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Gewerkschaften

06.04.2011

„Gute Arbeit muss gut bezahlt werden“

Costas Chritou (links) und der NGG-Geschäftsführer Xaver Merk.
Bild: Foto: boz

Treffen der „Nahrung, Genuss, Gaststätten“-Arbeitnehmervertreter

Ulm Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) steht wieder besser da. „Die Schere zwischen Aus- und Eintritten hat sich geschlossen“, berichtete der Geschäftsführer Xaver Merk im Gewerkschaftshaus während der Jahresversammlung. 227 Zugängen standen im vergangenen Jahr 202 Austritte gegenüber.

Besonders erfreulich für Merk, auch die Beitragszahlungen stiegen aufgrund von mehr Vollbeschäftigten um 2,92 auf mehr als 180 Euro pro Jahr und Mitglied. Als einen Grund nannte der Geschäftsführer auch die Tatsachen, dass die NGG höhere Löhne erstritten und die Konjunktur angezogen habe. „Es lohnt sich dafür zu kämpfen, dass die Welt jeden Tag ein Stück gerechter wird“, sagte Peter Fischer, Vorsitzender der DGB-Region Ulm. „Gerechtigkeit, wie man sie allgemein erwartet, gibt es wohl ohnehin nicht.“

Das unterstrich auch Maria Winkler, Gastrednerin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Sie geißelte in ihrem Referat den Widerstand der Berliner Regierungen gegen Mindestlöhne, und das seit 2004, obwohl inzwischen 75 Prozent der Bundesbürger, darunter auch CDU/CSU- und FDP-Anhänger, den Mindestlohn unterstützen.

„Gute Arbeit muss gut bezahlt werden“

Dennoch habe es bereits viele Etappensiege gegeben, indem in vielen Branchen der Mindestlohn von 8,50 Euro Fakt sei. „Gute Arbeit muss gut bezahlt werden“, unterstrich die Gewerkschafterin. „Gleichzeitig gibt es viele Beispiele dafür von schlechter Arbeit, für die Spitzenlöhne gezahlt wurden, während Arbeitsplätze vernichtet wurden.“ Mit Blick auf Spekulanten und Bänker sagte sie erbittert: „Die haben ihre Schäfchen im Trockenen und denen schmeißt man das Geld hinterher.“

Als positiv erwähnte Xaver Merk, das es gelungen sei, erstmals seit 15 Jahren wieder einen Lohn- und Gehaltstarifvertrag für die rund 30000 Beschäftigten im Bäckerhandwerk Baden-Württemberg zu verabschieden. Dem seien viele Aktionen auch in der Region Ulm/Aalen-Göppingen vorausgegangen. „Viele Bäcker sind froh, endlich wieder eine einheitliche Grundlage gegen den Wildwuchs zur haben“, so Xaver Merk.

Insgesamt hat die NGG zwischen Göppingen, Aalen und Ulm mit etlichen Insolvenzen, Betriebsverlegungen und anderen Problemen, wie Kürzungen der Bezüge, zu kämpfen gehabt.

Geschäftsführer Merk, der den Vorsitzenden Efstathios Michailidis vertrat, mahnte die Mitglieder, sich in den Betriebsräten zu engagieren. Die Kasse der Gewerkschaft stehe mit einem Guthaben von mehr als 95000 Euro gut da. Im vergangenen Jahr wurde bei Einnahmen von gut 125000 Euro und Ausgaben von mehr als 108000 Euro ein Plus von fast 17000 Euro erwirtschaftet. Im Vorjahr gab es noch ein Minus von mehr als 5000 Euro. Die hauptamtlichen NGG-Mitarbeiter im Ulmer Gewerkschaftshaus werden von der Hauptstelle bezahlt, weswegen der Region nur 15 Prozent aller Beiträge für ihre Aufgaben zustehen. (boz)

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