Neu-Ulm

08.05.2017

Gut gebucht

Sie hatten gut lachen, denn der Abschluss der Literaturwoche rund um die Galerie im Neu-Ulmer Venet-Haus hätte nicht besser laufen können. Unser Bild zeigt von links Stadtschreiber Marco Kerler, Moderatorin Wibke Richter und die Macher Rasmus Schoell und Florian L. Arnold.
Bild: Paolo Percoco

Ein schöner Abschluss der Neu-Ulmer Literaturwoche rund um das Venet-Haus

Zum Abschluss der Literaturwoche Donau 2017, öffnete die Galerie im Venet-Haus die Pforten – und viele kamen. Beginnend mit Ulms neuem Stadtschreiber Marco Kerler, der erstmals Prosa schrieb und im historischen Eisenbahnblockhaus las, konnte das Publikum, diesem als Lyriker bekannten Autor, eine ganz neue Seite abgewinnen. Zwischen absurder Komik und Romanze bewegte sich sein Stück Schreibwerk. Neben der Literatur spielte auch die Musik eine tragende Rolle an diesem losgelöst angenehmen Tag, den Wibke Richter gut gelaunt und charmant moderierte. Die drei jungen Liedermacherinnen der Ulmer Band About Ally, markierte den nächsten Höhepunkt. Sie brachten mit ihren zarten Klängen die Galerie in beinahe transzendente Schwingungen. Von dieser Band werden wir sicher noch einiges hören. Bedrückend dagegen, aber sehr gut, fühlte sich Silke Knäppers Lesung an, die ihr Buch „Hofkind“ vorstellte, eine tragische Familiengeschichte, am Akkordeon live begleitet durch Ivan Antonic. Der entspannten Atmosphäre tat dies allerdings keinen Abbruch. Die passend geplanten Pausen belebten den angrenzenden Innenhof, das Wetter tat, bis auf einen abendlichen Schauer, sein Bestes dazu.

Heraus stach die Lesung des preisgekrönten jungen Autors Philip Krömer, der nicht durch den nächsten Selfie-Roman, sondern wegen seiner akribisch recherchierten Erzählung „Kumarie“, im Nepalesischen angesiedelt, herausstach. Sie wird alsbald im Ulmer Verlag Topalian & Milani erscheinen. Die regional bekannte Formation Flugfische begeisterte mit Text und Musik. Der abgedrehte Science Fiction-Fantasy-Märchen-Ausflug in Ulrich Holbeins Roman „Knallmasse“, gelesen vom Meister selbst, kann nur als überaus herrlich und skurril beschrieben werden. Den Ausklang bildete die Band Habama Music, zwei junge Brüder aus Köln, die elektronische Klänge mit afrikanischer Percussion und Hip Hop verbinden. Das i-Tüpfelchen folgte dann zum Sonnenuntergang mit einer Bildprojektion von Andreas Hauslaib auf das benachbarte Hochhaus, begleitet durch Andreas Usenbenz’ Zusammenschnitt aus Tonaufnahmen dieser überaus gelungenen Literaturwoche.

Im Laufe des Tages musste immer wieder nachgestuhlt werden, schließlich ging das Literatur-Fest von 15 bis 22 Uhr und brannte beinahe mehr ab, als die Literaturwoche vom vergangenen Jahr in ihrer Gesamtheit präsentiert hatte. Ein großes Bravo den Machern und dem Verein Literatursalon Ulm/Neu-Ulm. Das nächste Kapitel kann aufgeschlagen werden.

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