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05.03.2009

Gute Nachrichten: Bezirk will Förderplätze genehmigen

Senden "Da muss man was tun", sagte gestern Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert bei seinem Besuch in den Donau-Iller-Werkstätten der Lebenshilfe in Senden. Auf Initiative von Bezirksrat Herbert Pressl war Reichert in die Behinderten-Einrichtung in der Gotenstraße gekommen und versprach vom Fleck weg, vier weitere Förderstättenplätze für Schwerstbehinderte genehmigen zu wollen. Das Thema soll am 14. Mai auf der Tagesordnung der nächsten Bezirkstagssitzung in Ursberg stehen. Gleichzeitig forderte Reichert die Träger auf, gemeinsam ein Konzept mit öffentlichen Pflegeeinrichtungen zu erarbeiten, wie Behinderte nach Ausscheiden aus dem Arbeitsleben versorgt und untergebracht werden könnten.

Somit steht auch dem geplanten Erweiterungsbau in Senden nichts im Weg; die Verantwortlichen können auch das Zweig-Werkstatt-Projekt mit der Firma "Ruku" in Illertissen angehen, wohin ein Großteil der Sendener Werkstätten während der Umbauphase ausgelagert werden sollen.

Seit der Bezirk dem Dominikus-Ringeisenwerk in Ursberg den Neubau einer Schwerst-Behinderten-Wohneinrichtung in Illertissen (Eschenweg 8) für 24 Menschen genehmigt hat, haben die Erweiterungspläne in Senden eine neue Dimension erreicht. Schließlich sollen die 24 Bewohner aus Illertissen auch noch in Senden bei der Lebenshilfe eine Arbeit finden - und das Haus platzt mit rund 230 jetzt schon aus allen Nähten.

"Die Lebenshilfe ist uns ein wichtiger und verlässlicher Partner", sagte Jürgen Reichert, der sich bei einem Rundgang mit der Geschäftsführung des Vereins von der räumlichen Situation überzeugen konnte. Besonders eklatant ist die Lage in dem Teil des Hauses, wo Schwerstbehinderte leben und Rundum-Betreuung brauchen. Sie können nur ganz minimal - wenn überhaupt - Werkstattdienst tun. Für 21 massiv behinderte Menschen gibt es hier zum Beispiel nur ein Mini-Bad, "wo zu Stoßzeiten die Rollstühle Schlange stehen", erklärte Heilerziehungspfleger Joachim Singer. Raum für Rückzug gebe es nicht. Die Fluchtwege sind ungenügend. Die Zustände sind schlichtweg vorsintflutlich.

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75 Prozent Rückgang

Einzig die Werkstatträume, speziell für die Metallbearbeitung, sehen ganz gut aus. Gleichwohl leiden die Werkstätten derzeit ganz massiv unter der Wirtschaftskrise. "Die Aufträge für uns sind bis zu 75 Prozent zurückgegangen", so Werkstattleiter Roland Bader.

Seit 2002 wird an dem Erweiterungsgedanken gearbeitet. Mittelweile stehen Kosten von knapp zehn Millionen Euro im Raum, die sich der Träger zu zehn Prozent, der Bezirk zu fünf Prozent und der Staat (Rest) teilen.

Mit den Ausbauarbeiten auf dem "Ruku"-Gelände (die Firma ist auch ein großer Kunde der Werkstätten) soll laut stellvertretendem Lebenshilfe-Geschäftsführer Manfred Gombert in Kürze begonnen werden. Wunschtermin ist der 1. Mai. Gombert freute sich über das positive Signal aus Reicherts Mund. Nach Illertissen werden dann 50 bis 70 Arbeitsplätze ausgelagert, bis der Umbau in Senden fertig ist. Damit bietet die Lebenshilfe nicht nur Dezentralität, sondern reduziert auch die Fahrtkosten ihrer Mitarbeiter erheblich. Leute, die zum Beispiel bis aus Kellmünz kommen, brauchen mit dem Bus nach Senden täglich einfach mehr als eine Stunde.

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