1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Hoch zu Ross zu Ehren Jesu

Religion

16.09.2019

Hoch zu Ross zu Ehren Jesu

Beim Heilig-Kreuz-Fest in Ulm-Wiblingen war sogar eine Abordnung des päpstlichen Ritterordens zu Gast.
Bild: Dagmar Hub

Beim Heilig-Kreuz-Fest in Wiblingen steht ein Partikel vom Kreuz im Zentrum des Geschehens

Ein prächtigeres Ensemble kann man sich kaum vorstellen: 70 festlich herausgeputzte Pferde und ihre Reiter bei Sonnenschein und blauem Himmel im Innenhof von Kloster Wiblingen – vor einem Außenaltar, an dem ein Erzabt und zahlreiche Konzelebranten stehen. Die Idee, das Fest Kreuzerhöhung in Wiblingen mit einer Reiterprozession von Gögglingen nach Wiblingen zu verbinden, hatte im Vorjahr Dekan Ulrich Kloos. Aus seiner Initiative, das in seinen Ursprüngen auf Kaiser Konstantin und seine Mutter Helena zurückgehende katholische Heilig-Kreuz-Fest in neuem Gewand mit einer Reiterprozession zwischen den beiden Orten, in denen im Ulmer Raum Kreuzpartikel verehrt werden – Wiblingen und Gögglingen –, zu feiern, scheint sich eine neue Tradition zu etablieren, die bei Gläubigen und Neugierigen wie auch bei Reitvereinen in Baden-Württemberg und Bayern gut angenommen wird. Die Zahl der Teilnehmer und Pferde lag in diesem Jahr noch deutlich höher als im vergangenen.

Jeweils zu zweit lenkten die Reiter verschiedener Reit- und Fahrvereine aus der Region, dazu auch Blutreitergruppen aus Weingarten, wo die größte Reiterprozession Europas Tradition hat, und aus Weißenau ihre Pferde vor den Altar im Kloster-Innenhof, wo Erzabt Tutilo Burger aus Beuron und Ulrich Kloos sie mit den Kreuzreliquien aus Wiblingen und Gögglingen segneten.

Diese Reliquien gehen auf die Gründung des ehemaligen Wiblinger Benediktinerklosters zurück. Wiblingen war seit seiner Gründung im 11. Jahrhundert über Jahrhunderte ein Wallfahrtsort der Verehrung dieser Kreuzreliquien. Im Jahr 1803, kurz vor der Auflösung von Kloster Wiblingen, brachte Abt Ulrich IV. einen Teil der fünf Holzpartikel in einer vierspännigen Kutsche nach Gögglingen. Auf dem gleichen Weg, begleitet von den teilnehmenden Reitern, kam der Gögglinger Kreuzpartikel im vergangenen Jahr erstmals wieder für die feierliche Pferdesegnung nach Wiblingen zurück und auch in diesem Jahr wurde sie im Vierspänner gebracht.

Für die Farbenpracht des von der Unità dei Cristiani unter ihrem Präsidenten Max Semler unterstützten Festes sorgten unter anderem die historische Bürgerwehr Dietenheim, die seit 1313 nachgewiesen ist, in bayerischen Uniformen aus dem Jahr 1870 und eine ganze Reihe von Rittern und Damen des geistlichen Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem unter ihrem Komtur Wolfgang Feil. Der Laienorden der Grabesritter, der seinen Hauptsitz in Rom hat, ist einer von zwei existierenden päpstlichen Ritterorden. Der Reitersegnung schloss sich der Gottesdienst zum Heilig-Kreuz-Fest in der Basilika St. Martin an.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren