Newsticker

RKI meldet 11.409 neu mit Corona Infizierte
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Hundehaufen verärgern Spaziergänger - Spezialwiesen sollen Problem lösen

Neu-Ulm

18.02.2015

Hundehaufen verärgern Spaziergänger - Spezialwiesen sollen Problem lösen

Alfred Westermayer, Stadtrat in Neu-Ulm, sieht in sogenannten Hundewiesen eine Lösung des Hundehaufen-Problems.
Bild: dpa

Hinterlassenschaften von Vierbeinern sind für Spaziergänger, Landwirte und Jäger oftmals ein Ärgernis. Ein Neu-Ulmer Stadtrat will nun eine Lösung für das Problem gefunden haben.

Wer kennt es nicht, dieses unangenehme Gefühlspotpourri aus Überraschung, Verunsicherung und anschließendem Ärger, wenn man (mal wieder) aus Versehen in einen frischen Hundehaufen getreten ist? Knapp 1500 Hunde sind momentan in der Stadt Neu-Ulm angemeldet, die Zahl der öffentlichen Hinterlassenschaften und der Unmut von Spaziergängern darüber dementsprechend groß – kaum eine Bürgerversammlung, in der das Thema nicht zur Sprache kommt.

Demnächst wird es wohl auch die Politiker im Stadtrat beschäftigen. Hintergrund ist der Antrag des SPD-Rates Alfred Westermayer, der sich für die Anlage von sogenannten Hundewiesen ausspricht. Der Leinenzwang im Stadtgebiet sei der Grund, warum immer mehr Hundebesitzer ihre Tiere in der freien Natur und außerhalb der Stadtgrenzen laufen ließen und so für Ärger bei Landwirten, Spaziergängern, Joggern und auch Jägern sorgten. Städtische Hundewiesen könnten eine Lösung des Problems sein, meint Westermayer.

Kottüten und Papierkörbe gegen Hundehaufen

Dafür solle die Stadt „Freiflächen, nach Möglichkeit von nicht allzuguter Bodenqualität“, anmieten, einzäunen und als Vergnügungsplatz für Hunde ausweisen. Spielgeräte wie Laufbalken, Kanalrohre oder Wippen sollten darauf ebenso zum Inventar gehören wie ausreichend Kottüten und Papierkörbe. Als mögliche Standorte schlägt er Flächen an der A7 bei Steinheim, südöstlich von Steinheim, im Steinhäule, am Landgraben bei Burlafingen, vor der Donaubrücke Thalfingen oder beim Wiedemannswald vor. „Es könnte aber auch eine Wiese für alle sein“, sagt Westermayer und bringt die Gold-Ochsen-Wiese nahe des Freizeitbades Wonnemar ins Spiel, die im Besitz der Stadt Neu-Ulm sei. Diese hatte er bereits vor einiger Zeit als Gelände für einen möglichen Wohnmobil-Stellplatz vorgeschlagen: „Nachdem diesbezüglich ja offenbar nichts passiert, könnte doch da eine Hundewiese hin.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Finanzieren lasse sich der Hundespaß seiner Meinung nach über eine Erhöhung der Hundesteuer. Diese beträgt in Neu-Ulm derzeit jährlich 66 Euro für einen Hund, 132 Euro für jeden weiteren. „Eine Erhöhung um vier Euro würde die Kosten wahrscheinlich decken“, glaubt der SPD-Stadtrat. Nach seinem Antrag ist nun die Stadtverwaltung am Zug. Sie soll das Thema für eine der nächsten Ausschusssitzungen aufbereiten.

Mülleimer und Tütenspender an „Gassi-Rennstrecken“

Zuletzt war vergangene Woche auf der Bürgerversammlung in Gerlenhofen über die Hundekotproblematik diskutiert worden. Ein Bürger hatte die Stadtverwaltung darum gebeten, an den beliebten „Gassi-Rennstrecken“ Mülleimer und Tütenspender aufzustellen, um es Hundebesitzern leichter zu machen, den Dreck der eigenen Vierbeiner wieder mitzunehmen und zu beseitigen. Oberbürgermeister Gerold Noerenberg äußerte daraufhin sein Erstaunen über die Anspruchshaltung mancher Tierbesitzer.

„Irgendwann liefern wir all unseren Bürgern auch noch das Toilettenpapier frei Haus“, erklärte er halb amüsiert, halb ernst. Fachbereichsleiter Anton Bullinger ergänzte, dass das Problem nicht ganz so leicht zu lösen sei. Mülltütenspender seien an „strategisch guten“ Punkten durchaus sinnvoll und insbesondere im Innenstadtbereich bereits im Einsatz. Mülleimer außerhalb des bebauten Wohnbereichs könnten aber nicht ohne Weiteres aufgestellt und zudem nicht so leicht kontrolliert werden. Die Erfahrung zeige, dass derartige Eimer gerne dazu genutzt werden, um sich dort unliebsamen Hausmülls zu entledigen. Nichtsdestotrotz würden sich Mitarbeiter der Stadt die Situation in Gerlenhofen ansehen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren