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05.02.2015

Hin und Her um die Halle

Wirr-Warr um die Dreifachturnhalle in Wullenstetten. Innerhalb von knapp eineinhalb Wochen hat Bürgermeister Raphael Bögge mehrere Variationen präsentiert und damit für Irritationen gesorgt.
Bild: Andreas Brücken

Bürgermeister verwirrt mit Zick-Zack-Kurs Vereine, Lehrer und Politiker.

Wie lange halten eigentlich die Aussagen von CSU-Bürgermeister Raphael Bögge? Das fragen sich längst nicht nur die Freien Wähler im Sendener Stadtrat, nachdem das Stadtoberhaupt in der Vergangenheit immer wieder Aussagen zurückgenommen oder Entscheidungen korrigiert hat. So zuletzt geschen innerhalb weniger Tage in der Frage, ob und wie lange die Dreifachturnhalle bei der Hauptschule in Wullenstetten zur Verbesserung des Brandschutzes geschlossen werden muss. Die Verwirrung ist nun komplett, seit Bögge am Dienstag in der Sitzung des Stadtrates von seinem bisherigen Kurs abgewichen ist und statt einer Sanierung der Halle nun deren Neubau verkündet hat, obwohl der Stadtrat dem noch gar nicht zugestimmt hat.

Etwas ganz anderes hatte Bögge erst eineinhalb Wochen zuvor beim Neujahrsempfang der Stadt verkündet: Die Halle werde vom 12. Mai für drei Monate komplett geschlossen werden, weil dringend Mängel im Brandschutz beseitigt werden müssten. Im Stadtboten wurde dann der 5. Mai als Tag der Schließung genannt. Beim Jahresempfang der CSU schließlich kam die komplette Kehrtwendung. Die Halle werde nun doch nicht geschlossen, eine Sanierung lohne sich nicht mehr, stattdessen werde ein Neubau geplant.

Ein von der Stadt beauftragter Architekt hatte sich die Dachkonstruktion der Schulturnhalle näher angeschaut und offenbar dabei gestgestellt dass der Sanierungsaufwand weitaus größer sei als ursprünglich angenommen. Die Kosten würden sich Infolgedessen erhöhen, die Rede ist von bis zu einer Million Euro.

Festgestellt worden sei ferner, dass die brandschutzrechtlichen Vorschriften für Veranstaltungen mit mehr als 200 Besuchern nicht eingehalten werden könnten. Veranstaltungen in dieser Größenordnung seien aber eher die Ausnahme. Für den Schulsport alleine sei der Sanierungsaufwand nicht so groß.

Die Freien Wähler sehen in diesem Vorgehen einen „Zick-Zack-Kurs“, der eher zur Verwirrung als zur Aufklärung beitrage. Bei zahlreichen Vereinen, die die Halle nutzen, sei die Verunsicherung groß zumal nicht klar sei, wie es nun weitergehe.

Aber auch bei der Schulleitung und im Lehrerkollegium gibt es Irritationen in Anbetracht des Hin und Her. Noch vor Monaten habe Bögge vor den Lehrern erklärt, es gebe keine Chance für einen gewünschten Neubau der Halle, weil dafür schlichtweg das Geld in der Stadtkasse fehle. Nun fragen sich nicht nur die Pädagogen, woher plötzlich dieses Geld kommen soll.

Im Stadtrat erklärte Bögge am Dienstag, eine Sanierung der Halle sei in Anbetracht der Kosten und des Alters der Halle nicht mehr vertretbar, weshalb er einen Neubau vorschlagen werde. Als Standort sei der Hartplatz neben der vorhandenen Halle vorgesehen. Auf eine umfangreiche Erneuerung des Brandschutzes könne in der alten Halle verzichtet werden, da sie für den Schulsport in ihrem jetzigen Zustand nutzbar sei.

Die genauen Kosten für einen Neubau sind absolut offen. Nach Schätzungen von Stadtbaumeisterin Manuela Huber können sie sich zwischen 2,5 bis vier Millionen Euro bewegen. „Das hängt ganz von der Ausstattung ab und welchen Komfort man wünscht“, sagte die Expertin. Deshalb sei die umfangreiche Sanierung des Brandschutzes, für den in diesem Jahr 550000 Euro eingeplant waren, vorerst auf Eis gelegt worden.

Auch das hat in den Reihen des Stadtrates für Verwirrung gesorgt, zumal Raphael Bögge noch im Dezember seinem Vorgänger Kurt Baiker vorgeworfen hatte, er habe den Brandschutz in dieser Halle vernachlässigt und damit möglicherweise Gefahren für die Nutzer heraufbeschworen.

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