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Medizin

01.08.2018

Hier geht’s dem Kropf an den Kragen

Das Schilddrüsenzentrum in Neu-Ulm ist als Einziges weit und breit zertifiziert worden. Darüber freuen sich der medizinische Direktor der Kreisspitalstiftung, Andreas Keller (links) und Michael Schwarz vom Schilddrüsenzentrum.
Bild: Alexander Kaya

Das Schilddrüsenzentrum an der Neu-Ulmer Donauklinik hat es nun schriftlich, dass dort auf qualitativ hohem Niveau operiert wird

Frauen mit Kropf waren früher vor allem auf dem Land ein recht normaler Anblick. In der Nahrung fehlte eben das Jod, was wiederum die Schilddrüse wachsen ließ. Heute sind die sprichwörtlich dicken Hälse nicht mehr so häufig zu sehen, denn einerseits ist die Jodversorgung über entsprechend behandeltes Speisesalz besser geworden, andererseits werden Schilddrüsenprobleme heuer früher erkannt und entsprechend behandelt. Wenn dafür Medikamente nicht mehr ausreichen, muss der Chirurg zum Skalpell greifen und operieren. An der Neu-Ulmer Donauklinik gibt es dafür Spezialisten, die nun schriftlich bekommen haben, dass sie hochwertige Arbeit leisten. Im Umkreis von rund 100 Kilometern gibt es kein Zentrum, das ein entsprechendes Zertifikat besitzt.

Schonende Operationstechnik

Das Schilddrüsenzentrum wird betrieben von den drei Chirurgen Frank Gansauge, Bertram Poch und Michael Schwarz, die in ihrer Praxis in der Silcherstraße ambulant behandeln, doch für stationäre Eingriffe 15 Betten an der Donauklinik belegen. Das Trio besteht aus ehemaligen Oberärzten der Ulmer Uniklinik, die sich 2001 selbstständig gemacht haben, zunächst in Illertissen operierten und 2005 in Neu-Ulm ihr GPS-Zentrum für onkologische, endokrinologische und minimalinvasive Chirurgie etablierten. Wie Michael Schwarz jetzt erklärt, hat sich das Schilddrüsenzentrum einem jahrelangen Qualitätsprozess unterzogen, um die sogenannte Zertifizierung zu bekommen, die durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie vergeben wird. Um dieses Qualitätssiegel für „Chirurgie auf hohem Niveau“ zu erlangen, mussten entsprechende Standards erfüllt werden. Dazu gehört auch eine entsprechend hohe Anzahl von nachgewiesenen Eingriffen. Mehr als 200 Operationen führt das Neu-Ulmer Schilddrüsenzentrum durch und nimmt für sich in Anspruch, sich dabei einer modernen und schonenden OP-Technik zu bedienen. Das führt nach den Worten von Schwarz selten zu Komplikationen. So liege die Nachblutungsrate unter einem Prozent. Bei einer Operation kann auch der Stimmbandnerv, der hinter der Schilddrüse verläuft, vorübergehend oder gar dauerhaft in Mitleidenschaft gezogen werden. Das komme in Neu-Ulm deutlich seltener vor als im Durchschnitt, die Rate sei sehr niedrig.

Auch wenn die Zahl der sichtbaren Kröpfe zurückgegangen ist, steigt die Zahl der Schilddrüsenbehandlungen an. Das liegt laut Schwarz an verbesserten Diagnosemethoden: „Es werden einfach mehr Erkrankungen entdeckt.“ Die sind nach Geschlecht ungleich verteilt. Zu 70 Prozent sind Frauen betroffen, nur zu 30 Prozent Männer.

Andreas Keller, medizinischer Direktor der Kreisspitalstiftung, freut sich, dass sich an der Donauklinik ein solches Schilddrüsenzentrum etabliert hat. Das sei wichtig für die Kompetenzbündelung.

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