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Energie

29.04.2011

Holz als Heizmaterial sorgt für Strom und Wärme

Das Holzgas-Heizkraftwerk in Senden ist die größte Anlage ihrer Art in Europa. Sie wird im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Links im Bild ein Wärmetauscher, rechts ein Blick in die Maschinenhalle.
Bild: Fotos: Andreas Brücken

Ein hochmodernes Biomasse-Kraftwerk der SWU geht 2012 in Senden ans Netz. Die Baukosten liegen bei 33 Millionen Euro. Geheizt wird mit Holzgas.

Die SWU baut auf erneuerbare Energie: Mit dem Holzgas-Heizkraftwerk entsteht in Senden das modernste Projekt dieser Art in ganz Europa. Rund 33 Millionen Euro werden in das Vorhaben auf dem ehemaligen DF-Gelände bei der Bahnlinie gesteckt. Der Bund bezuschusst die umweltfreundliche Baustelle mit dem Höchstfördersatz von 6,6 Millionen Euro.

Mit dem in seinem Ausmaß bisher einmaligen Kraftwerk – im niederösterreichischen Güssing gibt es ein vergleichbares Projekt, das aber nur halb so groß ist – wird ein sechs Kilometer langes Fernwärmenetz errichtet. Damit werden Senden und die Stadt Neu-Ulm versorgt. Die Kosten hierfür betragen 3,2 Millionen Euro. Ende des Jahres soll das Werk den Probebetrieb aufnehmen. Ans Netz gehen wird die Anlage 2012.

Holz spielt eine große Rolle bei der Schonung fossiler Ressourcen. Die energetische Nutzung trägt zum Klimaschutz bei. Das Heizmaterial, das im Sendener Kraftwerk angeliefert wird, stammt hauptsächlich aus der Region. In den Wäldern wächst derzeit erheblich mehr Holz nach als eingeschlagen wird, sagen Experten. Besonders das Waldrestholz, wie zum Beispiel Schwachholz, das bei der Durchforstung und bei der Holzernte anfällt, stellt einen bisher weitgehend ungenutzten Rohstoff dar. Deutschlandweit könnten durch seine Verbrennung drei Milliarden Liter Heizöl pro Jahr eingespart werden.

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Das Umweltbundesamt empfiehlt daher ausdrücklich den Bau von Heizkraftwerken, um die Effizienz möglichst hoch und den Schadstoffausstoß gering zu halten. Durch Kraft-Wärme-Kopplung entstehen Wärme als auch Strom.

Das Biomasse-Heizkraftwerk in Senden arbeitet nach dem Prinzip der Holzverschwelung. Pro Jahr werden rund 36 Millionen Kilowattstunden Strom und 41 Millionen Kilowattstunden Wärme erzeugt, erklärt der Sprecher der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU), Bernd Jünke. Mit dem neuartigen Verfahren ist es möglich, etwa 40000 Tonnen unbehandeltes Holz unter hohen Temperaturen zu verarbeiten. Die dabei frei werdenden, etwa 850 Grad heißen Gase treiben die beiden Kraftwerksmotoren an, mit denen der Strom produziert wird. Sie haben 20 Zylinder und wiegen jeweils zwölf Tonnen.

Täglich zehn Lastwagen mit Hackschnitzel

Die Arbeiten am Werks- und Vergasergebäude sowie an den insgesamt vier Silos – der Gesamtkomplex ist etwa 170 Meter lang und 40 Meter breit – sind bereits weit fortgeschritten, so Jünke. Täglich zehn Lastwagen bringen die Hackschnitzel. Drei Silos werden damit gefüttert auf, das vierte Silo dient zum Trocknen des Materials.

Die Baumaßnahmen im Bereich der Brennstoffannahme sind bereits abgeschlossen. 32 Meter hoch ist der Kamin, der erst vor einigen Monaten mit einem Tieflader gebracht und per Autokran aufgestellt wurde. Rund zehn Meter niedriger ist der Turm mit dem Holzvergaser – ein Stahlbehälter von drei Metern Durchmesser und einem Gewicht von 30 Tonnen. In ihm schlägt das Herz des Kraftwerks.

Eine Webcam liefert unter der Internetadresse www.swu.de im Minutentakt jeweils ein Bild von der Baustelle.

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