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Ulm

27.03.2015

Heroin in Kondomen: Angeklagter schweigt zu Vorwürfen

Ein Mann wurde beim Drogenschmuggel von der Polizei erwischt. Jetzt wird ihm am Landgericht Ulm der Prozess gemacht.
Bild: Polizei (Symbolbild)

Ein 31-jähriger Ulmer hat Drogen in Kondomen geschmuggelt und wurde von der Polizei erwischt. Der Prozess könnte tiefe Einblicke in die Szene liefern.

Vor kurzem stand ein junger Mann vor Gericht, der in einer Böfinger Kneipe die Bedienung überfallen und verletzt hatte. Er stand unter Drogeneinfluss und sagte freimütig, in Ulm könne man an jeder Ecke Tag und Nacht Drogen bekommen. Seit gestern steht nun ein 31-jähriger Ulmer vor Gericht, der mit Heroin und Kokain gehandelt hat. Sein bevorzugter Umschlagplatz: der Hauptbahnhof und der Alte Friedhof.

17 Zeugen sollen Einblick in die Drogenszene geben 

An Händen und Beinen gefesselt wird der Mann mit südländischem Nachnamen in den Schwurgerichtssaal des Landgerichts Ulm verspätet reingeführt: Einer seiner beiden Anwälte, aus Göppingen kommend, war in einen Auffahrunfall verwickelt worden. So konnte der erste von neun geplanten Prozesstagen erst am Nachmittag verspätet beginnen.

Insgesamt sind 17 Zeugen und mehrere Sachverständige zu den nächsten Verhandlungstagen geladen worden, die Einblicke geben sollen in die Drogenszene Ulms. Angesichts dieses Aufwands und der Anklageerhebung auf Landgerichtsebene konnte man vermuten, dass da im September 2014 ein dicker Fisch der Polizei ins Netz gegangen war.

Doch die Anklage wirft dem Ulmer vor, mit Kokain und Heroin in einer Größenordnung von bis zu 15 Gramm an den besagten Treffpunkten in Ulm gehandelt zu haben: Im August 2014 soll er in drei Fällen in der Nähe des Alten Friedhofs insgesamt 15, 4 Gramm Kokain und zehn Gramm Heroin an Kunden verkauft haben, die jetzt auch auf einen Prozess warten.

Der Angeklagte wurde bei einer Polizeikontrolle am Ulmer Hauptbahnhof gestellt

Weil aber aufgrund seiner Vorstrafen mit einer höheren Freiheitsstrafe gerechnet werden könnte, wurde der Mann vor dem Landgericht angeklagt.

Erwischt wurde der jetzt Angeklagte, nachdem er den großen Deal laut Staatsanwaltschaft machen wollte und im September 2014 insgesamt 102,4 Gramm Heroin und zehn Gramm Kokain in Kerkrade (Niederlande) für den Ulmer Markt gekauft haben soll. Er versteckte sie in Kondomen und wurde bei einer Polizeikontrolle am Ulmer Hauptbahnhof gestellt.

Über seine Anwälte ließ der Beschuldigte die erste große Strafkammer gestern wissen, dass er zunächst keine Angaben machen wolle. Der Prozess, der bis Ende Juni terminiert ist, wird am Donnerstag, 16. April fortgesetzt.

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