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Finanzen

07.02.2015

Hohe Einnahmen – hohe Ausgaben

Der Kreishaushalt für das Jahr 2015 umfasst insgesamt rund 144,4 Millionen Euro. Bildung, Nahverkehr und Soziales sind drei Schwerpunkte, in die viel Geld fließen soll.
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Der Kreishaushalt für das Jahr 2015 umfasst insgesamt rund 144,4 Millionen Euro. Bildung, Nahverkehr und Soziales sind drei Schwerpunkte, in die viel Geld fließen soll.

Landrat Thorsten Freudenberger hat gestern vorgestellt, wie viel Geld dem Landkreis 2015 zur Verfügung steht und wofür es ausgegeben werden soll

Landrat Thorsten Freudenberger hat gestern bei einer Pressekonferenz den Haushaltsentwurf des Landkreises Neu-Ulm für das Jahr 2015 vorgestellt. Motto: Sozial Schwache unterstützen, in bestehendes und neues Eigentum investieren, die kreisangehörigen Kommunen entlasten, die Bildungsoffensive fortsetzen, den ÖPNV ausbauen.

Für den Bereich „Soziale Sicherung“ sind im Haushalt 49,15 Millionen Euro eingeplant – über 7 Millionen mehr als im vergangenen Jahr.

Der Anstieg hat vor allem mit der steigenden Zahl von Asylbewerbern zu tun, so Kreiskämmerer Mario Kraft. Ein großer Teil dieser 7 Millionen Euro werde dem Kreis aber zurückerstattet. Auch vermeintliche Kleineffekte tragen zum Anwachsen bei, wie Landrat Freudenberger ergänzte. Er nannte als Beispiel Schulbegleiter, die Kinder mit Problemen unterstützen. Pro Schulbegleiter und Jahr müssten dabei um die 10000 Euro aufgewandt werden.

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Für „Soziale Sicherung“ ist auch der Bezirk zuständig, der seine Ausgaben über die von den Landkreisen zu zahlenden Bezirksumlagen finanziert. Der Kreis Neu-Ulm wird dabei mit knapp 40 Millionen Euro zur Kasse gebeten.

Summa summarum betragen die Sozialausgaben im Kreis circa 88,5 Millionen Euro.

Für den laufenden Schulbetrieb – zum Beispiel Bauunterhalt oder Schülerbeförderung – werden 24,4 Millionen Euro bereitgestellt. Knapp 9 Millionen werden in Schulbauten investiert – in den Ausbau des Illertal-Gymnasiums und der Weißenhorner Realschule. Mittelfristig, bis 2018 ist geplant, 115,5 Millionen Euro in Sachen Bildung auszugeben, 2015 sollen über 61 Prozent der gesamten Investitionen von 16,1 Millionen Euro in Schulen fließen.

Die Einrichtung neuer Buslinien – Stichwort: Pfiffibus – sind nicht zum Nulltarif zu haben. Für den öffentlichen Personennahverkehr sind 2,5 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt. Zum Vergleich: 2013 waren es mit 1,23 Millionen Euro etwa die Hälfte.

Die drei Kreiskliniken erhalten vom Landkreis 3,25 Millionen Euro für Investitionen – beispielsweise in medizinische Geräte.

Insgesamt umfasst der Kreishaushalt rund 144,4 Millionen Euro und ist damit um 8,75 Prozent höher als 2014. Rechnet man den kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetrieb und die Kreiskliniken dazu, werden insgesamt 275,7 Millionen Euro bewegt.

Eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landkreises ist die Kreisumlage, Landrat Freudenberger schlägt vor, den Hebesatz gegenüber 2014 um 0,3 Punkte auf 46,7 Prozent zu senken. Damit werden Städte und Gemeinden insgesamt um über 500000 Euro entlastet – trotzdem kassiert der Landkreis dank „satt“ gestiegener Umlagekraft 6,65 Millionen Euro mehr.

Aufgrund der komplizierten Berechnung werden trotz der Senkung die Städte Illertissen und Neu-Ulm noch tiefer als vergangenes Jahr in die Tasche greifen müssen. Illertissen muss mit circa 15,4 Millionen Euro ungefähr 5,6 Millionen, Neu-Ulm mit 27,8 Millionen 3,7 Millionen mehr als 2014 an Kreisumlage bezahlen. Insgesamt kassiert der Kreis von seinen Kommunen 80,2 Millionen Euro.

Geplant ist, Investitionsdarlehen in Höhe von 6,5 Millionen Euro aufzunehmen. Gleichzeitig werden von den bestehenden 27,1 Millionen Euro knapp 3,2 Millionen Euro getilgt. Unterm Strich ergibt sich so eine Netto-Neuverschuldung von circa 3,3 Millionen Euro. Am Ende des Jahres werden sich die Verbindlichkeiten dann auf 30,4 Millionen Euro belaufen (Ende 2014: 27,1 Millionen Euro). Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt an Silvester dann 182,44 Euro. Der bayerische Durchschnitt liegt bei 240 Euro.

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