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Neu-Ulm/Ulm

12.09.2019

Hochschulen beklagen eklatante Unterfinanzierung

Protest vor dem „Ulmer Spatz“: (von links) Gerhard Schneider (Aalen), Jürgen Lehmann (Hof), Uta M. Feser (Neu-Ulm), Volker Reuter (Ulm) und Bastian Kaiser (Rottenburg).
Bild: Alexander Kaya

Die Zukunftsfähigkeit der Einrichtungen und damit auch der regionalen Wirtschaft stehe auf dem Spiel.

Wenn es so weitergeht, sieht Professor Uta M. Feser schwere Zeiten auf die Hochschule Neu-Ulm zukommen. Die Professoren würden irrsinnige Zahlen an Überstunden anhäufen. Derzeit im Schnitt 26 Wochenstunden pro Semester. Auch die Einstellung von einzelnen Studiengängen sei bei der derzeitigen Art der Finanzierung kein Tabu mehr. In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Hochschule Neu-Ulm enorm entwickelt: von 1750 Studenten mit 35 Professoren zu bald 4000 Studenten und 82 Professoren. Doch durch immer mehr Aufgaben, die die Hochschulen erledigen müssten, leide die Qualität.

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Um auf Unterfinanzierung der baden-württembergischen und bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften hinzuweisen, luden Feser, die auch Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz ist, und ihr Kollege aus dem „Ländle“, Professor Bastian Kaiser (Rottenburg), zu einer Pressekonferenz auf dem Donauschiff „Ulmer Spatz“ ein.

Hochschulen mehr Geld zu geben lohne sich

Ihre Botschaft vor wegweisenden Finanzverhandlungen in den Landesregierungen, um eine Festschreibung der bestehenden Unterfinanzierung zu vermeiden: Die Hochschulen bräuchten finanzielle Planungssicherheit. Eine stetige Übererfüllung der Ziele in der Ausbauplanung und die daraus resultierende Auslastung von über 130 Prozent gefährde das bestehende Studienangebot. „Je mehr Leistung die Hochschulen erbracht haben, desto drängender das Problem“, betonte Feser. Dabei sei längst bewiesen: Die Hochschulen adäquat auszustatten, lohne sich aus volkswirtschaftlicher Sicht: Einer Studie zufolge führen Investitionen in Hochschulen zu einer Wertschöpfung pro Euro Landesmittel von 1,7 bis zwei Euro.

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Gerade die Region Ulm/Neu-Ulm mit einem akuten Fachkräftemangel spüre als Erstes, wenn der Nachwuchs ausbleibe. Im Grunde, so Feser, müssten an der Hochschule Neu-Ulm jedes Jahr mindestens 1000 neue Studienplätze in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik geschaffen werden. Nur durch spürbare Investitionen in die Hochschulen könnten Baden-Württemberg und Bayern ihrer Rolle und Bedeutung in Wissenschaft und Transfer und für Wirtschaft und Gesellschaft gerecht werden. Die Wirtschaft sei auf den Austausch mit den anwendungsorientierten Hochschulen angewiesen. Professor Volker Reuter, Rektor der Hochschule Ulm, beklagte überlastetes Verwaltungspersonal und völlig veraltete Infrastruktur. (heo)

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