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Neu-Ulm

19.06.2015

Hat ein 24-Jähriger seine Ehefrau verprügelt und gewürgt?

Hat der Angeklagte seine Ehefrau misshandelt?
Bild: Symbolbild, Maurizio Gambarini (dpa)

Ein 24-Jähriger soll seine Frau verprügelt, gewürgt und mit Messer bedroht haben – doch das soll alles erfunden sein, sagt sein Anwalt.

Einen „Unfug“ nannte es Manfred Gnjidic, der Anwalt des 24-Jährigen, der zum angeblichen Tatzeitpunkt im Sommer 2014 noch im Nersinger Ortsteil wohnte. „Nichts von all dem stimmt. Die Geschichten sind erlogen“, protestierte Gnjidic und führte aus, in welche familiären Machenschaften sein Mandant verstrickt sei: Weil sein Schwiegervater Probleme mit seinem Geschäft hatte – viel mehr noch, mit Insolvenz und Schwarzarbeit zu kämpfen hatte und ihm das Gewerbe bereits untersagt wurde – habe dieser seinen Mandanten gezwungen, die Firma zu übernehmen.

Aus Geldmangel soll der Mann seinen Schwiegersohn zudem eindringlich aufgefordert haben, den Führerschein seiner Frau zu bezahlen. Gedroht habe die Familie dem Bosnier damit, sich aktiv dafür einzusetzen, dass er abgeschoben wird – daher habe die Frau bereits ein Unterhalts- und Gewaltschutzverfahren in die Wege geleitet. Sein Mandant hätte die „Melkkuh“ sein sollen, die der Familie wieder Geld beschafft.

Angeklagter soll seine Frau gewürgt haben

Also hätten die Frau und ihre Eltern diese Lügen erfunden, wegen derer sein Mandant nun vor Gericht sitzt. Dort warf der Staatsanwalt gestern dem Angeklagten vor, seine Frau gegen die Schrankwand gestoßen und gewürgt zu haben, bis sie ohnmächtig wurde, sowie sie als „Hure“ bezeichnet zu haben.

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Der Angeklagte soll sogar noch einen Schritt weiter gegangen sein und zu einem Messer gegriffen haben, um es anschließend seiner Frau an den Hals zu halten und ihr zu drohen. An einem weiteren Tag soll er ihr, „weil sie eine Milchschnitte und ein Spielzeug auf dem Boden liegen gelassen hatte“, so der Vorwurf, in den Arm geritzt haben.

Der Anwalt des angeklagten Bosniers möchte nun prüfen lassen, inwieweit die Kläger auch Angeklagte sind: Um die Unschuld seines Mandanten, der ein ehrlicher Arbeiter mit einwandfreiem Ruf sei, zu beweisen, möchte Gnjidic nun noch einige Unterlagen einholen, weswegen Richterin Antje Weingart den Prozess an einem anderen Termin fortsetzen wird.

Unterlagen des Ulmer Gewerbeamtes sollen beispielsweise zeigen, wie solvent der Schwiegervater seines Mandanten tatsächlich ist. Dieser gab gestern höchst persönlich sein Okay, dass seine Daten erfragt werden – allerdings gefolgt von unschönen Worten Richtung Anklagebank.

Gnjidic kündigte schon gestern an, dass er rechtliche Schritte gegen die Frau einleiten wird, „wenn sich ergibt, dass es alles eine Räuberpistole ist. Und so weit bin ich bisher noch nie gegangen.“

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