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26.10.2009

Hoffen auf den Köhler-Effekt

Roggenburg Horst Köhler ist weg, doch die Erinnerungen sind den Roggenburgern geblieben. Auch bei Pater Rainer Rommens. "Ich blicke mit großer Zufriedenheit zurück", sagt der Prior des Prämonstratenser-Konvents. Auch, weil der Bundespräsident sich bei den Ehrengästen für die Unterstützung der Klostersanierung einsetzte.

Schon bei der Kirchenbesichtigung hatte Köhler sich für die Patres und ihre Arbeit interessiert. Und natürlich für Kloster und Kirche. Die Patres selbst waren zwar Mit-Gastgeber der Veranstaltung, offizielle Worte von Abt Hermann-Josef Kugler, der zum Besuch Köhlers angereist war, gab es aber nur hinter verschlossener Tür - beim Empfang. Dort hatte Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel seinen Freund Köhler dazu aufgefordert, die Sanierung des Klosters zu unterstützen. Der wiederum rief die geladenen Gäste, darunter Geschäftsleute und Sponsoren, dazu auf, weiterhin ihr Scherflein zum Erhalt beizutragen (wir berichteten).

Der Prior hofft, dass die Worte des Staatsoberhaupts Gutes bewirken. Denn konkrete finanzielle Zusagen habe er am Sonntag noch nicht bekommen. "Ich erhoffe mir, dass der ein oder andere, wenn das Weihnachtsfest wieder kommt, auch Roggenburg mit einer Spende bedenkt", so Pater Rainer. Im Hintergrund sei "Finanzchef" Pater Gilbert schon eifrig dabei, potenzielle Unterstützer anzuschreiben - vor allem regionale Unternehmen.

Rund 765 000 Euro hat Pater Gilbert seit dem vergangenen Jahr schon eingesammelt - von insgesamt vier Millionen, die das Kloster selbst aufbringen muss. "Durch die Bautätigkeit der vergangenen zehn Jahre ist das Kloster abgebrannt", so der Pater. Als Konvent ohne eigene Besitzungen sei man finanziell weniger gut aufgestellt als andere Klöster. Doch die laufende Sanierung sei unvermeidbar. So müssten unter anderem eine Vielzahl tragender Balken ausgetauscht werden, eine Fußbodenheizung soll die Feuchtigkeit bekämpfen. "Wir wollen keinen Luxus", betont Pater Gilbert.

"Wir müssen alle Kräfte bündeln", sagt Franz Clemens Brechtel, der als Bürgermeister von Roggenburg ebenfalls im Kloster residiert. Das Kloster habe noch "eine Riesensumme zu schultern". Theo Waigel habe sich über Jahre hinweg gut und erfolgreich für Roggenburg eingesetzt. Brechtel glaubt, dass das Großereignis vom Sonntag Signalwirkung haben könne. "Ich hoffe, dass der Besuch des Bundespräsidenten und die Worte von Waigel auf fruchtbaren Boden fallen."

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