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Ulm

21.01.2015

Himmlischer Begleiter

Hoch zu Esel sitzt dieser Christus aus der Werkstatt von Hans Multscher. Das qualifiziert ihn für die anlässlich des Münsterturmjubiläums entstandene App „Der Traum vom Himmel“, die Besucher zu 16 Stationen im Ulmer Museum führt, die mit den Themen Höhe, Weite und Fernblick zu tun haben.
Bild: Andreas Brücken

Eine neue App führt Besucher zu 16 Werken aus Archäologie, Mittelalter und Moderne im Ulmer Museum. Dabei kommt aktuellste Technologie zum Einsatz.

Die neue kostenlose Anwendung, die sowohl auf 30 Leihgeräten im Museum vorinstalliert ist als auch demnächst im App-Store für mobile Geräte mit dem Apple-Betriebssystem iOS heruntergeladen werden kann, ist der Beitrag des Museums zu den Turm-Feierlichkeiten 2015. „Ein sehr wichtiges Projekt“, wie Museumschefin Gabriele Holthuis betont – und noch dazu ein besonders modernes. Denn „Der Traum vom Himmel“ ist kein normaler Audioguide, sondern begleitet den Besucher multimedial durch die Sammlungen. So erfährt man beispielsweise nicht nur, wann das Aquarell „Ulm aus der Vogelschau“ entstanden ist, sondern bekommt auf dem Bildschirm auf Wunsch eine Animation über das Wachstum von Ulm vom Mittelalter bis heute. Bei dem elektrischen Flugobjekt „Meganeudon II“ des belgischen Künstlers Panamarenko, das sonst still in seiner Glasvitrine steht, gibt es zusätzlich zu Bildern und Text auch ein kurzes Video, das das Objekt in Aktion zeigt. Ein Profisprecher liefert jeweils die Erklärungen, ein Schüler des Kepler-Gymnasiums die Wegbeschreibungen.

Doch das eigentlich Besondere an „Der Traum vom Himmel“ ist, dass die App erkennt, wo sich der Besucher gerade befindet, und diesem sowohl den Weg durch das Labyrinth der Gebäude weist als auch automatisch das richtige Objekt anzeigt. „Es ist wie eine Schnitzeljagd durch das Museum“, sagt Andreas Buchenscheit vom Entwickler Cortex Media. Möglich ist dies durch 25 in den Räumen verteilte „Beacons“, kleine Sender, die mit den tragbaren Geräten in Kontakt treten. Eine Technik, auf die Buchenscheit besonders stolz ist. „Die Beacons sind erst seit Oktober 2014 auf dem Markt“, sagt er. Das Ulmer Museum gehöre somit zu den ersten Anwendern dieser Technologie.

Möglich wurde dies laut Museumsleiterin Holthuis durch den Einsatz der Entwickler, durch die Zusammenarbeit mit dem städtischen Projekt „Ulm 2.0“ – und durch das Engagement von Sponsoren, allen voran durch den Rotary-Club Ulm-Donaubrücke. Dieser habe das Projekt mitinitiiert und maßgeblich zu dessen hochmoderner Ausführung beigetragen. Die Rotarier tragen einen Großteil der Kosten von rund 20000 Euro.

Die einfach zu bedienende App ermöglicht es nun praktisch allen Zielgruppen, sich auf den Weg durch die Abteilungen zu begeben und deren Schätze zu entdecken: die 16 Stationen der App ebenso wie Werke auf dem Weg. Nach dem Willen der Museumsleiterin Holthuis soll „Der Traum vom Himmel“ aber nur ein Anfang sein. Sollten die entsprechenden finanziellen Mittel vorhanden sein, sei eine Erweiterung um weitere Objekte für die Zukunft geplant, eine Anpassung auf Sonderausstellungen möglich.

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