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23.12.2020

Heiliger oder Stadtgröße: Diskussion um Namen für die neue Kita in Senden

Ein Name für die neue Kita an der Weberei muss her.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Heiligenname oder eine lokale Größe? Die große Betreuungseinrichtung auf dem ehemaligen Webereigelände befindet sich noch im Bau – doch um den passenden Namen gibt es schon ausführliche Diskussionen.

Der sich im Bau befindliche Kindergarten an der Weberei hat einen Namen: Er wird Kindertagesstätte St. Lucia heißen. Was sich lediglich wie ein formeller Akt anhört, hat eine längere Vorgeschichte – denn um den Namen gab es im städtischen Gremium heiße Diskussionen: St. Theresia, St. Lucia oder doch lieber ein neutraler Name wie der eines ehemaligen Bürgermeisters?

Ursprünglich sollte es in der Sitzungsvorlage vor allem um eine Betriebskostenvereinbarung zwischen Bauherr Stadt und Betreiber katholischer Kirche gehen. Am Rande war zudem der geplante neue Name genannt: St. Theresia. Daran wiederum hatten einige Räte etwas auszusetzen. Der Name könne von Kindern kaum ausgesprochen werden, meinte etwa Thomas Rogg ( Freie Wähler). Rainer Strobl ( CSU) störte sich daran nicht, katholische Kitas haben immer einen Heiligennamen. Gunter Böckeler (CSU) fand, er erinnere an Therese Studer, was wiederum durchaus lokalen Bezug bedeute. Doch insgesamt fand der Name nur in einer Sache positive Resonanz: Regina Rusch (SPD) lobte, er sei weiblich, ansonsten herrschten bei Kitas schließlich die Namen männlicher Heiliger vor.

Der Pfarrer plädiert für den Namen eines Heiligen

Schlussendlich wurde die Vereinbarung beschlossen, wonach unter anderem die Stadt 90 Prozent der ungedeckten Betriebskosten übernimmt. Das sei sehr erfreulich, sagte Bürgermeisterin Claudia Schäfer-Rudolf (CSU), denn es seien auch 100 Prozent im Gespräch gewesen. Die Defizite in den Nebenkosten, die zum Großteil die Stadt trägt, sind immer wieder Thema in städtischen Ausschüssen. Sie machen einen großen Teil der laufenden Ausgaben im städtischen Haushalt aus und drohen dennoch, immer höher zu werden.

Die Diskussion um den Namen war damit jedoch nicht vom Tisch. In der jüngsten Sitzung des Stadtrats wurde der neue Vorschlag der katholischen Kirche vorgestellt: St. Lucia. Die heilige Lucia von Syrakus sei unter anderem Patronin der Weber gewesen – passend zum Webereigelände. Der katholische Pfarrer Waldemar Obrebski hat der Verwaltung per E-Mail mitgeteilt, dass es für ihn selbstverständlich sei, dass eine Einrichtung eines kirchlichen Trägers auch den Namen eines Heiligen erhalte. Damit sei jedem, der sein Kind in diese Einrichtung gebe, klar, dass dort auch christliche Werte vermittelt werden.

Sendener Stadträte wollen lokalen Bezug

Helmut Meisel (Grüne) widersprach der Aussage des Pfarrers. Die Kita sei eine städtische Einrichtung, sie werde nur von der Kirche betrieben. „Wir wollen da offen sein, die Kita soll allen städtischen Kindern zur Verfügung stehen“, sagte er. Und diese kommen sicher auch aus anderen Glaubensrichtungen, so Meisel.

Für Theo Walder (CSU) dagegen sei selbstverständlich, dass der Träger das Namensrecht habe. Und Xaver Merk (Linke), der nicht im erstberatenden Bildungsausschuss sitzt, hätte lieber St. Theresia gehabt statt St. Lucia. Dennoch – am Ende stimmten die Räte mit Ausnahme von Yusuf Cinici, Dietmar Roschkar und Xaver Merk dafür. Das lange Ringen um den passenden Namen – sowohl von der Aussprache als auch der Bedeutung – ist damit entschieden.

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