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Ulm/Neu-Ulm/Landkreis

19.06.2017

Hat es sich bald ausgezwitschert?

Ulm und Neu-Ulm ohne den Spatz? Undenkbar.
Bild: Horst Hörger

Für eine Studie haben Bürger Vögel gezählt. Haussperlinge gibt es viele, aber ihre Zahl sinkt. Wie man das verhindern kann.

Der Spatz bleibt spitze: Er ist nach wie vor der am häufigsten beobachtet Vogel in deutschen Gärten. Das ist das Ergebnis des Forschungsprojekt „Stunde der Gartenvögel“, das der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gemeinsam mit dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) ins Leben gerufen hat. Doch auch, wenn der Haussperling deutschlandweit seinen Spitzenplatz aus den vergangenen Jahren verteidigen kann, nimmt sein Bestand ab – vor allem in Stadtzentren. Doch wie sieht’s in Ulm, Neu-Ulm und drumherum aus?

Dort scheint sich der Haussperling wohlzufühlen (siehe Infokasten): Im Landkreis Neu-Ulm sowie im Alb-Donau-Kreis wurde er in drei von vier Gärten gesichtet, in der Stadt Ulm sogar in fast 90 Prozent der Gärten. Ralf Schreiber, Pressesprecher der LBV-Kreisgruppe Neu-Ulm, freut sich über das Ergebnis: „In vielen Städten ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Spatz eine Seltenheit wird. Deshalb sind wir froh, dass sein Vorkommen im Landkreis stabil bleibt. Und regelrecht neidisch sind wir auf die Spatzen-Vorkommen in Ulm und im Alb-Donau-Kreis.“

Markus Erlwein, Pressesprecher vom LBV, erklärt: „Die Leute werden immer noch viele Spatzen sehen, aber die Bestände gehen zurück. Diese Tendenz sehen wir seit Jahren – und wir wollen nicht zu spät Alarm schlagen. Ein Problem für die Haussperlinge sei die zunehmende Bebauung – denn das Tier sei sehr ortstreu: „Wenn man eine Hecke entfernt und ein Haus baut, fliegt der Spatz nicht einfach 100 Meter weiter und baut sich schnell einen neuen Lebensraum auf.“

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Seit 13 Jahren wird die „Stunde der Gartenvögel“ als „Bürgerwissenschaft“ durchgeführt – immer an einem ganz bestimmten Wochenende, um die Daten über die Jahre hinweg vergleichen zu können. Genau eine Stunde lang beobachten Bürger Vögel in Garten oder Park. Notiert wird jeweils die „höchste, gleichzeitige Anzahl einer Art“. Dieses Jahr haben 39 in der Stadt Ulm sowie 105 Bürger in Stadt und Kreis Neu-Ulm teilgenommen. Mitmachen kann laut Erlwein jeder. „Es geht bei der Zählung um Vogelarten, die fast jeder kennt.“ Wer sich trotzdem etwas vorbereiten will, findet auf der Website des LBV viele Infos mit Bildern und Tonaufnahmen der Arten. Durch die Teilnahme an der Studie lerne jeder dazu: „Je öfter die Leute mitmachen, desto mehr wissen sie über die Natur vor ihrer Haustür“, sagt Erlwein.

Um den Garten vogelfreundlicher zu machen, hat Erlwein eine ganze Reihe an Tipps parat: Gepflanzt werden sollten heimische Gewächse und solche, die Beeren tragen, um den Vögeln gleich eine Nahrungsquelle zu liefern. Hecken dienen als guter Unterschlupf für die Tiere. Außerdem sollte Gift im Garten, wie Unkrautvernichter tabu sein. Erlweins grundlegendster Rat: Leben in den Garten zu lassen. „Man sollte sich von der deutschen Sorgfalt befreien und wilde Ecken zulassen.“ Er nennt das „Mut zur Wildnis“.

Der zweite Vorteil einer abwechslungsreichen Gartengestaltung mit Versteckmöglichkeiten: der Schutz vor Katzen. Fast jeder bayerische Garten bekommt Besuch von einer Samtpfote. Der LBV appelliert deshalb an Halter, die Vermehrung von besitzerlosen Katzen zu vermeiden und die eigenen Tiere kastrieren oder sterilisieren zu lassen. Außerdem helfe es den Vögeln, wenn die Katzen ein farbenfrohes Halsband trugen. So zwitschern auch in Zukunft noch viele Spatzen und andere Arten in den Gärten.

Studie Alle Ergebnisse gibt es unter www.stunde-der-gartenvoegel.lbv.de (für Bayern).

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