinderstiftung Ulm/Donau-Iller ihr erstes eigenes Projekt in der Region. Es soll jungen Bedürftigen Erlebnisse in der Natur ermöglichen.

Vor zwei Jahren wurde die Kinderstiftung Ulm/Donau-Iller gegründet. Seit einem Jahr unterstützt sie benachteiligte Kinder in der Region. Und jetzt startet sie ihr erstes eigenes, großes Projekt: „Grünfinder“ heißt es und wendet sich an benachteiligte Grundschüler und deren Familien.

„Die Kinder sollen Natur erleben und entdecken“, erläutert Geschäftsführerin Alexandra Stork das Vorhaben. Die Stiftung will Schülern aus sozial schwierigen Verhältnissen Erlebnisse und Erfahrungen in der Natur direkt im Lebensumfeld der Kinder ermöglichen. Die Teilnehmer sollen ihren eigenen Ort zu Fuß erkunden und dabei beispielsweise Bäume kennenlernen, Kräuter und Beeren sammeln und schöne Plätze zum Spielen finden. Die Aktivitäten sollen von und mit den Kindern gestaltet werden, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken. „Alles soll sich direkt vor ihrer Haustür abspielen“, so Stork. Die Stiftung beginnt mit einem Nachmittagsangebot. In einem zweiten Schritt sollen die „Grünfinder“ auch in den Ferien losziehen. Geplant ist zunächst eine Probephase an zwei Grundschulen – eine in Bayern und eine in Baden-Württemberg, eine in der Stadt und eine auf dem Land. In fünf Jahren soll das Projekt an 30 Schulen laufen. Außerdem wird es wissenschaftlich begleitet. Stork stellt klar: „Es geht nicht um das Stopfen einer Versorgungslücke, sondern um die Lebensqualität der Kinder in den Orten.“

Kein Kind soll in Armut aufwachsen, lautet das Hauptziel der Kinderstiftung, die in Ulm, im Landkreis Neu-Ulm sowie im Alb-Donau-Kreis aktiv ist. Fast 64000 Euro hat sie innerhalb eines Jahres ausgeschüttet. Das Geld floss zum einen in externe Projekte verschiedener sozialer Einrichtungen, beispielsweise „Lernpaten und außerschulische Hausaufgabenbetreuung“ des Familienzentrums Neu-Ulm, das Willkommenspaket für minderjährige Flüchtlinge des Zentrums Guter Hirte in Ulm oder das Patenschaftsprojekt „Peter und Paul“ der Stadt Ehingen. Zum anderen hilft die Stiftung zusammen mit Kooperationspartnern in Einzelfällen, wenn etwa Geld für Klassenausflüge, Musikunterricht, Sportschuhe oder ein vernünftiges Mittagessen fehlt. Die Kinderstiftung springt dort ein, wo die staatliche Hilfe nicht ausreicht, es also eine Lücke im System gibt. Der Bedarf ist groß, deshalb wird jeder Antrag sorgfältig geprüft.

Ermöglicht wurde die Gründung der Stiftung durch eine Millionenspende dreier Geschwister. Die beiden Frauen und ihr Bruder sind in der Region aufgewachsen und leben heute in Südamerika. Sie sind über 70 Jahre alt und kinderlos, deshalb kam bei ihnen vor einiger Zeit der Wunsch auf, in ihrer Heimat über eine Stiftung Gutes zu bewirken. Vier Millionen Euro stellten die Geschwister insgesamt als Grundstock zur Verfügung. Wer die Leute sind, verrät die Kinderstiftung nicht. Die großzügigen Stifter wollen anonym bleiben.

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