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Weißenhorn

27.01.2020

Hier bekommt die Jugend einen Platz

Die Freifläche zwischen den Bahngleisen und der Josef-Kögel-Straße eignet sich aus Sicht der Weißenhorner Stadtverwaltung als Standort für einen Container, an dem sich Jugendliche und junge Erwachsene treffen können.
Foto: Alexander Kaya

Die Fuggerhalle ist ein beliebter Treffpunkt für junge Menschen. Doch weil sich Beschwerden häufen, will die Stadt nun einen Container bereitstellen.

Noch ist das Grundstück lediglich eine grüne Wiese. Doch schon bald könnte sich die Fläche am Weißenhorner Bahnhof zu einem zentralen Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene entwickeln. Ein Container an dieser Stelle soll die Konflikte lösen, die der momentane inoffizielle Treffpunkt der Jugend in der Stadt verursacht: Auch bei kühleren Temperaturen halten sich Gruppen vor der Fuggerhalle auf. Das stört einige Anwohner, die sich bei der Stadtverwaltung über Schäden und Verunreinigungen im Umfeld der Halle beschwert haben.

Wo aber sollen die Jugendlichen hin? Für das Jugendhaus am Wirtschafts- und Bildungszentrum sind viele von ihnen schon zu alt, obendrein ist die Einrichtung seit einiger Zeit geschlossen. In Gesprächen zwischen Jugendlichen, besorgten Eltern, der neuen Streetworkerin für Weißenhorn und Bürgermeister Wolfgang Fendt war zwischenzeitig das alte Feneberg-Gebäude ins Blickfeld geraten. Doch davon sei man wieder abgekommen, berichtete Fendt jüngst im Bauausschuss. Auch dort gebe es viele Anwohner, zudem seien momentan einige Exponate des Heimatmuseums dort gelagert. Und man wisse auch gar nicht, wann das Gebäude abgerissen wird, ergänzte Fendt.

Das Grundstück liegt neben dem Bahnhof Weißenhorn

Nah am Zentrum, gleichzeitig aber auch weit genug weg von der nächsten Wohnbebauung – diese Vorzüge weist das städtische Grundstück auf, das die Verwaltung nach den Gesprächen als geeigneten Standort für einen Container ermittelt hat. Es liegt westlich des Bahnhofsgebäudes, auf der anderen Seite der Gleise. Doch nicht alle Stadträte im Bauausschuss waren von dieser Lösung angetan. An der Stelle mal eben schnell einen Container aufzustellen sei nicht hilfreich, sagte Herbert Richter (SPD). Er bezweifelte, dass sich damit Jugendliche von der Fuggerhalle weglocken lassen, und forderte zunächst einen Bericht der Streetworkerin im Stadtrat.

Bernhard Jüstel (WÜW) hielt den Standort hingegen für geeignet, solange der Container dem Bau von weiteren Fahrradstellplätzen am Bahnhof nicht im Wege stehe. Von einer „grandiosen Idee“ sprach Franz-Josef Niebling (CSU): Die Jugendlichen könnten von Anfang an eingebunden werden und den Container nach ihren Wünschen einrichten, sagte er. Und die öffentlichen Toiletten im Bahnhof könnten sie ja mitbenutzen. Bei dem Punkt hakte Michael Schrodi (ebenfalls CSU) jedoch ein: „Das gibt nur Ärger.“ Aus seiner Sicht wäre es sinnvoller, neben dem Container für die Jugendlichen einen weiteren Container mit WC aufzustellen.

Der Container ist nicht als Dauerlösung gedacht

Das Thema „Treffpunkt für Jugendliche“ sei in Weißenhorn immer stiefmütterlich behandelt worden, kritisierte Ulrich Fliegel (Grüne). Der Container sei zwar keine Dauerlösung, ergänzte er. „Aber es wird höchste Zeit, dass man mal was macht.“ Darauf pochte auch der Bürgermeister. „Wir brauchen etwas Vernünftiges für Jüngere und für Ältere.“ Dank der Container-Lösung könne die Verwaltung Zeit gewinnen bei der Entwicklung einer langfristigen Lösung, sagte Fendt.

Gunther Kühle (CSU) war der Meinung, dass der Standort nicht der richtige sei. Er schlug als Alternative den hinteren Bereich des Freibad-Parkplatzes vor. Daraufhin plädierte Fendt nochmals für eine schnelle Lösung: „Wir verschieben und verschieben. Doch wir sollten jetzt eine Entscheidung treffen.“

Die traf das Gremium schließlich auch. Doch zuvor äußerte Michael Schrodi seine Bedenken, dass das Müllproblem auch im Umfeld des Containers auftreten werde. Man könne von den Jugendlichen doch verlangen, dass sie den Platz an der Fuggerhalle aufräumen, bevor man ihnen einen Container zur Verfügung stelle, sagte Schrodi. Fendt jedenfalls baut auf die Vernunft der Jugendlichen. „Wir setzen hier ein Zeichen mit dem Container und geben ihnen eine Chance“, sagte er.

Einstimmig gab das Gremium der Verwaltung den Auftrag, einen Bauantrag für den Container zu erarbeiten, sofern das überhaupt notwendig ist. Darüber hinaus soll die Streetworkerin einen Zustandsbericht im Stadtrat geben.

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