1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Günstig wohnen neben der Sendener Spinnerei

Senden

28.09.2018

Günstig wohnen neben der Sendener Spinnerei

Auf der Wiese neben dem Standort der ehemaligen Spinnerei in Ay sollen bezahlbare Wohnungen entstehen. Bis zu 70 Stück könnte die städtische Wohnungsbaugesellschaft dort errichten und dann günstig vermieten. Nun wurde der Entwurf zur Änderung des Bebauungsplans genehmigt. <b>Archivfoto: Angela Häusler</b>

Die Sendener Städtebaugesellschaft plant Mehrfamilienhäuser mit bezahlbaren Mieten. Obwohl zunächst der Bebauungsplan geändert werden muss, gibt es erste konkrete Ideen.

Das nächste Projekt der Sendener Wohnungsbaugesellschaft (SWSG) kommt voran: Zwischen dem Seniorendomizil Haus Konrad und der ehemaligen Spinnerei Ay sollen Mehrfamilienhäuser mit 65 bis 70 Wohnungen entstehen.

Dafür muss jedoch zunächst, wie bereits berichtet, der bestehende Bebauungsplan in ein allgemeines Wohngebiet geändert werden. Denn derzeit dürfen auf dem Grundstück, das bereits der SWSG gehört, keine größeren Mehrfamilienhäuser errichtet werden. Dies ist jedoch für den sozialen und damit günstigen Wohnraum, den die SWSG plant, unerlässlich.

Die Gebäude könnten bis zu 70 Wohnungen bieten

Stadtplaner Erwin Zint vom Büro Zint & Häußler stellte nun den neuen Entwurf des Bebauungsplans in der Sitzung des Bauausschusses vor. Im Vorfeld wurden Studien zur Entwicklung der Wiese zwischen dem Seniorenheim und der ehemaligen Spinnerei gemacht. Demnach könnten die Mehrfamilienhäuser in einer langen Reihe entlang der westlichen Grundstücksgrenze, also Richtung Iller, gebaut werden. An der Hauptstraße und dem gegenüberliegenden Ende des Grundstücks wird um die Ecke gebaut, woraus sich zwei L-förmige Teile ergeben. Dadurch, so Zint, sind 65 bis 70 Wohnungen möglich, auch betreutes Wohnen sei in der Nähe zum Seniorenheim denkbar. Die Häuser sollen durch den öffentlich geförderten Wohnungsbau des Freistaats Bayern entstehen – und teilweise auch frei finanziert werden. So könne man sicherstellen, dass Menschen aus verschiedenen sozialen Kreisen dort gemeinsam leben. Die SWSG plant, errichtet und vermietet die Wohnungen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Gebäude werden vier Stockwerke und ein zurückgesetztes kleineres Geschoss bekommen. Dies sei gerade neben der „dominanten Bebauung des Haus Konrad“ sinnvoll, heißt es in der Sitzungsvorlage. Stadtplaner Erwin Zint geht einen Schritt weiter: „Das Seniorenheim wird immer höher sein.“ Die Oberkante für die sozialen Mehrfamilienhäuser liegt bei 15 Metern ab Straßenkante. Entlang der Hauptstraße müsse jedoch ein zusätzlicher Schallschutz gebaut werden, denn dort seien die Werte erhöht, so Zint.

Da das Grundstück ein wenig tiefer liege als die Straße biete sich unter Umständen der Bau einer Tiefgarage an, so Zint. Zumindest wäre diese durch das tiefe Grundstücksniveau weniger aufwendig. Doch auch ohne gebe es genug Parkflächen. Und zusätzlich bleibe ein Grünstreifen erhalten zwischen dem Grundstück der SWSG und der ehemaligen Spinnerei. Dieser Streifen gehört der Stadt Senden und weist eine „intensive Bepflanzung mit standortheimischen Bäumen“ auf.

Bald soll eine Ringstraße zwei Wohngebiete verbinden

Die Mehrfamilienhäuser werden über die bestehende fünfeinhalb Meter Straße „Bei der Herrenmühle“ erschlossen. Zurzeit gibt es am Ende einen Wendebereich, dieser soll jedoch irgendwann zurückgebaut werden. Denn das nebenan liegenden Gelände, auf dem Gebäude der ehemaligen Spinnerei stehen, wird wohl auch bald umgestaltet. Wie berichtet, hatte der Eigentümer des Grundstücks, die Erbengemeinschaft des Neu-Ulmer Spediteurs Konrad Allgaier, einen Abrissantrag für die Produktionsgebäude gestellt. Das Grundstück solle ebenso zum Wohnen genutzt werden, sagte Planer Zint in der Sitzung. In diesem Zusammenhang ist statt des Wendebereichs eine durch beide Wohngebiete führende Ringstraße vorgesehen. „Doch bis es so weit ist, hat der Wendebereich Bestandsschutz“, sagte Zint. Das beruhigte auch Rat Edwin Petruch (Freie Wähler), der befürchtet hatte, dass Müllfahrzeuge sonst nicht mehr umdrehen können.

Die Räte waren mit dem Entwurf einverstanden. Dieser sei sehr allgemein gehalten und biete viele Möglichkeiten zur Gestaltung, so Zint. Der Entwurf wird nun öffentlich ausgelegt. Bürgermeister Raphael Bögge begrüßte die Pläne. „Damit schaffen wir einen ansprechenden Stadteingang an dieser Seite.“

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren