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Urbar/Neu-Ulm

17.08.2020

Heißluftballon-Pilot aus Neu-Ulm stirbt bei Absturz nahe Urbar

Die blaue Hülle des Heißluftballons hängt in einem Hang bei St. Goar.
Bild: Thomas Frey, dpa

Bei einem Absturz eines Heißluftballons am Mittelrhein ist der Pilot ums Leben gekommen. Der 35-Jährige stammt aus Neu-Ulm.

Eine Windböe hat schräg gegenüber des Loreley-Felsens am Mittelrhein einen Ausflug mit einem Heißluftballon zum Alptraum werden lassen: Beim Absturz stirbt der Pilot, alle sechs Passagiere werden verletzt - zwei davon schwer. Der Anwohner Marko Weber teilte der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit, seine Frau habe am Sonntagabend zu ihm gesagt: "Guck mal, da kommt ein Ballon, der sieht aber nicht gut aus, ich glaube, der stürzt ab." Das Ehepaar habe dem schwerstverletzten Piloten noch zu helfen versucht. 

Laut Polizei wurde der 35-Jährige mit einem Helikopter ins Koblenzer Bundeswehrzentralkrankenhaus geflogen. Doch er starb. Der Ballonpilot stammte aus dem bayerischen Neu-Ulm, lebte aber inzwischen im rheinland-pfälzischen Hunsrück. Bei den verletzten Passagieren handelt es sich um drei Paare im Alter von 42 bis 69 Jahren. Zwei Paare wohnen laut Polizei ebenfalls im Hunsrück, das dritte lebt im nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen.

Die Hülle eines Heißluftballons hängt nach einem Unfall am Sonntagabend im Hang, verfangen in Bäumen, oberhalb des Rheintals bei St. Goar.
Bild: Thomas Frey, dpa

Ballonabsturz in Rheinland-Pfalz: Heißluftballon schlug auf Acker auf

Der dunkelblaue Heißluftballon war ersten Ermittlungen zufolge nahe den Höhendörfern Urbar und St. Goar-Biebernheim rund 45 Kilometer südlich von Koblenz kurz vor der geplanten Landung von einem Windstoß erfasst worden. Der Korb sei mehrfach auf einem Acker aufgeschlagen, vier Insassen seien herausgeschleudert worden, berichtete die Polizei. Wohl wegen des dadurch verringerten Gewichts sei der Ballon wieder etwas gestiegen, um dann den steilen Berg hinab in Richtung Rhein zu rutschen. In dem unwegsamen Gelände im Welterbe Oberes Mittelrheintal verfing sich der Heißluftballon über einem historischen Bahntunnelportal und einem Campingplatz in den Bäumen.

Der Augenzeuge Weber sagte, auch zahlreiche andere Anwohner seien zur Hilfe geeilt. Die ersten Feuerwehrkräfte seien bereits nach weniger als fünf Minuten am Unglücksort eingetroffen. Ein aufziehendes Gewitter erschwerte die aufwendige Rettungsaktion, an der auch Höhenretter aus Boppard beteiligt waren. Die im Korb verbliebenen verletzten Passagiere wurden geborgen. Mehr als 100 Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und Rettungsdiensten waren im Einsatz.

Für die Bergung des Heißluftballon bei Koblenz musste die Bahnstrecke gesperrt werden

Wegen der Bergung mussten laut Polizei die Bundesstraße 9 unterhalb der Unglücksstelle und die auch von Fernzügen genutzte parallele Bahnstrecke Koblenz-Mainz zeitweise gesperrt werden. Das THW sicherte den Ballon auf halber Höhe im Steilhang ab. Eine Spezialfirma sollte prüfen, wie und wann er geborgen werden könnte. Ermittler der Polizei und der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig sollen den genauen Unfallhergang klären. 

Ballonabsturz bei Koblenz: Spekulationen um verzweifelte Rettungsaktion des Piloten aus Neu-Ulm

Laut einem Polizeisprecher berichteten Augenzeugen, einen Mann - wohl den Piloten - kurz vor dem Absturz außerhalb des Korbes an einem Seil hängend gesehen zu haben. Womöglich habe dieser noch eine verzweifelte Rettungsaktion versucht - das sei aber vorerst nur Spekulation. (dpa)

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